David Norris kandidiert für den amerikanischen Senat als Repräsentant seiner Heimatstadt New York. Der junge und beliebte Politiker verliert jedoch die Wahlen in letzter Minute, weil ein Blatt ein unfeines Partyfoto von ihm abgedruckt hat. Am Wahlabend lernt David eine attraktive Frau kennen, in die er sich sofort verliebt. So ist er überglücklich, als Elise ihm ihre Telefonnummer gibt.
David will bis zu seiner nächsten Senatskandidatur im Unternehmen seines Freundes und Wahlkampfhelfers arbeiten. Am ersten Tag dort wird er Zeuge, wie Männer in Schutzkleidung seinem Freund mit einer Art Detektor zu Leibe rücken. Andere Männer mit Hüten fangen David ein, der diese Szene nicht hätte sehen dürfen. Sie beschließen notgedrungen, ihn in ihre Geheimnisse einzuweihen, schärfen ihm aber ein, dass er niemals über ihre Existenz mit anderen Menschen sprechen darf.
Die Männer mit den Hüten sind Mitarbeiter eines Umstellungsbüros und müssen auf Befehl ihres Vorgesetzten dafür sorgen, dass die Menschen nicht aus den für sie vorgesehenen Bahnen ausbrechen. Manchmal müssen die Männer kleine Änderungen vornehmen, wie bei Davids Freund, damit sie sich im Sinne des Plans verhalten. Für David allerdings sieht der Plan vor, dass er Elise nicht wiedersieht. Einer der Männer verbrennt den Zettel mit ihrer Telefonnummer, den David bei sich führt. David aber kann Elise nicht vergessen.
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| FILMKRITIK
Wenn Männer mit Hüten einen unschuldigen Helden durch das Labyrinth einer Großstadt verfolgen, sind sie normalerweise die Gangster oder die feindlichen Agenten in einem Krimi. In „Der Plan“ sind die Gegner des jungen David Norris von einem anderen Kaliber, menschenähnliche Wesen, verkleidete Gesandte aus einer anderen Welt. Sie sorgen seit Anbeginn der Geschichte dafür, dass die Menschen es nicht zu bunt auf der Welt treiben, und nehmen hier und da ein paar Korrekturen vor. Sie sind überall unter uns, aber niemand nimmt sie wahr.
Auf Weisung von oben müssen die Männer mit den Hüten verhindern, dass der Politiker David und die Tänzerin Elise ein Paar werden. Weil David zufällig Zeuge wurde, wie die Männer seinen Freund mental ein wenig umstellten, weiß er nun von ihrer Existenz und auch, dass er Elise nicht wiedersehen darf. Fortan rennt David seiner großen Liebe hinterher, die Verfolger im Schlepptau. Für sein Regiedebüt hat sich der Drehbuchautor George Nolfi, der Werke wie „The Sentinel“ und „Ocean´s Twelve“ verfasste und Co-Autor von „Das Bourne Ultimatum“ war, eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick ausgesucht. Der Thriller mischt diese Fantasie im Sci-Fi-Stil mit einer herkömmlichen Verfolgungsjagd und mit einer romantischen Geschichte, in der Matt Damon als David Norris einmal ungewohnt verliebt sein darf.
Matt Damon ist der Sympathieträger, der auf die aberwitzigen Dinge, die ihm die Männer mit den Hüten sagen, auch mal eine spöttische Antwort riskieren darf. Drei Jahre lang irrt dieser Verliebte durch die graue Stadt, bis er Elise durch Zufall erneut begegnet. Die Allgegenwart der Männer mit den Hüten und ihr Liebesverbot lasten schwer auf der Identifikationsfigur, die sich abstrampelt, um dieser Film-Noir-Stimmung zu entkommen. Emily Blunt passt als Elise mit ihrer aristokratischen, geheimnisumwobenen Aura hervorragend zum düsteren, romantischen Charakter der Geschichte.
Die Männer mit den Hüten sehen aus wie „Die Unbestechlichen“ um Eliot Ness in der gleichnamigen TV-Serie, und auch die Architektur New Yorks spiegelt eine Epoche aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Das Gebäude, in dem das Umstellungsbüro seinen Sitz hat, ist ein Fantasiemix aus verschiedenen architektonischen Vorlagen in der Stadt und strahlt eine elegante Pracht vergangener Tage aus. Die Stadt spielt im Laufe des Films mit seinen Verfolgungsszenen eine immer größere Rolle, es gibt magische Türen, die überraschende Ausblicke ermöglichen, Verbindungen herstellen zwischen verschiedenen Orten in der Metropole.
Die Kulisse entspricht mit ihrer Mischung aus steinernem Grau und luftiger Weite dem Inhalt. Die Durchlässigkeit der gewohnten Realität für unbekannte Einflüsse macht neugierig, könnte dem Individuum vielleicht neue Wege eröffnen. Die Männer mit den Hüten sprechen irgendwann in philosophischer Weise vom freien Willen, doch es bleibt David überlassen, herauszufinden, ob es ihn gibt. Dabei ist er meistens in Bewegung und weist auch den Zuschauern einen unterhaltsamen Weg, den logischen Schlingen des im übrigen doch recht konventionellen Thrillers auszuweichen.
| FAZIT
George Nolfis Regiedebüt beschert Matt Damon eine romantische Rolle in einem stimmungsvollen Thriller mit Gegnern der etwas anderen Art.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung