Montag | 28. Mai 2012 | 10:23 Uhr
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  • FILM REVIEW | Womb
  • Womb

    Drama, Romanze | Deutschland / Frankreich / Ungarn 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Rebecca verbringt ihre Ferien bei ihrem Großvater an der Küste. Dort lernt sie den gleichaltrigen Thomas kennen. Die innige Freundschaft der beiden Kinder wird aber am Ende der Ferien unterbrochen, weil Rebecca mit ihrer Mutter nach Tokio zieht. Zwölf Jahre später kehrt Rebecca zurück und besucht Tommy. Diesmal werden sie ein Paar. Doch dann stirbt Tommy bei einem Autounfall. Rebecca überredet seine Eltern, ihr eine Genprobe von ihm zu geben, damit sie ihn klonen kann. Sie setzt den Plan um und bringt schließlich ein gesundes Baby zur Welt, das sie Tommy nennt.

    Zu Rebeccas Zeit ist das Klonen von Menschen schon gesellschaftlich verbreitet, doch es trifft immer noch auf Vorbehalte. Tommys Schulfreunde dürfen nicht mit einem Mädchen spielen, das geklont ist. Rebecca zieht mit Tommy, der das Geheimnis seiner Herkunft nicht kennt, in ein einsames Haus am Strand. Als er Student ist, steht plötzlich die Mutter des verstorbenen Thomas vor ihm.
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      • | FILMKRITIK

      • Einen Science-Fiction-Film über das Klonen und eine romantische Geschichte, in der die Liebe den Tod besiegt, verbindet der ungarische Regisseur und Drehbuchautor Benedek Fliegauf in „Womb“. Er stellt die Handlung in eine einsame Küstenlandschaft und verpackt sie in eine wortarme, entrückte Atmosphäre. Doch die Stimmung ist zu schwer im Verhältnis zur ungenügenden Schilderung dessen, was die Charaktere bewegt.

        Angesichts der medizinisch-technischen Fortschritte in Bezug auf das Klonen von Lebewesen erscheint das Thema des Films nicht mehr weit hergeholt. Rebecca kann sich dafür entscheiden, den geliebten Thomas als Klon neu zur Welt zu bringen. Für solche Implantationen gibt es in dieser Geschichte medizinische Zentren, die von vielen aufgesucht werden. Doch die entstehenden Klonmenschen sind gesellschaftlich nicht voll akzeptiert, eine Ungereimtheit, die der Film nicht näher erklärt.

        Zu undifferenziert erscheint Rebeccas Verständnis dafür, wer Klon-Kind Tommy ist: Für sie und für den Film ist der junge Mensch viel zu sehr eine Wiederholung des Verstorbenen, obwohl er ja ein anderes Leben führt. Man sieht den Jungen beim Spielen mit einem Schulfreund, er stellt Fragen nach seinem Vater, das Leben mit seiner Mutter ist zwar isoliert, aber das Kind erhält eine Schulbildung und wird später studieren. Der Film weicht in seiner Dialogarmut aber gerade den aufgeworfenen Konfliktthemen aus und das Geheimnis, das auf der Mutter-Sohn-Beziehung lastet, nimmt ihr auch Lebendigkeit.

        Hier greift der Film statt eines an der Realität orientierten Miteinander auf die romantisch-entrückte Perspektive zurück. Verloren wirken die weiten menschenleeren Strände an der Nordseeküste mit dem verhangenen Himmel. Der Wind pfeift und das traumähnliche Zuhause von Rebecca und dem kleinen Tommy ist ein Holzhäuschen auf Stelzen, das einsam dort im Sand steht, wo man im Sommer allenfalls mal einen Strandkorb erwarten würde. Eva Green spielt Rebecca als verschlossene Schönheit, die im Laufe ihres Lebens als Mutter des Klons optisch nicht altert. Als dieser zweite Tommy dann der von Matt Smith gespielte Student wird, sehen Mutter und Sohn wieder aus wie das Liebespaar zu Anfang des Films.

        Die beiden Kinderdarsteller Ruby O. Fee als kleine Rebecca und insbesondere Tristan Christopher als der Schuljunge Thomas verleihen der Geschichte eine persönliche Note und Lebendigkeit, die sich eine Nischenexistenz in der allgemeinem stummen Theatralik erobert. Es gibt Schnittfolgen, die ein Problem zeitlich dehnen und inhaltlich mit Bedeutung aufladen, indem mal jemand in der Wanne sitzt, dann eine Person mit dem Rücken zur Kamera aus dem Fenster schaut, und die klärenden Worte immer noch nicht gesprochen werden.
      • | FAZIT

      • Merkwürdig entrücktes Sci-Fi-Drama mit düsterer Romantik über eine Frau, die ihren toten Freund als Klon neu zur Welt bringt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 2.3/10 (3 votes)

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