Montag | 28. Mai 2012 | 16:07 Uhr
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  • FILM REVIEW | Ohne Limit
  • Ohne Limit

    Thriller | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Eddie Morra lebt als erfolgloser Schriftsteller in New York. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als ihm sein Ex-Schwager die Wunderpille NZT gibt. Er sagt, sie sei ein noch nicht getestetes Medikament, das von einem Pharmazieunternehmen entwickelt wird. Es soll den Menschen ermöglichen, nicht nur die üblichen 20 Prozent ihres geistigen Potenzials zu nutzen, sondern 100 Prozent.

    Der skeptische Eddie nimmt die Pille ein und schon beginnt sein Höhenflug: Er kann besser wahrnehmen, erinnern, denken als normale Menschen. Sein Pillenlieferant wird ermordet, aber Eddie findet dessen geheimen Drogenvorrat. Rasch macht er Karriere an der Wall Street. Sogar der Finanzmogul Carl Van Loon nimmt bald seine Dienste in Anspruch. Doch Eddie bekommt auch massive Probleme: Ein russischer Gangster interessiert sich für sein Medikament, welches außerdem nicht unbegrenzt vorhanden ist, schlimme Nebenwirkungen verursacht und sich auch nicht einfach absetzen lässt.
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      • | FILMKRITIK

      • „Ohne Limit“ ist ein rauschhafter Thriller, Höhenflug und Höllentrip eines Mannes zugleich, der das scheinbar perfekte Rezept für ein Leben auf der Überholspur gefunden hat. Die Pillen, die er einnimmt, kann man wahlweise eine Wunderdroge oder ein Medikament zur Leistungssteigerung nennen: Wer sie einnimmt, macht keine Fehler mehr, nutzt das volle Potenzial seines Gehirns und ist damit anderen Menschen um Längen voraus. Bradley Cooper spielt den gedopten Senkrechtstarter Eddie Morra, der erfahren muss, dass seine Pillen auch schreckliche Nebenwirkungen haben und der ins Visier von Gangstern und Polizisten gerät.

        Regisseur Neil Burger und Drehbuchautorin Leslie Dixon fanden sehr ansprechende Mittel, um aus der Romanvorlage „Stoff“ von Alan Glynn einen durchgehend spannenden Kinofilm zu machen. Bradley Cooper, bisher vor allem in der leichteren Unterhaltung beheimatet mit Rollen wie in „Hangover“, schafft den Spagat vom Tagträumer und Loser, der er am Anfang der Geschichte ist, zum wie unter Strom stehenden Überflieger mit dem stechenden Blick mühelos.

        Coopers blaue Augen sind wie Fixpunkte in dem rasanten Geschehen, sie drücken eine unschuldige und vertrauensvolle Grundhaltung Eddie Morras aus. Der Mann ist aber auch ein Süchtiger, der sich auf dem Weg nach oben egoistisch, berechnend und rücksichtslos verhält. Dieser Zwiespalt der Werte, auf der einen Seite gut und harmlos zu sein, auf der anderen aber gefühllos und getrieben, macht diese Hauptfigur so spannend.

        Der Regisseur findet innovative optische Mittel, um die Wirkung des Medikaments zu zeigen. Es gibt grafische Zooms in die neuronalen Verschaltungen im Gehirn und Lichtveränderungen in der Umgebung, wenn Eddie Morra die Pille einnimmt. In der abendlichen Lichterstadt fährt die Kamera im Zeitraffer in einen sich verengenden Tunnel – das sind dann die Stunden, in denen der Mann die Stadt wie im Sturm erobert, auf jeder Party zu finden ist und am nächsten Morgen nicht mehr weiß, was er getan hat. NZT verursacht Blackouts. Eine junge Frau, mit der er ein paar Stunden im Hotel verbracht hat, wird am Morgen ermordet aufgefunden und Eddie Morra fragt sich, ob nicht etwa er der Täter war, nach dem die Polizei sucht.

        Der Tonfall des Films ist immer wieder von kühler Ironie durchzogen. Ihre Sucht bringt die Hauptfigur in solche Not, dass sie sogar einmal das Blut eines toten Gangsters trinkt, weil sich darin gerade der magische Wirkstoff befindet. Zu den Höhepunkten des Films gehört das Duell zwischen dem Börsenneuling und dem erfahrenen Finanzprofi Carl Van Loon, der gewohnt doppelbödig von Robert De Niro gespielt wird. Auch ein geistig gedopter Mensch, so die Hypothese in diesem Kräftemessen, kann sich in einem Umfeld altgedienter Strippenzieher nicht so einfach an die Spitze der Rangordnung setzen.
      • | FAZIT

      • Pure Spannung herrscht in diesem rauschhaften Thriller über einen Mann, der mit Hilfe einer Droge zum geistigen Überflieger wird.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.2/10 (14 votes)

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