Montag | 28. Mai 2012 | 10:25 Uhr
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  • FILM REVIEW | Gullivers Reisen
  • Gullivers Reisen

    Abenteuer, Familie, Komödie | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Lemuel Gulliver arbeitet in der Postabteilung einer Zeitung in New York. Er traut sich nicht, die junge Reiseredakteurin Darcy, für die er schon lange schwärmt, zu einem Date einzuladen. Aus seinem einzigen Versuch wird ein Missverständnis, bei dem Gulliver sich zum Reiseberichterstatter hochstapelt und von Darcy einen Auftrag erhält: Er soll auf einem kleinen Boot das Bermuda-Dreieck für einen Report erkunden.

    Gulliver gerät im Bermuda-Dreieck in einen Sturm und wird in eine andere Welt gewirbelt. Er erwacht gefesselt im Königreich Liliput, in welchem die Menschen ungefähr 15 Zentimeter klein sind und von ihren Feinden, den Blefuscianern, noch mit Segelschiffen und Kanonen angegriffen werden. Zunächst wird er nur „die Bestie“ genannt, doch dann rettet er dem König das Leben und wird zum Helden von Liliput. Aber sein mächtiger Widersacher, General Edward, greift ihn mit einem Roboter an. So landet der geschlagene Gulliver mal eben im benachbarten Land der Riesen, wo er die Puppenhausfigur eines Mädchens wird.
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      • | FILMKRITIK

      • Die Fantasykomödie „Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu“ ist ein vergnüglicher Familienfilm geworden. Regisseur Rob Letterman integriert den Riesen auf ansprechende Weise ins Reich der Liliputaner. Sowohl optisch gelingt das unwahrscheinliche Miteinander überzeugend, wie auch in der spaßigen Kontrastierung der unterschiedlichen geschichtlichen Epochen, in denen sich Gulliver und die Zwerge befinden. Es ist die Zeitreise eines von Ängsten geplagten Menschen aus der Gegenwart in eine Welt wie zu Zeiten des Romanautors Jonathan Swift, in der er sich als „Präsident Obercool“ ausgibt.

        Die in der Postproduktion eingearbeiteten 3D-Effekte stehen nicht im Vordergrund der visuellen Gestaltung. Die Technik konzentriert sich vielmehr darauf, den Riesen glaubwürdig und mühelos in seine kleine Umgebung einzufügen, so dass er mit den Figuren dort einen lebendigen Kontakt wie auf Augenhöhe führen kann. Liliput mit seinem Königspalast steckt kulturell in einem früheren Jahrhundert, aber die Bewohner sind technisch begabt und bauen ihrem neuen Helden bald eine Art Hollywoodvilla mit Blick aufs Meer. Gulliver organisiert in der Stadt ein modernes Musikevent namens „Rock am Liliring“ und lässt für die Liliputaner Szenen aus berühmten Kinofilmen wie „Titanic“ nachspielen, wobei er stets behauptet, die Ereignisse persönlich erlebt zu haben.

        Auch die Swiftsche Fantasiewelt kommt atmosphärisch zum Zuge, wenn zum Beispiel Gulliver ins Meer hineinwatet, um allein in den Krieg gegen die kleine Seeflotte der Blefuscianer zu ziehen. Die Episode, in der er der Winzling im Reich der Riesen ist, bleibt kurz und knapp, vermittelt aber seine Hilflosigkeit aus Zwergenperspektive eindrucksvoll. Diesen Elementen der Geschichte, die sie für Kinder besonders attraktiv machen dürften, stellt der Film allerdings Themen und Witze aus dem Leben der Großen gegenüber. Einen wichtigen Teil macht Gullivers Freundschaft mit dem von Jason Segel gespielten Zwerg Horatio aus, der in Sachen Liebe ähnliche Hemmungen hat. Hier gibt er Ratschläge, deren Komik nicht für jede Altersgruppe von Interesse ist.

        Jack Black ist als Gulliver ein großer Junge in Turnschuhen, der gerne Tischfußball und „Guitar Hero“ spielt und sich hier mit primitiv-abstoßenden Einlagen zurückhalten darf. Mit Ausnahme vielleicht einer Schlüsselszene, die allerdings auf der Originalgeschichte basiert. Emily Blunt verleiht der von ihr gespielten Prinzessin ein fröhliches Lächeln und erfrischenden Charme. Dem Film geht es inhaltlich um die recht abgedroschene Läuterung eines in Probleme und Ängste verstrickten Menschen hin zur Übernahme von Verantwortung. Aber auch wenn das stromlinienförmig und eher flach wirkt, bereichern inspirierte Details, vor allem die Popmusik- und Tanzeinlagen, die lockere Atmosphäre mit Spaß und Abwechslung.

      • | FAZIT

      • Nicht schlecht, sogar familientauglich: Jack Black bespaßt als moderner Gulliver das Königreich der Liliputaner mit Popkultur.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 4.5/10 (10 votes)

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