Montag | 28. Mai 2012 | 16:11 Uhr
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  • FILM REVIEW | The Roommate
  • The Roommate

    Thriller, Mystery | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Um Design zu studieren, zieht Sara Matthews (Minka Kelly) von Iowa zur Universität von Los Angeles. Dort macht sie nicht nur sofort Bekanntschaft mit der partysüchtigen Tracy (Aly Michalka) und ihrer Clique, sondern wirft schon bei der ersten Campusparty ein Auge auf den charmanten Drummer Stephen (Cam Gigandet), der ihr über den Trouble mit dem Ex-Lover hinweg hilft. Ebenso versteht sich Sara zunächst bestens mit ihrer Zimmergenossin Rebecca (Leighton Meester) aus reichem Haus. Doch allmählich verhält sich die neue Freundin immer besitzergreifender und reagiert mit unverhohlener Aggression, wenn sie von der Mitbewohnerin nicht die gewünschte Aufmerksamkeit erhält. Fast schon zu spät muss Sara erkennen, dass Rebecca unter schweren psychischen Störungen leidet und vor keiner Gewalttat zurück schreckt, um dem Ziel ihrer Obsession nahe zu sein.
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      • | FILMKRITIK

      • Seit einigen Jahren produziert Sony weichgespülte Remakes für eine nachgewachsene Kinogänger-Generation, die moderne Schocker und Krimiklassiker der Siebziger und Achtziger höchstens aus gelegentlichen TV-Ausstrahlungen kennt. Im Hinblick auf das junge Publikum bleibt bei diesen auf ein PG-13-Rating abzielenden Nachziehern jeder echte Thrill und jede eigene Handschrift auf der Strecke, wie man bei den Neuauflagen von „The Fog“, „The Stepfather“, „When a Stranger Calls“ und Co. erkennen kann. „The Roommate“ des dänischen Regisseurs Christian E. Christiansen nach einem Drehbuch von Horrorproduzent Sonny Mallhi stellt hierbei keine Ausnahme dar. Obwohl kein Hinweis auf das Original erfolgt, handelt es sich doch bis in einzelne Wendungen hinein um eine deutliche Teenie-Variante des Barbet Schroeder-Hits „Weiblich, ledig, jung, sucht“ von 1992.

        Wo der Vorläufer vor seinem aus dem Ruder laufenden, unglaubwürdigen Schock-Finale überdurchschnittliche Darsteller-, Kamera- und Inszenierungsleistungen bot, wirkt der Neuaufguss wie ein routiniertes, vorhersehbares TV-Movie der Woche - sieht man einmal von der recht professionellen Fotografie im Scope-Format ab. Dazu passt es, dass die Akteursriege weitgehend aus populären Fernsehserien rekrutiert wurde wie Minka Kelly aus „Parenthood“, die in ihrer Psychopathenrolle überforderte Leighton Meester aus „Gossip Girl“, Danneel Ackles aus „One Tree Hill“ oder Nina Dobrev aus „The Vampire Diaries“. Gemeinsam wirken sie mehr wie schauspielernde Models, weshalb die Regie mit Oberflächenchic mangelnden Tiefgang zu überspielen versucht. Nicht umsonst studiert die Protagonistin Modedesign und liefert im Unterricht Weisheiten über den Umgang mit dem schönen Schein ab, was ihren eitlen Professor so sehr beeindruckt, dass er ihr gleich an die Wäsche will – Billy Zane sticht immerhin in seinen wenigen Szenen deutlich heraus.

        Die schreckhaften jungen Mädchen in unserer Vorführung hätten gar nicht bei jeder Gewalttat wegsehen müssen, denn in seiner Ausrichtung auf ein minderjähriges Publikum blendet „Roommate“ in den Schockmomenten stets rechtzeitig ab. Etwas Horror soll es zwar sein, aber bloß nicht zuviel. Ebenso bleiben mögliche homoerotische Motive zwischen der Stalkerin und ihrem Opfer unausgesprochen. Bei einem Discobesuch agiert Rebecca zwar als Lesbe, aber nur, um eine Freundin ihrer Angebeteten in die Falle zu locken. Dagegen wirkt ihr Hintergrund als reiches, verwöhntes Kind auf der Suche nach Liebe, das nur die notwendigen Tabletten nicht nahm, oberflächlich und wenig einleuchtend. Wenn Christiansen zu Beginn Richard Prince’ verstörendes Nachtschwester-Gemälde ins Spiel bringt, welches schon Sonic Youth für das Cover ihres herausragenden Albums „Sonic Nurse“ verwendeten, ist dies ein Versprechen, das der folgende langatmige Film nicht einzulöst. Da nutzt es wenig, noch den angesagten Hit „We Are the People“ von Empire of the Sun in den ansonsten austauschbaren Soundtrack zu integrieren, wenn nicht einmal ein fesselndes Finale die schwerfällige Angelegenheit abzuschließen vermag.
      • | FAZIT

      • Fade Neuauflage des mehrfach variierten Motivs vom Psychopath im eigenen Heim, dem auch keine hippe TV-Besetzung auf die Sprünge helfen kann.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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