Der bislang unbescholtene Familienvater Abel Plankov (Raul Esparanza) muss plötzlich feststellen, dass er unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet und den Geist des „Riverton Rippers“ in sich trägt. Nachdem er seine Frau umbrachte und seine kleine Tochter attackierte, kann ihn die Polizei erst in letzter Minute stoppen, was allerdings nicht ohne weitere Verluste abläuft. Allem Anschein nach ertrank der Serienkiller auf der Flucht im Fluss, doch seine Leiche wurde nie gefunden. Seitdem halten Jugendliche jedes Jahr heimlich einem schaurigen Gedenktag mit Mutproben zu „Ehren“ des brutalen Mörders ab, der wie ein Fluch über der Stadt liegt. 16 Jahre nach dessen vermeintlichem Ableben beginnt in der Kleinstadt unter Teenagern eine neue Mordserie. Es scheint, als sei die Seele des Rippers in eines der sieben Kinder gewandert, die in seiner Todesnacht geboren wurden. Besonders der unter rätselhaften Visionen leidende Adam „Bug“ Heller (Max Thieriot) steht unter Verdacht, zumal die Tatwaffe in seinem Besitz auftaucht.
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| FILMKRITIK
In den letzten Jahren verlegte sich Horrorpapst Wes Craven stärker auf die Co-Produktion von Remakes früherer Erfolge wie „The Hills have Eyes“ oder „Last House on the Left“. Seine erste Regiearbeit nach vier Jahren (abgesehen von einem Segment des Episodenfilms „Paris, je t’aime“) nach eigenem Skript erinnert allerdings daran, dass der Spezialist des Schreckenskinos in seiner langen Karriere keineswegs nur gelungene Werke vorlegte. Trotzdem hätte man etwas mehr erwarten können als einen wenig aufregenden Teenie-Slasher. Alles hat man schon einmal – teils bei Craven selbst – besser gesehen.
Zwar wirkt der Prolog mit der Verfolgung des „Riverside Rippers“, der sich im Körper eines bislang harmlosen Familienvaters manifestiert, schon reichlich absurd, aber noch einigermaßen fesselnd. Niemals wird jedoch eine Zeile darüber verschwendet, ob der Täter nur schlicht verrückt war oder ob es sich bei dem Phantom etwa um eine alte Legende handelt. Gleich zu Beginn segnet mit Harris Yulin („Training Day“, „Fell“) als Dr. Blake schon das einzig vertraute Gesicht das Zeitliche. Bei der restlichen Besetzung handelt es sich weitgehend um unbekannte Jungdarsteller, die reihum nicht im Gedächtnis haften bleiben. Ebenso einfallslos wirkt die spätere Maske des Rippers, unter der er 16 Jahre später seine blutigen Untaten fortführt. Eigentlich hätte Schockrocker und Horrorregisseur Rob Zombie die Produktionsfirma für das „Borgen“ seines charakteristischen Outfits verklagen sollen.
Offenbar fuhr des Killers Geist in den Körper eines Neugeborenen, wozu Craven die Seelentauschidee aus „Schocker“ recycelte – ebenfalls nicht gerade eines seiner Meisterstücke. Fortan wird der innerlich zerrissene Jugendliche Bug Heller von Alpträumen und plötzlichen Auftritten unlängst Verblichener gepeinigt, was an die „Nightmare“-Serie erinnert. Allerdings wäre Bug doch eine zu offensichtliche Wahl für die Ripper-Identität, wobei sich dessen tatsächliche Entlarvung später als mäßig überraschend erweist. Zuvor schlägt der Dämon noch in Bugs Heim zu, was man zur Güte aus den „Scream“- und „Red Eye“-Hetzjagden kennt. Auch der restliche Plot kommt nicht ohne Stereotypen und Unglaubwürdigkeiten aus. Mit Vorliebe halten sich Bugs Freunde und Gegenspieler wie die arrogante Cliquenanführerin, der schnöselige Footballstar oder die religiöse Außenseiterin an abgelegenen Orten auf, wo ein möglicher Anschlag zum Kinderspiel wird. Interessante Ansätze wie die Frage nach der Bewältigung von Trauer und Schuld bleiben ohne Vertiefung. Als überflüssiges Leitmotiv und Todesbote taucht wiederholt ein schwarzer Kondor auf.
Wie zuletzt George Romero oder John Carpenter scheint Craven inzwischen von seinen Epigonen überholt worden zu sein. Der Verzicht auf Pressevorführungen in Amerika und Deutschland sollte wohl den Umstand verschleiern, dass dieser konvertierte 3D-Gruseler überhaupt keine dreidimensionalen Effekte enthält. Entsprechend setzte der Verleih das mäßig synchronisierte Werk, streckenweise zwischen High School-Komödie und Familien-Soap pendend, ohne viel Werbung als Lückenfüller zwischen zwei Blockbustern ein. Einen halben Bonuspunkt gibt es für den Nachspann, der neben zwei flotten Rocksongs noch Storyboard-Auszüge präsentiert, aber zu diesem Zeitpunkt befindet sich ohnehin niemand mehr im Saal.
| FAZIT
Einfallsloser Teenie-Slasher eines Horror-Altmeisters, der hier nur abgestandene Zutaten aufwärmt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung