moviemomo| Vielleicht war ich auch nur gut drauf...
Ich hätte ihn mir deutlich schlechter vorgestellt... Die Schauspieler spielen suverän und die Optik ist auch in Ordnung. Die Dialoge und die (schlechten) Witze könnten zwar aus der Feder eines 8-jährigen stammen, aber die sinnlosen und zugleich bekloppten Charaktere bringen Schwung in die ganze Sache. Dumme Sprüche und Möchtegern-Emotionen sind zwar fehl am Platze, aber dennoch sehenswert...
Besonders wertvoll: Die Szene mit Mathew Fox und dem kultivierten Profikiller... Rührend? Ein bisschen...
Ein Mix aus (gewesenen) Stars und eigentlich sonst guten Darstellern versucht eine anfangs banale Story, die zum Ende ins Idiotische abgleitet zu bewältigen. Ihre Mittel dazu sind die unterschiedlichsten Totmacher. Dann noch ein beklopptes Ende. Eigentlich hab ich schon vergessen, um wen oder was es ging. Schöne Landschaft?
Man nehme: - einen viel versprechenden Regisseur, der schon bewies, dass er frischen Wind in das angestaubte Polizeigenre bringen kann (Narc), - eine handvoll bekannter Stars (Ben Affleck, Ryan Reynolds, Alicia Keys) und talentierter Darsteller (Ray Liotta, Andy Garcia, Jeremy Piven), und eine mehr oder minder ausgeklügelte Story (Mafia Kronzeuge wird Opfer verschiedenster Profikiller, die sich zum gemeinsamen Showdown ins Hotel verabreden), ein paar schräge Figuren (Naziproleten, sexy Killerinnen, Karatekids, schräge Bärte und FBI Agenten). Im besten oder schlechtesten Fall kommt dabei eine Mischung aus Boondock Saints meets Oceans Eleven heraus. Doch Joe Carnahan bringt es dann doch fertig, den Film weder vollständig gegen die Wand zu fahren, noch 2 Stunden lang actionreich zu unterhalten. Bewegt sich die Handlung anfänglich noch auf lustig-absurden Pfaden, driftet spätestens zum letzten Drittel ins ernste Fach ab. So werden, nach alter Krimi-manier, die Personen noch ausführlich vorgestellt, gibt doch der eine oder andere recht schnell die Knarre aus der Hand. Oft ist ja eben nicht die Ausführung, vielmehr der Weg dorthin, die Vorbereitung, Planung der interessantere Aspekt einer Geschichte. Dies bleibt nun leider außen vor. Um so unverständlicher die Wendung zum ernsten Cop-Mafia Streifen, der nun so gar nichts mehr von der anfänglichen Leichtigkeit mehr zu spüren, vielmehr vergisst Reynolds einen Haufen Tränen. Grundsätzlich leidet Smokin Aces, fast genre bedingt unter eher flachen Charakteren, den aber andere Filme mit reichlich Action und/oder Spannung wettmachen, doch auch hier zeigt Carnahan kein Gespür für passende Momente. Einzig Jeremy Pivens gutgelauntes overacting überzeugt und macht Spass, ebenso wie einzelne Höhepunkte der "Tremor Brothers" und versteckte Reminiszenzen an die Actionfilme der 90er Jahre. Aber was hätte man doch nur aus Alicia Keys Undercover Nutten Rolle machen können oder die angedeuteten Verweise auf neuere Horrorfilme wie Saw. Bleiben noch Alicia Keys und Commons Spielfilm-Debuts lobend zu erwähnen. Beide machen ihre Sache recht ordentlich, vor allem wenn man sich manche hauptberufliche Schauspielkollegen ins Gedächtnis ruft. Ebenso ein kleiner Pluspuntk stellt Clint Mansells gewohnt passender Score dar, auch wenn einem das leichte Gefühl beschleicht, er kopiere sich zunehmend selbst. Möge ihm der Weg eines Hans Zimmer erspart bleiben.