In einem kleinen verpennten Kaff aufzuwachsen ist ja nun echt nie der Hit – aber die siebzehnjährige Bliss (Ellen Page) hat es mit ihrem texanischen Nest wirklich extra schlimm erwischt. Auch die Schönheitswettbewerbe, zu denen sie ihre Mutter (Marcia Gay Harden) schickt, empfindet sie nicht als willkommene Abwechslung – sehr zum Leidwesen der werten Mama.
Als Bliss durch Zufall ein Flyer eines Roller Derbys in der nächst größeren Stadt in die Hände fällt, ändert sich alles: Der wilde Sport und die toughen Frauen (u.a. Drew Barrymore und Juliette Lewis) imponieren ihr. Sie schummelt bei ihrem Alter, nimmt am Probetraining teil und schafft es in die Mannschaft der Hurl Scouts. Schnell wird der Vollkontaktsport zum Wichtigsten in ihrem Leben, dafür vernachlässigt sie sogar ihre beste Freundin Pash (Alia Shawkat) und belügt ihre Eltern. Logisch, dass das nicht lange gut geht...
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| FILMKRITIK
Jaja, wieder mal eine Coming-of-Age-Geschichte im Gewand eines Sportfilms. Aber es ist das Regiedebüt von Drew Barrymore und ja, für ihren ersten Film bediente sie sich eines bereits mehrfach erprobten Erfolgsrezepts: Man nehme eine junge sympathische Außenseiterin als Protagonisten, füge ihr in gleichem Maße schrullige wie drollige Eltern (die nur das Beste für ihr Kind wollen, auch wenn sie dabei die Realität manchmal aus den Augen verlieren) sowie eine supercoole beste Freundin bei und verorte das Ganze in einem verschlafenen Nest. Würze es mit einer Prise Wortwitz und weiteren skurrilen Nebenfiguren. Danach alles gut mit einer Portion Auf-und-Ab vermischen, einen Spritzer erste Liebe beifügen und bei Indiefilm-Temperatur backen. Zum Schluss noch mit guter Musik verzieren und fertig ist ein nicht unbedingt besonders origineller, aber trotzdem sehenswerter Film.
Besonders wird dieser Film in erster Linie, weil Drew Barrymore ein hervorragendes Schauspielerensemble zusammengetrommelt hat und man jedem einzelnen die Spielfreunde anmerkt. Angefangen bei Andrew Wilson, der den spleenigen Trainer „Razor“ spielt und allen voran Juliette Lewis als fiese „Iron Maven“, Captain des stärksten gegnerischen Teams, die hier einmal mehr überzeugend eine Frau mit White Trash-Touch mimt sowie Drew Barrymore in der Rolle der cholerischen „Smachley Simpson“, die mit ihren Karambolagen und verbalen Ausfällen deutlich zur Komik des Films beiträgt. Nicht zu vergessen Ellen Page. Die Rolle der Bliss wirkt wie ihr auf den Leib geschneidert, aber der Zuschauer wird nicht umhinkommen zu bemerken, dass Bliss quasi Junos Doppelgängerin ist, zwar fehlt das freche Mundwerk, schlagkräftig ist Bliss aber auf andere, eben wortwörtliche Art.
Auch wenn die Handlung nicht unbedingt vor Originalität strotzt, so hat Barrymore immerhin die vor allem hier zu Lande unbekannte Sportart des Roller Derbys für die Leinwand entdeckt. Im Gegensatz zu allen möglichen Ballsportarten wurde diese nämlich noch nicht für filmische Zwecke verwurstet. Die Regeln eines Roller Derbys an dieser Stelle zu erklären, ist überflüssig. Wichtig ist nur, dass es darum geht, mit vollem Körpereinsatz zu verhindern, dass die andere Mannschaft das Rennen gewinnt, um es natürlich für sich selbst zu entscheiden. Die Szenen auf der Rollschuhbahn sind das Herzstück des Film. Rasant gefilmt und schnell geschnitten – spannend, hart und komisch zugleich, Dank der waghalsigen Manöver der Hurl Scouts.
„Whip it!“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Shauna Cross, die ihre Geschichte auch selbst für die Leinwand adaptierte. Barrymore ist damit ein Feel-Good-Movie über eine Siebzehnjährige gelungen, die sich selbst findet, ihre erste Liebe und einen eigenen Weg heraus aus der piefigen Kleinstadt.
| FAZIT
Ein gelungenes Feel-Good-Movie übers Erwachsenwerden, die Liebe zu den Eltern, die es einem nicht immer einfach machen und darüber, dass man manchmal Dinge nur für sich selbst tun muss.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung