Montag | 28. Mai 2012 | 19:46 Uhr
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  • FILM REVIEW | Mein Freund Knerten
  • Mein Freund Knerten

    Abenteuer, Familie, Komödie | Norwegen 2009
  • | INHALTSANGABE

  • Der norwegische Junge Lillebror zieht mit seinen Eltern und dem älteren Bruder Phillip aufs Land. Das Holzhaus im Wald entpuppt sich als äußerst baufällig und Lillebror hat niemanden zum Spielen. Aber da wirft der Vater eines Tages beim Zweigeschneiden eine Holzfigur vom Baum, die wie ein geschnitztes kleines Männchen aussieht. Es spricht mit Lillebror und stellt sich ihm als Knerten vor. Fortan sind der Junge und Knerten die besten Freunde, sie bestehen imaginäre Abenteuer im Wald und helfen sich gegenseitig aus der Patsche.

    Aber es gibt auch Probleme, die sich nicht so leicht lösen lassen: Der Vater verdient als Verkäufer von Damenunterwäsche kein Geld und es ist fraglich, ob die Familie ihr Haus behalten kann. Knerten ist außerdem gar nicht erfreut, als Lillebror sich mit dem gleichaltrigen Mädchen Vesla anfreundet.
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      • | FILMKRITIK

      • Eine wunderbare Mischung aus Komik und Fantasie bietet sich den Zuschauern, die die Erwachsenenwelt mit den Augen des Kindes Lillebror betrachten. Der norwegische Film „Mein Freund Knerten“ ist ein altmodisches, ungekünsteltes und erfrischendes Abenteuer für Kinder, das auf den Kinderbüchern von Anne-Catharina Vestly basiert. In der deutschen Übersetzung bekam der Titelheld Knerten in den Büchern den Namen Knorzel. Der Film spielt wie der Beginn der Buchreihe in den sechziger Jahren.

        Lillebror freut sich, als die Familie aufs Land zieht in das angeblich so schöne Haus im Wald. Der Schreiner sagt den Eltern gleich, dass es völlig verrottet sei, aber die bemerken die Reparaturbedürftigkeit der neuen Bleibe erst, als Lillebror durch den morschen Holzboden aus dem ersten Stock fällt. Dem kleinen Jungen wird es im Wald nicht langweilig, denn er hat ja neuerdings Knerten, das sprechende Holzmännchen, das sich wegen seiner handlichen Größe überallhin mitnehmen lässt. Knerten hat Angst vor Ameisen, und Lillebror muss seinen Freund auch davor schützen, vom Vater versehentlich im Kamin verfeuert zu werden. Natürlich glauben die Eltern Lillebror nicht, dass Knerten sprechen kann.

        Lillebrors Welt ist aber nicht nur von der kindlichen Fantasie mit ihren Kämpfen gegen Drachen im Wald geprägt. Die Realität ist ebenfalls voller Gefahren und Herausforderungen. Lillebrors Vater kann in der Umgebung seine Damenunterwäsche nicht verkaufen. Die Mutter übernimmt eine Arbeit im Krämerladen des Dorfes, aber der Besitzer duldet keine Kinder, und Lillebror muss den halben Tag auf der Bank vor dem Laden sitzen. Zwei böse kleine Mädchen haben es auf seinen Knerten abgesehen, und als er mal krank ist und alleine im Haus bleiben muss, rüttelt ein Ungeheuer an der Tür. Es entpuppt sich zwar als eine alte Tante, die auf Lillebror aufpassen soll, doch sie kündigt einen neuen Schrecken an, in Gestalt eines Mädchens, das sie am nächsten Tag mitbringen will.

        Obwohl der Film aus der Perspektive von Lillebror erzählt, wird die Erwachsenenwelt nicht überhöht. Im Gegenteil, viele der Erwachsenen haben ihre kleinen oder größeren Macken, die auch den Kindern nicht entgehen. Der Humor macht gelegentlich ein paar Schlenker ins pädagogisch Unkorrekte, die dafür der Geschichte eine umso realistischere Note verleihen. Die Aufpassertante beispielsweise begrüßt Lillebror mit seinem Knerten auf dem Weihnachtsfest der Gemeinde mit den Worten, auch sie habe heute in der Tasche ihren kleinen Freund dabei, er sei flüssig.

        Regisseur Asleik Engmark gibt mit „Mein Freund Knerten“ sein Spielfilmdebüt, in dem auch der kleine Hauptdarsteller Adrian Gronnevik Smith zum ersten Mal in einem Spielfilm auftritt. Lillebror erscheint als äußerst glaubwürdiger Charakter mit seinem Ernst und seiner Nachdenklichkeit, die er mit kindlichem Ideenreichtum und Unternehmungslust kombiniert. Gut, dass es noch zwei weitere Knerten-Filme aus Norwegen gibt, den bereits dort angelaufenen „Knerten traut sich“ und den für 2012 in Deutschland angekündigten „Knerten i Knipe“.
      • | FAZIT

      • Humorvoller Kinderspaß aus Norwegen, gut austariert zwischen Fantasie und Realismus.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.8/10 (5 votes)

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