Jacob Jankowski will 1931 gerade seinen Abschluss in Tiermedizin an der Universität Cornell machen, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Ihr ganzer Besitz fällt an die Bank und Jacob bricht sein Studium ab. Er springt auf einen fahrenden Zug, mit dem der Benzini-Bros.-Zirkus unterwegs ist. Jacob wird dort aufgenommen als Tierarzt, dann soll er auch die Elefantendame Rosie trainieren.
Jacob verliebt sich in den Zirkusstar Marlena, die Frau des Direktors August Rosenbluth. Ihre allabendliche Nummer auf dem Rücken von Rosie ist die Hauptattraktion des Zirkus und bewahrt diesen davor, ein weiteres Opfer der Wirtschaftskrise zu werden, die das ganze Land im Griff hat. Der Direktor und Besitzer herrscht über seinen Zirkus wie ein Despot. Zwar betrachtet er Jacob als Freund, aber auch dieser ist machtlos gegen seine Gewaltausbrüche. Marlena und Jacob versuchen, ihre Gefühle füreinander geheim zu halten.
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| FILMKRITIK
„Wasser für die Elefanten“ von Regisseur Francis Lawrence ist ein bezaubernd inszeniertes Melodram. Vor der nostalgischen Kulisse eines Zirkus aus dem Jahr 1931, der in einem Dampfzug durch das von der Großen Depression gebeutelte Amerika fährt, entwickelt sich eine spannungsgeladene Liebes- und Eifersuchtsgeschichte. Die drei Hauptdarsteller Christoph Waltz, Reese Witherspoon und Robert Pattinson spielen leidenschaftlich und facettenreich und verleihen ihren Rollen Lebendigkeit und Glanz.
Der erfahrene Hollywood-Drehbuchautor Richard LaGravenese, zu dessen Romanadaptionen „Die Brücken am Fluss“ und „Der Pferdeflüsterer“ zählen, hatte hier als Vorlage den gleichnamigen Roman von Sara Gruen aus dem Jahr 2006. Er fügte der romantischen Geschichte unter anderem eine Rahmenhandlung hinzu. So besucht am Anfang der alte, von Hal Holbrook gespielte Jacob Jankowski einen Zirkus und erzählt dem neugierigen Direktor, was vor dem jähen Ende des berühmten Benzini-Bros.-Zirkus im Jahr 1931 geschah.
Jacobs Erzählstimme im Off begleitet die Retrospektive, die sich über beinahe die gesamte Filmlänge erstreckt. Kameramann Rodrigo Prieto findet atmosphärisch dichte Bilder für den Glanz und das Elend, die im Benzini-Bros.-Zirkus eng verwoben sind und er legt einen Lichtschleier darüber, der sowohl den Zauber, als auch die Unerreichbarkeit der vergangenen Zeit repräsentiert. Jacob wird im Zug von Arbeitern aufgenommen, die für den Aufbau des Zeltes, für die Tiere und alles weitere rund um die Vorstellung zuständig sind. Nach diesem Fußvolk, aus dem Kranke, Störenfriede oder Überzählige ab und zu in voller Fahrt aus dem Zug geworfen werden, kommen in der Zirkushierarchie die Artisten. An der Spitze, in seinen üppig ausgestatteten Privaträumen, tafelt der Direktor mit seiner Frau Marlena und seinem häufigen Gast Jacob.
Christoph Waltz spielt den Zirkusdirektor als fesselnde, Faszination und Angst erzeugende Persönlichkeit. August hat zwei Gesichter, die sich unberechenbar abwechseln. Mühelos kann er Jacob seine Begeisterung für das Geschäft mit der Illusion vermitteln. Einmal, als Jacob beichtet, dass er kein fertig ausgebildeter Tierarzt ist, antwortet August belustigt, dass der Zirkus ohne Aufschneiderei, ohne Übertreibung gar nicht denkbar sei. Er bewundert Jacob für seine Bildung und weiht ihn in seine Pläne und seine finanziellen Nöte ein. Doch im nächsten Moment wird er gefährlich, verlangt Unterordnung, bedroht seine geliebte Frau und rächt sich brutal an der Elefantendame Rosie.
Die Figur von Christoph Waltz ist der Mittelpunkt, um den sich Reese Witherspoon als Marlena und Robert Pattinson als Jacob oft stumm gruppieren, als Zuschauer, Begleiter, versteckt mit Blicken Kommunizierende. Pattinson, der über weite Strecken seine Liebe für Marlena und seine Wut auf August in seinem Inneren zügeln muss, knüpft dabei in gewisser Weise an seine Vampirrolle der „Twilight“-Filme an, lässt sie aber auch deutlich hinter sich. Witherspoon spielt die selbstbeherrschte, illusionslose junge Frau, die sich an den Glanz der Zirkuswelt klammert, sowohl spannungsgeladen, als auch reif und differenziert. In ihrem Zusammenspiel zu dritt schaffen diese Schauspieler großes Kino.
| FAZIT
Vor einer Zirkuskulisse des Jahres 1931 brillieren Christoph Waltz, Reese Witherspoon und Robert Pattinson in einem spannungsreichen Liebesdrama.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung