Lillis erstes Abenteuer als neue Superhexe führt sie ins orientalische Königreich Mandolan. Dorthin hat sie der Großwesir Guliman gerufen, denn der Königsthron ist verhext: Immer wenn Guliman sich draufsetzt, um der neue König des Landes zu werden, wird er in hohem Bogen abgeworfen. Aber Lilli und der kleine Flugdrache Hektor finden den Großwesir und seinen Berater, den Zauberer Abrasch, nicht sehr vertrauenerweckend.
Lilli lernt den Straßenjungen Musa kennen, der weiß, wo der wirkliche König von Mandolan gefangen gehalten wird. Lilli beschließt, ihn zu befreien, doch die Soldaten, die Abrasch geschickt hat, sind hinter ihr her und auf Hektor ist auch kein Verlass: Erst verknallt er sich in einen Flaschengeist und dann wird er auch noch krank.
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| FILMKRITIK
Nach dem großen Kinoerfolg von „Hexe Lilli – Der Drache und das magische Buch“ aus dem Jahr 2009 gibt es nun ein Wiedersehen mit dem gewitzten rothaarigen Mädchen und mit dem animierten kleinen Hektor. Der Österreicher Harald Sicheritz inszeniert eine neu erfundene Geschichte, die aus der Feder der Drehbuchautoren Bettine und Achim von Borries stammt. Damit auch dieses Abenteuer den Geist der „Hexe Lilli“-Bücher atmet, war deren Autor Knister an der Entwicklung des Films beteiligt und auch als Berater bei den Dreharbeiten in Indien dabei. Das Ergebnis ist, vor allem dank der exotischen Kulisse, der charmanten Alina Freund als Lilli und dem wortstarken Hektor mit Michael Mittermeiers Stimme, kindgerecht märchenhaft und spaßig.
Trotz des Regisseurwechsels von Stefan Ruzowitzky zu Harald Sicheritz gibt es eine große Kontinuität zum ersten „Hexe Lilli“-Film. Das Publikum jenes Streifens wird es schätzen, dass Lilli, obwohl Alina Freund nicht mehr das kleine Mädchen ist, sondern schon an der Schwelle zum Teenie, noch immer eine Vorliebe für rote Kleidung und geringelte Kniestrümpfe hat. Weil Alina Freund allmählich aus ihrer Rolle herauswächst, ist sie hier wahrscheinlich zum letzten Mal als Hexe Lilli zu sehen. Diese trägt den Ohrring, den Hexe Surulunda ihr beim vorigen Mal geschenkt hat und ärgert sich immer noch mit ihrem jüngeren Bruder herum. Ihre Mutter wird erneut von Anja Kling dargestellt.
Gleich in der Einleitung entführt der Film in die Atmosphäre eines orientalischen Kindermärchens, wenn er sich aus der Vogelperspektive einer Stadt nähert, die wie eine maurische Festung aussieht. Der Brief, den Großwesir Guliman und Zauberer Abrasch an Lilli schreiben, flattert dann durch die Luft über die Wüste, setzt sich als Papierschiffchen auf Ozeanwellen aus mechanisch bewegter Pappe, aus denen Fischchen springen, und fliegt dann weiter zu Lillis Haus. Hektor, den sie für die Mission herbeiruft, ist gerade mit Surulunda, der in Rente gegangenen Hexe, in einem Wellnesshotel. Surulunda, die diesmal orangefarbene Haare hat, verfolgt das Abenteuer durch ihre Glaskugel aus der Ferne mit.
Comedian Michael Mittermeier hat dem rundlichen Hektor mit dem großen Appetit nicht nur seine Stimme geliehen, sondern auch an dessen Sprüchen getextet. Obwohl Hektor also klein, unbeholfen in der Luft und dauernd durch Genüsse ablenkbar ist, beherrscht er die Kunst des frechen Kommentars. Möglicherweise verleiten einen auch nur Hektors Sprüche dazu, das zu glauben, doch auch in den Gesten und in der Mimik des Drachen gibt es ab und zu eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Comedian. Hektor verliebt sich diesmal in einen Flaschengeist: Die hübsche, animierte Suki bewundert und betört ihn gleichermaßen.
Im Orient bekommt Lilli einen gleichaltrigen Helfer in dem Straßenjungen Musa. Dieser wird von dem indischen „Slumdog Millionär“-Darsteller Tanay Chheda gespielt. Jürgen Tarrach stellt den Großwesir Guliman als tölpelhaften Diktator dar, während Abrasch von Ercan Durmaz wie ein gefährlicher Verbrecher gespielt wird. Aber er fällt auf die Mär vom Zaubertrank herein, die ihm Lilli serviert. Wenn er den wirkungslosen, ekligen Mix trinkt, demontiert die Geschichte wie schon im ersten Film auf witzige Weise den Hexerei-Aberglauben. Lilli, obwohl sie natürlich wirklich zaubern kann, kommt erneut meistens ohne solche Hilfsmittel aus.
| FAZIT
Märchenhafter Abenteuerspaß mit Hexe Lilli und dem frechen Drachen Hektor im Morgenland.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung