John Constantine hat eine Gabe: Er kann die Engel und Dämonen erkennen, die heimlich unter uns leben, die versuchen, die Menschen zum Guten oder zum Bösen zu beeinflussen. Doch diese Gabe ist für Constantine ein Fluch, und deshalb hat er sich auch umgebracht – wurde aber wieder auf die Erde zurückgeschickt, und nun versucht er, so viele „Halbblüter“ wie möglich unschädlich zu machen. Mit Exorzismen und Beschwörungen treibt er die Dämonen direkt in die Hölle – doch dann wird er von der Polizistin Angela in eine Sache hineingezogen, die seine Möglichkeiten beinahe übersteigt. Angelas Zwillingsschwester, die wie Constantine die Gabe des Sehens hatte, war von dämonischen Einflüsterungen getrieben vom Dach gesprungen, und weil Selbstmord eine Todsünde ist, muss sie nun in der Hölle schmoren. Und Angela will die wahren Beweggründe der Tat ergründen, zusammen mit Constantin. Dabei wird mehr und mehr klar, in welch diabolischer Intrige sie sich verstricken, denn der Sohn des Teufels selbst will über ein Medium auf die Erde gelangen und dort eine Höllenherrschaft antreten…
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| FILMKRITIK
Rauchen ist ungesund, und Constantine weiß das. Denn seine Lungen sind schon voller Tumore, und er hat nicht mehr lange zu leben. Das treibt ihn an, noch härter gegen Dämonen und Halbwesen vorzugehen, denn er weiß: Wenn er stirbt, fährt er direkt in die Hölle, und das ist kein angenehmer Ort – zumal die meisten Wesen dort von ihm selbst in die Unterwelt der Verdammten geschickt wurden.
John Constantine hatte Selbstmord begangen, er war auf die Erde zurückgekehrt – und als Selbstmörder ist ihm jeder Zugang zum Himmel versperrt. Er will sich freikaufen, er will Besessene erlösen und die Macht des Teufels auf Erden schmälern.
John Constantine ist ein Exorzist, der nicht an Gott glaubt, gerade weil er weiß: Er war in der Hölle, und er ist dem Teufel von der Schippe gesprungen. Er glaubt an das Böse, doch das Gute, Gott, ist ihm fern: Gott ist für ihn ein Kind vor einem Ameisenhaufen, Gott ist nicht tot, hat aber keinen Plan.
Vielmehr versuchen die Dämonen der Hölle mehr und mehr, das Gleichgewicht der Kräfte auf Erden zu stören: sie versuchen verstärkt, aus dem Jenseits in die Dimension der Erde zu gelangen, obwohl das dem Waffenstillstand zwischen Gott und dem Teufel widerspricht – und John Constantine sieht sich als Kämpfer allein den Horden der Hölle gegenüber, seine wenigen Helfer werden immer weiter dezimiert…
Das ist eine wunderbare Szene, wie ein Priester, der mit seinen Visionen Constantine unterstützt, sich dem Teufel Alkohol ergibt, in einem Schnapsladen, wo er sich innerhalb von Minuten totsäuft, ohne dass er es bemerkten würde, denn aus den Flaschen scheint kein Tropfen Schnaps in seine Kehle zu fließen. Und die Figur des Chas Kramer, Constantines Lehrling, der nur dafür da ist, um Constantine herumzuchauffieren, ist dramaturgisch völlig sinnlos; offenbar nur dafür geschaffen, dass am Ende, wenn Chas’ großer Moment gekommen scheint, sich die Figur ganz unvermutet totläuft – eine vom Film äußerst geschickt aufgebaute Sackgasse der Figurenkonstellation.
Mit allerlei mystischem Kram hat es Constantine zu tun, mit der Heiligen Lanze, die im Film „Speer des Schicksals“ heißt, die Jesus am Kreuz in die Seite gestochen wurde, mit Visionen, Kreuzen, Weihwasser, mit der Bibel der Hölle und mit dem Übergang in andere Dimensionen, einer in Rot getauchten postapokalyptischen Stadtlandschaft, in der sich die digitalen Dämonen tummeln. Das Mystische hat hier Vorrang vor dem Mythischen, und großen Sinn macht das ganze nicht. Zu krude wirkt die auf den Film aufgegossenen theologischen Ausflüge, die rein der Dramaturgie und dem Plot des Films geschuldet sind; doch der düstere Blick auf die Welt ist dennoch ein ziemliches Vergnügen, den der Film als eine Art Markenzeichen vor sich herträgt: denn es gibt hier noch etwas schlimmeres als den Teufel, der wenigstens nach den Regeln spielt, das Diabolische ist das Normale, und Luzifer kann auch nicht ausgetrickst werden, Constantine muss es am eigenen Leib erfahren, als er am Ende beinahe in den Himmel auffährt, aber eben nur beinahe…
„Constantine“ ist eine Comicverfilmung, irgendwo zwischen Thriller und Fantasy, eine Mischung aus „Exorzist“ und den „Ghostbusters“; einige erstaunliche visuelle Erfindungen des Regisseurs heben ihn über den Durchschnitt der B-Mystery-Thriller, und deshalb sind die zwei actionreiche Stunden nicht verloren.
| FAZIT
Mystery-Thriller um Satans Kampf um die Welt: Vergnügliches Actionspektakel
| BEWERTUNG
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