Dienstag | 29. Mai 2012 | 03:26 Uhr
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  • FILM REVIEW | Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten
  • Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten

    Action, Abenteuer | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • In seinem neuesten, mittlerweile vierten Abenteuer begibt sich Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) auf die Suche nach der sagenumwobenen Quelle der ewigen Jugend. Doch nicht nur er: auch die Spanier haben von dem verheißungsvollen Jungbrunnen erfahren und drei Schiffe entsandt. Die englische Krone wiederum ist von der Vorstellung eines unsterblichen katholischen Monarchen wenig angetan und beauftragt deshalb Jacks ewigen Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush) mit der Suche. Ganz offiziell segelt er nun als Freibeuter unter der Flagge der Königlich Britischen Marine. Und dann ist da noch ein Hochstapler, der von sich behauptet, Jack Sparrow zu sein, und in London ebenfalls eine Mannschaft für eine Expedition anheuert

    Der Wettlauf zum ewigen Leben führt die Kontrahenten an exotische Schauplätze und mitten hinein in ein großes Abenteuer. Meerjungfrauen, die sich als weitaus gefährlicher erweisen, als man das gemeinhin erwarten würde, Voodoo-Zauber, Zombie-Seeleute und der legendäre Pirat Blackbeard (Ian McShane) begegnen Jack auf seinem Weg. Am gefährlichsten wird ihm jedoch wieder einmal eine Frau: mit Angelica (Penélope Cruz) verbindet ihn eine gemeinsame Vergangenheit – welche Pläne die Meisterin des Betrugs und der Intrige für die Zukunft hat, bleibt Jack zunächst allerdings ein Rätsel.
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      • | FILMKRITIK

      • Bruckheimer-Depp, die Vierte: Der Produzent und sein Lieblingsschauspieler legen sich im neuen „Fluch der Karibik“ wieder mächtig ins Zeug und spinnen allerfeinstes Seemannsgarn. Wie schon die ersten drei Teile, die zusammen über 2,7 Milliarden US-Dollar eingespielt haben, bietet „Fremde Gezeiten“ schön anzusehende, kurzweilige Unterhaltung für ein Massenpublikum, und nach wie vor ist Johnny Depp die Rolle des Jack Sparrow wie auf den Leib geschrieben. Dem Piratenkapitän gehören auch dieses Mal die besten Momente des Films – es ist wieder eine wahre Freude zu sehen, wie der Schauspieler mit seiner Dreadlock-Mähne und der gefühlten Rum-Fahne torkelnd und nuschelnd von einem Abenteuer in das nächste stolpert, auch die abwegigsten Situationen stoisch meistert, stets charmant, stets wagemutig und immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht.

        Schon auf den ersten Blick besticht „Fremde Gezeiten“ durch seine opulente Ausstattung. Die von Penny Rose entworfenen Kostüme sowie die Sets des Oscar-prämierten Produktionsdesigners John Myhre versetzen den Zuschauer auf Anhieb zurück ins 18. Jahrhundert. Letzterer hat sich vor allem im ersten Viertel des Films selbst übertroffen, denn das spielt in London. Statt auf einer entlegenen Karibikinsel oder in einem heruntergekommenen Piratennest darf Jack Sparrow nun also in der Metropole im Herzen des britischen Empires für Chaos sorgen – wovon er auch rege Gebrauch macht. Davor ist nicht einmal eine unfreiwillige Audienz bei seiner Majestät King George gefeit.

        Ebenfalls auf Myhres Konto gehen die außergewöhnlichen Piratenschiffe, die natürlich auch im neuen „Fluch der Karibik“ nicht fehlen dürfen. Die „Black Pearl“ legt dieses Mal zwar eine Pause ein, aber wie Jacks einzige wahre Liebe oder die tauchfähige „Flying Dutchman“ aus „Fluch der Karibik 2“ lassen die Filmemacher auch in „Fremde Gezeiten“ wieder ein Schiff vom Stapel, das seinesgleichen sucht: Blackbeards „Queen Anne´s Revenge“. Makaber verziert mit den Knochen seiner Opfer, am Bug eine gruselige Galionsfigur, kann der von Ian McShane verkörperte, düstere Pirat sie mit einem Wink seines Säbels kontrollieren. Auch unter der Regie von Rob Marshall, der nach drei Teilen Gore Verbinski abgelöst hat, bleibt es ein Markenzeichen der „Fluch der Karibik“-Reihe, dass sie das klassische Genre des Piratenfilms mit allerlei Fantasy-Elementen würzt.

        Fantastisch bleibt die Reise, die das hervorragende Schauspielerensemble um Johnny Depp, Ian McShane, Penélope Cruz und Geoffrey Rush zur mitreißenden Musik von Hans Zimmer unternimmt, bis zum Schluss. Dabei entwickelt sich eine spannende, allerdings auch wenig überraschende Story – vielleicht der einzige Vorwurf, dem man dem Film machen kann. Es bliebt zu hoffen, dass den Machern in den nächsten Teilen nicht irgendwann die Ideen ausgehen.
      • | FAZIT

      • Besser als der erste Teil war kein „Fluch der Karibik“ mehr – auch „Fremde Gezeiten“ ist „nur“ ein sehr guter Piratenfilm mit einem erneut grandiosen Johnny Depp in der Hauptrolle.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Alexander Praxl

      • | Userwertung

      Wertung: 7.6/10 (41 votes)

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