Dienstag | 29. Mai 2012 | 03:24 Uhr
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  • FILM REVIEW | Priest
  • Priest

    Thriller, Horror | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Der Jahrhunderte andauernde Krieg zwischen Menschen und Vampiren hat die beiden Spezies fast bis zum Rande der Ausrottung gebracht. Während die Menschen in klaustrophobisch engen Städten zusammen gedrängt leben, vegetieren die Vampire in Reservaten.

    Kontrolliert wird diese Situation von der allmächtigen Kirche, deren Elite Krieger, die Priester, nach ihrem Kampfeinsatz in der Bedeutungslosigkeit versinken. In einer scheinbar kontrollierten Situation möchte man die Killermaschinen möglichst vergessen. Geplagt von den Bildern des Krieges und den Kameraden (Karl Urban), die man verloren hat, können manche Priester (Paul Bettany) noch nicht abschließen. Da niemand sie will, verweilen sie am Rande der Zivilisation, fast unsichtbar, böse Schatten der Vergangenheit.

    Doch dann wird die Nichte eines Priesters (Paul Bettany) entführt. Der Sheriff Hicks (Cam Gigandet) vermutet Vampire hinter der Tat. Doch als der Priester die Kirche darum bittet ihn auf einen Aufklärungstrip zu schicken, verweigern sie ihm dies. Eingelullt in seiner eigenen Mähr von Kontrolle, kann Monsignor Orelas (Christopher Plummer) nicht glauben, dass der Krieg noch nicht vorbei ist. Dem Priester wird die Exkommunizierung angedroht, sollte er sich dem Gebot der Kirche widersetzen. Denn gegen die Kirche zu handeln, heißt gegen Gott zu handeln.

    Als der Priester die Stadt dennoch verlässt, schickt die Kirche vier andere Priester, unter anderem auch eine Priesterin (Maggie Q) hinter dem Aufständigen her. Ungeahnt dessen, das dies nur der Vorbote eines größeren teuflischen Plans ist, machen sich der Priester und der Sheriff auf den Weg Lucy (Lily Collins) zu retten.
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      • | FILMKRITIK

      • Ein postapokalyptischer Sciene-Fiction Thriller, in einer alternativen Welt, in der Menschen und Vampire seit Jahrhunderten gegeneinander kämpfen und die Kirche am Ende die Obermacht hat. Das muss man erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Da hat sich jemand getraut eine ganze Menge Genres zu vermischen.

        Das muss nicht partout schlecht sein. In diesem Falle führte es aber zu erheblichen Verwirrungen im Kostüm- und Ausstattungsdepartment. Und ehrlicherweise kann man ihnen das noch nicht einmal übel nehmen.

        Priest basiert vage auf einer Graphic Novel Vorlage von Min-Woo Hyung, die für ihre beherzte Kombination aus östlichen und westlichen Elementen bekannt ist. Diese Versprechung kann der Film nicht einhalten, denn er verliert sich irgendwo in den üppigen Kostümen des Wilden Westens und etwas, was wie mittelalterliche Raver aussieht (achten Sie mal auf die Vampirlakaien).

        Dabei ist die visuelle Umsetzung von Regisseur Scott Charles Stewart und Kameramann Don Burgess für einen Film dieses Formats ansehlich. Die weiten Totalen, in der die Motorräder des Priesters und Sheriffs wie Fremdkörper wirken, tragen enorm zur Atmosphäre des Filmes bei. Ultimativ werden sie dann allerdings überstrapaziert, in dem sie zu oft zum Einsatz gebracht werden. Auch Paul Bettany, der sich scheinbar auf den Charakter des leidenden Einzelgängers eingespielt hat, ist überzeugend. Wer sonst könnte einem blassen Charakter so viel Melancholie, Bitterheit und Sehnsucht einhauchen.

        Doch hiermit ist man schon am Ende der positiven Erwähungen angelangt. Und gelangt zwangsläufig zu dem Schluss, dass der kombinierte Arbeitsaufwand dieser Menschen zum Scheitern verurteilt war. Denn das Drehbuch ist einfach schlecht.

        Dies fängt bei dem blassen Charakter des Protagonisten an, führt über die klischeegetreuen schwachen weiblichen Parts bis hin zum Bösewicht, der zu viel redet und zu wenig handelt. Zwar hat Drehbuchautor Cory Goodman seinem Priester eine rührselige Backstory mit auf den Weg gegeben, doch diese scheint auf den Mann genauso viel Einfluss zu haben, wie Mondlicht auf Vampire. Ein bisschen irritierend vielleicht, aber ganz und gar nicht hinderlich.

        Während Lucys dramaturgische Aufgabe bereits nach fünf Minuten klar festgelegt ist (der Köder), darf die Priesterin noch ein wenig länger hinter unseren Erwartungen zurück bleiben (sie macht noch nicht einmal den Anschein, als würde sie dem Priester im Weg stehen). Als dann noch eine schwelende Liebesbeziehung zwischen den beiden zolibatären Priestern angedeutet wird (mit dem Vorschlaghammer), ist auch ihre Rollenbeschreibung erfüllt. Zumindest weiß man jetzt, warum sie immer so traurig schaut.

        Karl Urban hingegen scheint den gleichen Ratschlägen wie Paul Bettany zu folgen, denn seine Karriere als unterschätzter Bösewicht in B-Movies ist geebnet.

        Es ist wieder einmal erstaunlich, wie das Potential eines durchwachsenen Drehbuchs über dessen Schwächen hinweg täuschen lässt und eine Menge talentierter Menschen anzieht, die alle denken, dass sie das Problem während des Drehs oder in der Postproduktion reparieren können. Man möchte sie anschreien - „Don‘t even try to fix it in the post!“. Aber dafür ist jetzt zu spät. Hätten sie mal früher drüber nachdenken sollen.
      • | FAZIT

      • Ein durchwachsener Film, der hinter seinem Potential zurück bleibt. Aber Paul Bettany ist wie immer sehenswert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

      Wertung: 3.9/10 (15 votes)

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