Winnie Puuh sucht im Hundertmorgenwald nach Honig, wo er den Esel I-Aah trifft. Er stellt fest, dass der Esel seinen Schwanz verloren hat. Also veranstalten Puuh, Eule, Tigger, Rabbit, Ferkel, Kanga und Klein-Ruh gemeinsam mit Christopher Robin einen Wettbewerb, um dem Esel einen neuen Schwanz zu besorgen. Als Preis wird ein Topf Honig ausgelobt.
Bevor jedoch für I-Aah ein auf Dauer geeigneter Schwanz gefunden werden kann, sorgt ein Brief von Christopher Robin für Wirbel. Eule liest ihn vor und verkündet, Christopher Robin sei von einem Balzrück entführt worden. Die Freunde beschließen, dem Ungeheuer eine Falle im Wald zu stellen.
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| FILMKRITIK
Für die jüngsten Fans des Teddybären Winnie Puuh aus den Geschichten von A.A. Milne hat Disney ein handgezeichnetes Animationsabenteuer geschaffen, in welchem es weder hektisch, noch grell zugeht. Die Figuren steigen zu ihren Streifzügen wiederholt aus den Seiten eines Buches herab und erinnern so an ihre Herkunft - als Zeichnungen von E.H. Shepard - in Milnes über 80 Jahre altem Klassiker der Kinderliteratur. Eine ganze Textzeile wird dem Bären mit dem dicken Bäuchlein in diesem Film einmal unter den Füßen weggezogen, so dass er feststellen muss: „Die Geschichte geht mir zu schnell!“
Mit dem doppeldeutigen Witz der Dialoge und den zeitlos einfach gezeichneten Figuren greift der Film der Regisseure Stephen J. Anderson und Don Hall den Charme der Originalgeschichten treffend auf. Die mit feinen Bleistiftstrichen skizzierten Naturlandschaften sind zu Aquarellen ausgemalt. Die Farbgebung ist geschmackvoll und in der Intensität zurückgenommen. Zum Filmteam gehört der Senior-Story-Artist Burny Mattinson, einer der Trickzeichner, die noch mit Walt Disney gearbeitet haben. Mattinson war als Trickzeichner an den Kurzfilmen beteiligt, die 1977 zu „Die Abenteuer von Winnie Puuh“ zusammengefasst wurden. Auf den Stil dieser Filme besinnt sich der jetzige explizit zurück, jedoch mit einer neuen Geschichte: Aus den Buch-Abenteuern wurden verschiedene Ideen und Handlungen aufgegriffen und abgewandelt oder ausgeschmückt.
Es gibt eine männliche Erzählstimme, die mit einigen Figuren hin und wieder spricht. Wenn Pu zum Beispiel „Denk, denk, denk“ murmelt, rät der Mann, er solle sich Zeit nehmen, was Pu ganz wörtlich als Tipp versteht, eine Uhr zu holen. Das Spiel mit den Wörtern, die an anderer Stelle mal zu Buchstaben auseinander purzeln, aus denen sich ein Klettergerüst bauen lässt, wirkt frisch und kreativ und dürfte die kleinen Zuschauer neugierig auf Bücher machen. Auch die Hauptidee mit dem Ungeheuer Balzrück spielt mit der Sprache und ihren Tücken.
Neben dem Bären mit dem roten Hemdchen und der Leidenschaft für Honig haben vor allem der muntere Tigger, der wie gewohnt auf seinem Schwanz wie auf einer Spiralfeder herumspringt, der trübsinnige Esel I-Aah, die Memoiren schreibende Eule und das ängstliche, aber hochmotivierte Ferkel größere Rollen. Ein paar hübsche Lieder garnieren die Handlung, darunter der „Winnie Puuh Song“. Barbara Schöneberger singt in der deutschen Version. So wie die Musik mal flott, mal lieb daherkommt, gibt es auch stilistisch unterschiedliche Animationen, etwa für Puuhs Honigtraum oder für die Gedanken, die sich Rabbit in der Grube macht.
Die Handlung und die Überlegungen, die Puuh und seine Freunde anstellen – und die immer wieder zu kleinen Umwegen und Verwicklungen führen - , kennen keine Eile, so wenig wie der kleine Bär, der eigentlich Christopher Robins Stofftier ist und als solches der Inbegriff von Ruhe und Zuversicht. Die zahlreichen Witze entstehen erst, indem die Figuren auch scheinbar Nebensächliches einen Moment länger betrachten. Das ergibt dann wieder kurzweilige Unterhaltung, die insgesamt, dem Publikum im Kindergartenalter entsprechend, nur rund eine Stunde dauert.
| FAZIT
Schön gezeichnete Animation für das kleine Kinopublikum, die den Charme von A.A. Milnes Geschichten treffend einfängt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung