Als er noch ganz klein war, wurde der Ara Blu im brasilianischen Urwald gefangen und nach Minnesota verschleppt. Dort fand ihn das Mädchen Linda auf der Straße und nahm ihn zu sich. Nun ist Linda eine junge Frau und Blu ein ausgewachsener blauer Vogel, der Bücher liest, aber nicht fliegen kann. Eines Tages bringt der Wissenschaftler Tulio die Nachricht, dass Blu das letzte männliche Exemplar seiner Art auf der Welt ist. In Rio de Janeiro gibt es noch ein letztes Ara-Weibchen, Jewel. Damit die Art nicht ausstirbt, soll Linda mit Blu also nach Brasilien fliegen.
In Tulios Vogel-Pflegestation in Rio verläuft das Treffen von Blu und Jewel wenig romantisch, denn Jewel schätzt im Gegensatz zu Blu das Leben in Gefangenschaft gar nicht und schimpft ihn ein Plüschtier. Der böse Kakadu Nigel und ein paar Menschen, die mit dem Verkauf seltener Vögel reich werden möchten, stehlen Blu und Jewel. Diese können zwar bald entkommen, doch sind sie nun am Fuß aneinandergekettet und Jewel muss mit Blu davontrippeln, weil er ja nicht fliegen kann. Linda und Tulio suchen in der Stadt, in der Karneval gefeiert wird, fieberhaft nach Blu, der inzwischen mit Jewel den hilfsbereiten Tukan Rafael kennen lernt. Nigel aber will das Paar nicht entkommen lassen.
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| FILMKRITIK
Regisseur Carlos Saldanha, der mit den „Ice Age“-Filmen berühmt wurde, besucht mit der lebenslustigen Animationsgeschichte „Rio“ seine brasilianische Heimatstadt. Die Stadt am Zuckerhut ist im Sambafieber des Karnevals, als Linda und ihr Papagei Blu aus dem verschneiten Minnesota in den USA hier eintreffen. Der Blau-Ara soll mit dem Weibchen Jewel die Liebe entdecken und seine Art vor dem Aussterben retten, aber zunächst muss das ungleiche Paar den skrupellosen Dieben entkommen, die es verfolgen. Die turbulente Jagd durch Rio ist gespickt mit Tanz und Gesang, lustigen Tiercharakteren und Dialogwitz.
Die Geschichte beginnt im Dschungel Brasiliens, wo die bunten Vögel auf jedem Ast das Tanzbein schwingen. Mit ihren Sambarhythmen stimmen sie auf die sommerlich-lockere Party-Atmosphäre ein, die den ganzen Film durchzieht. Wenn Jahre später der Ara Blu und seine amerikanische Besitzerin in Rio landen, geht die Party augenblicklich wieder los. Nicht nur die Menschen ziehen tanzend durch die Straßen, auch Vögel wie Pedro und Nico wippen im Takt der Musik. Der Film malt die Postkartenkulisse von Rio mit dem Zuckerhut und der Copacabana zu einer Stadt wie aus einem lustigen Bilderbuch aus, mit fröhlichen und hellen Farben. Sie besitzt eine naive Zeitlosigkeit, die Lust auf Erkundungen macht.
Blu und das Ara-Weibchen Jewel sitzen später einmal entspannt auf dem Dach einer Straßenbahn und lassen sich auf ihrer Stadtrundfahrt vom Licht, den blühenden Bäumen, dem Charme der Viertel verzaubern. Überhaupt haben die Vögel in dieser Geschichte erstaunlich menschliche Eigenschaften und sehen dennoch sehr natürlich aus in ihrem Federkleid. Außer den schönen Kulissen beeindruckt vor allem die minutiös genaue Darstellung der Vögel, jede einzelne Feder sieht dabei wie echt aus. Der böse Kakadu Nigel ist optisch besonders gut geraten, wodurch sein Gefieder ein Gegengewicht zu seinem Charakter bildet.
Mit großer Sorgfalt sind die verschiedenen Ebenen des 3D-Raums ausgestaltet. Es sieht immer wieder wunderbar aus, wenn im Vordergrund einer der Vögel einen Flügel spreizt, gestochen scharf und zum Greifen nah, während man gleichzeitig in der Szenerie dahinter forschen kann. Auch in den geschlossenen Räumen wirkt 3D gewinnbringend eingesetzt und es gibt keine störenden Unschärfen. Einige Aufnahmen bleiben als markante Bilder im Gedächtnis, wie die Christus-Statue mit ihren ausgebreiteten Armen, der sich die Kamera aus der Luft nähert. Auch Sturzflüge in die Tiefe gibt es, aber der 3D-Genuss in diesem Film ist nicht auf die schrille Sensation angewiesen.
Die optische Qualität wird jedoch erst im Zusammenspiel mit der pfiffigen Handlung zum Filmvergnügen für die ganze Familie. Es gibt viele verschiedene inhaltliche Glanzlichter, wie die Figur des gestressten Familienvater-Vogels Rafael, oder die Szene, in der Blu und Jewel auf einem Drachenflieger landen. Ein paar hübsche Gesangsnummern begleiten die Dialoge mit ihrem frechen Witz, der auch erwachsene Zuschauer zu erheitern versteht.
| FAZIT
Auf der Flucht vor Gangstern erleben zwei Papageien den Karneval in Rio: pfiffiges, hervorragend animiertes Vergnügen in 3D und Sambalaune.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung