Dienstag | 29. Mai 2012 | 03:34 Uhr
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  • FILM REVIEW | Kaboom
  • Kaboom

    Komödie | Frankreich / USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • Regelmäßig wird der 18-jährige Filmstudent Smith (Thomas Dekker) von einem seltsamen Traum geplagt. Flankiert von bekannten und unbekannten Menschen, schreitet er nackt einen Gang entlang und gelangt zu einen geheimnisvollen Raum mit einem roten Müllcontainer. Auf einer Party begegnet der bisexuelle College-Bewohner tatsächlich eine dieser Unbekannten (Nicole LaLiberte) unter eher misslichen Umständen und erneut nachts im Park, wo die junge rothaarige Frau von drei Männern mit Tiermasken verfolgt und getötet wird. Scheinbar handelt es sich nur um eine Drogenvision, doch später wird eine verstümmelte Leiche in einem roten Abfallcontainer aufgefunden. Dabei hätte Smith schon mit seinem Gefühlshaushalt genug zu tun zwischen seiner besten Freundin, der Lesbe Stella (Haley Bennett), dem heimlichen Begehren für seinen unterbelichteten blonden Mitbewohner Thor (Chris Zylka), sporadischen Sex sowohl mit der freigeistigen London (Juno Temple) als auch mit einem attraktiven Fremden am Strand.
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      • | FILMKRITIK

      • „This Is How the World Ends“ hieß schon vor zehn Jahren ein nie ausgestrahlter MTV-Film des Independentregisseurs Gregg Araki. Danach machte sich der mit der „Teenage Apocalypse Trilogie“ bekannt gewordene Filmemacher eher rar. Mit „Mysterious Skin“, ein verschachtelt erzähltes Drama um Kindesmissbrauch, bewies der Spezialist für wüst-trashige Sujets 2004 Gespür für eindringliche Bilder. Wer danach hoffte, Araki sei zum anspruchsvollem Kino gewechselt, wurde durch die alberne Stoner-Klamotte „Smiley Face“ mit der gewohnt grimassierenden Anna Faris eines Besseren belehrt. Bei „Kaboom“ kehrt der provokante Filmemacher zu vertrauten Ingredienzien zurück wie stete Diskussionen über (meistens schwule) sexuelle Praktiken, ein hedonistisch veranlagtes, attraktives Personal beiderlei Geschlechts, Elemente aus Soap Opera, Thriller, Horror, Science Fiction und Teenagerkomödie, vermischt mit popkulturellen Anspielungen und einem flotten Soundtrack aus angesagten Wave- und Rockbands.

        All das fand sich etwa schon in dem so knallbunten wie leeren „Nowhere“, dem einzigen Araki-Film mit regulärem deutschen Kinostart (dem das Publikum eher fern blieb). Doch bei „Kaboom“ kombiniert er die schrägen Elemente mit einer durchaus fesselnden, kurzweiligen Story. Der Verschwörungs-Endzeit-Plot verbindet sich mit den sexuellen Eskapaden des schwulen Protagonisten Smith. Dass es sich um einen angehenden Filmemacher handelt, will man dem leicht gelangweilten Model-Typ mit Dreitagebart, Zottelfrisur, Tätowierungen und Ringen an fast jedem Finger kaum abnehmen, da der vaterlose Student ohnehin mehr an Partys, Sex und Drogen interessiert ist. Doch ein seltsamer Traum voller bedrohlicher Symbole verkündet kommendes Unheil, wobei die schwarze Tür mit einer „19“ auf seinen kommenden Geburtstag verweist. Der örtliche College-Rastamann namens „Messias“, verkörpert von Arakis Stammschauspieler James Duval, überreicht Smith zudem eine mysteriöse Nachricht, er sei der „Auserwählte“. Dessen beste Freundin, die sarkastische Lesbe Stella, beginnt derweil eine Affäre mit einer geheimnisvollen Schönheit, doch bei Personen mit Namen Lorelei sollte Vorsicht geboten sein.

        Wenn sich schließlich drei Angreifer mit Tiermasken auf die Fersen des Protagonisten heften, die allem Anschein nach einer Endzeitsekte namens „New Order“ („nicht die coole Achtziger-Band“) angehören, darf man dies als deutliche Anspielung auf den Kultfilm „Donnie Darko“ verstehen. Dass das Weltende bevorsteht und schließlich sogar eintritt, sagt schon der Titel. Leider wirkt gerade der Schluss, als seien irgendwann Geld, Ideen oder gar beides ausgegangen, wenn Araki die Handlungsfäden um Smith, seine Herkunft sowie seinen echten und falschen Freundeskreis schlicht mit dem Holzhammer kappt. Was den Etat betrifft, handelt es sich bei „Kaboom“ ohnehin um eine Low Budget-Produktion mit bescheidenen Special Effekts auf Homevideo-Niveau. Über weite Strecken macht Araki dies mit einer flotten Dramaturgie, perfekt ausgewählten Akteuren und witzigen Dialogen wett, wobei er auf seine gewohnten Geschmacklosigkeiten nicht verzichten will. Schade, dass ihm zum Finale nichts anderes einfiel, als die Handbremse anzuziehen und das ganze Chaos mit einem „Big Bang“ zu beenden.
      • | FAZIT

      • Überdrehte Mischung aus freizügiger „Coming-of-Age“-Komödie und bizarrem Verschwörungsthriller mit schwachem Schluss.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 4.0/10 (3 votes)

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