Rachel feiert ihren 30. Geburtstag mit gemischten Gefühlen. Denn sie ist noch Single, während ihre beste Freundin Darcy in 61 Tagen heiratet. Der Bräutigam ist Rachels ehemaliger Studienkollege Dex. Nach der Feier trinken Rachel und Dex noch ein Glas zusammen und Rachel gesteht ihm, dass sie an der Uni in ihn verliebt war. Dex ist überrascht, denn auch er war in Rachel verliebt und wie sich bereits im Taxi nachhause herausstellt, hegen beide noch immer starke Gefühle füreinander. Sie landen im Bett, doch das böse Erwachen folgt am Morgen mit einem Anruf der besorgten Darcy: Wo ist Dex?
Für Rachel beginnt eine schwere Zeit, denn als Trauzeugin von Darcy muss sie ihr bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen. Lieber plagt sie sich insgeheim mit Schuldgefühlen, als Darcy den Bräutigam auszuspannen. Und auch Dex ist es nicht gewöhnt, seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Das Versteckspiel entgeht jedoch Rachels platonischem Freund Ethan nicht.
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| FILMKRITIK
Die romantische Komödie von Regisseur Luke Greenfield basiert auf dem gleichnamigen Roman von Emily Giffin. Was soll die Trauzeugin machen, wenn sie merkt, dass sie den Bräutigam ihrer besten Freundin liebt und dieser sie auch? Rachel soll natürlich der Stimme ihres Herzens folgen, sagt ihr Kumpel Ethan. Aber Rachel selbst möchte das Glück ihrer Freundin Darcy nicht zerstören. „Fremd fischen“ überzeugt vor allem als Ensemblekomödie, in der ein Freundeskreis von sechs sehr unterschiedlichen Charakteren für belebende Dialoge und heitere Ausgewogenheit sorgt.
Die Geschichte verknüpft zwei elementare Beziehungsfragen zu einem für Rachel unlösbaren Konflikt: Sie liebt Dex, aber ihre beste Freundin, die sich auf die Hochzeit mit Dex vorbereitet, steht ihr traditionell näher als jeder andere Mensch. Dem Film gelingt es trotz der komödiantischen Ausrichtung, diesen Konflikt glaubhaft herauszuarbeiten und so dem Inhalt Gewicht zu verleihen. Die Verliebtheit von Dex und Rachel während des gemeinsamen Jurastudiums wird in Rückblenden gezeigt, wenn sich die beiden erinnern, was damals eigentlich richtig, und was schief gelaufen ist – denn Rachel ließ es ja zu, dass Darcy sich ihren Dex schnappte.
Ginnifer Goodwin spielt Rachel mit dem unschuldigen Puppengesicht, die ein wenig zu mädchenhaft für ihre 30 Jahre wirkt. Während sie selbst stets zaghaft und voller Skrupel ist, mag sie ihre langjährige Freundin Darcy gerade wegen ihrer gegenteiligen Art. Kate Hudson spielt diese egozentrische Frohnatur erfrischend aufgedreht und hemmungslos. Die blonde Darcy käme nicht im Traum darauf, dass jemand Rachel den Vorzug geben könnte. Bräutigam Dex, den Colin Egglesfield darstellt, sieht aus wie der Inbegriff eines amerikanischen Charming Boy. Er hat Elan und Intelligenz, aber ein wenig zu viel Pflichtbewusstsein, um aus der Rolle des guten Jungen herauszuwachsen.
Zwei männliche Nebenrollen haben die Aufgabe, für freche Wortwechsel zu sorgen. John Krasinski spielt den schlagfertigen Ethan, der zu Rachel hält und Darcy weniger mag, was durchaus auf Gegenseitigkeit beruht. Steve Howey stellt als Marcus den leichtlebigen Genussmenschen dar, der jede Frau um den Finger zu wickeln versucht. An gemeinsamen Wochenenden an der Küste suchen diese jungen New Yorker Erholung, wobei Rachel und Dex vor allem herumdrucksen, um ihre Liebe vor den anderen zu verbergen.
Ziemlich bald stellt sich die Frage, warum Rachel und Dex dieses Versteckspiel nicht beenden und Darcy zur Trauzeugin machen. Nun, sie tun es nicht, wider alle Logik, offenbar damit der Film weitergeht. Die hübschen Aufnahmen eines entspannten Stadtlebens in New York und Umgebung gleichen diesen Makel jedoch ebenso aus wie die spritzigen Dialoge und das gute Spiel der Darsteller. So fühlt man sich ausreichend ernst genommen für eine gute Unterhaltung.
| FAZIT
Gut besetzte romantische Ensemblekomödie über den moralischen Spagat einer Frau zwischen der besten Freundin und der großen Liebe.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung