Montag | 28. Mai 2012 | 10:40 Uhr
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  • FILM REVIEW | Kokowääh
  • Kokowääh

    Komödie | Deutschland 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Drehbuchautor Henry (Til Schweiger) hat es nicht weiter als bis zu der erfolglosen Serie „Der Förster vom Spreewald“ gebracht. Henry geht mit seinen großen beruflichen Ideen genauso leichtfertig um, wie mit den Frauen, die er seit seiner Trennung von seiner großen Liebe Katharina konsumiert. Plötzlich bietet sich ihm die Chance seines Lebens. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Katharina soll er deren Besteller „Freiflug“ für die Leinwand adaptieren.

    Gerade scheint sich sein Leben wenigstens beruflich in gerade Bahnen zu lenken, als plötzlich ein kleines, achtjähriges Mädchen namens Magdalena (Emma Schweiger) vor seiner so gar nicht kindgerechten Wohnung steht. Sie trägt einen Brief ihrer Mutter Charlotte (Meret Becker) bei sich, aus dem hervorgeht, dass Magdalena das leibhaftige Zeugnis eines längst vergessenen One-Night-Stands ist. Seine Tochter, die er vor acht Jahren während seiner Beziehung zu Katharina gezeugt hat, soll nun für ein paar Wochen bei ihm wohnen, da Mutter Charlotte in großen Schwierigkeiten steckt und derzeit in New York verweilt. Der bis dahin vermeintliche Vater Tristan (Samuel Finzi) - die große Liebe Charlottes - erfährt zufällig bei einer Blutuntersuchung seiner Tochter, dass er nicht der leibliche Vater sein kann. Verzweifelt und zu tiefst verletzt, weist er die kleine Magdalena von sich und möchte, dass Henry sich um sie kümmert, endlich Verantwortung für sein Tun übernimmt bis Magdalenas Mutter aus den USA zurückkehrt.

    Zerrissen zwischen beruflichem Stress und plötzlichen alltäglichen sowie emotionalen Katastrophen in seinem sonst so coolen Singelleben, lernt Henry durch den kleinen Wirbelwind Magdalena sehr bald, was es bedeutet Vater zu sein. Aber nicht nur das. Denn Magdalena lebt mit der Besonderheit zwei Väter zu haben…
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      • | FILMKRITIK

      • Drama oder Komödie. Kokowääh trägt Elemente beider Genres in sich. Verspielt und mit einem typischen Til Schweiger Humor verbinden sich komische Elemente mit dramatischen Einschüben. Patchworkfamilien sind ein wichtiges Thema der Gegenwart. Kokowääh inszeniert diese Konstellation, die auch im realen Leben wunderbar funktionieren könnte, hätten doch alle Beteiligten so viel Humor und Einfühlungsvermögen wie unsere Protagonisten.

        Til Schweiger, Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in einem, beweist auf allen Ebenen seine filmische Erfahrung und sein Können. Gemeinsam mit seiner achtjährigen Tochter Emma, die ab dem ersten Moment ihres Auftretens die Herzen der Zuschauer erobert, fühlt man als Zuschauer, dass Til Schweiger dieses Thema wirklich am Herzen liegt. Selbstbewusst, frech, zärtlich und unschuldig erobert Magdalena das Herz ihres leiblichen Vaters.

        Absolut großartig ist die Leistung von Schauspieler Samuel Finzi. Er spielt seine Rolle mit einer unglaublichen Aufrichtigkeit, die Kamera scheint ins tiefste Innere seiner verletzten Seele einzudringen. Auch wenn eine große Portion Humor die Dialoge der beiden „Väter“ dominiert, schwingt doch immer ein großer Anteil Angst, Traurigkeit und Verletztheit mit. Trotzdem Samuel Finzi nur wenige Szenen im Film zur Verfügung hat, gelingt es ihm, gleichberechtigt und unersetzbar als zweiter Vater seinen Part zu inszenieren.

        Der anfangs leichte Ton des Films trägt schnell einen schweren Kern in sich. Wunderbar verpackt durch grandiose Schauspieler, dramatisiert durch typische Til Schweiger Einlagen, wird der Lebemann und Frauenkonsument letztendlich doch noch zum verantwortungsvollen, stolzen und einfühlsamen Vater.

        Was erst nach reiner Klischeekost klingt ist letzten Endes ein bezaubernder Kinogenuss. Der Zuschauer bekommt von jeder erdenklichen Gefühlslage einen Happen zu spüren: Liebe, Verletztheit, Verzweiflung, Spaß, Humor und Leichtigkeit.
      • | FAZIT

      • Kokowääh garantiert einen märchenhaften Kinoabend, der mit seinem humorvollen Ende die Zuschauer beschwingt aus den Kinosälen entlässt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Peggy Schumacher

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (28 votes)

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