Udo (Kurt Krömer) gehört zu der einzigartigen Sorte von Menschen, die niemand wahrnimmt. Selbst wenn er direkt vor jemanden steht, wird derjenige ihn höchstwahrscheinlich übersehen, denn Udo leidet an „Schwersichtbarkeit“.
Doch der kauzige Mittdreißiger hat sich damit arrangiert. In seinem Job als Kaufhausdetektiv macht ihm niemand etwas vor, und weil ihn sowieso niemand wahrnimmt, lebt er in einem Zelt direkt in seiner Arbeitsstätte. Selbst seine beste Freundin, Amanda (Bernd Moss) von der Drogerieabteilung, hat oft ihre Mühe festzustellen, ob Udo gerade da ist oder nicht.
Dies ändert sich schlagartig, als Udo die ehrgeizige Hotelmanagerin Jasmin (Fritzi Haberland) trifft. Jasmin kann ihn nämlich sofort sehen, und für sie verhält sich Udo mehr als eigenartig. Seine scheinbare Unsichtbarkeit hat ihn allerhand merkwürdige Verhaltensweisen entwickeln lassen.
Als sich zwischen den beiden eine Romanze anbahnt, wird Udo immer wieder von seiner unzureichenden Sozialkompetenz überfordert. Und Jasmin muss verwirrt feststellen, dass sie zwar von Udo gleichermaßen fasziniert ist wie auch von seiner zwischenmenschlichen Katastrophenmentalität überrollt wird.
Doch als die Romanze sich weiter entspinnt, geschieht etwas Unerwartetes. Udo wird auch für andere Menschen sichtbar. Das überfordert ihn komplett und so stolpert er von einem Chaos ins nächste.
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| FILMKRITIK
Deutsche Komödien leiden des öfteren unter ihrer Behäbigkeit und meist kommt der Humor mit einem Vorschlaghammer daher. Man vermisst die leichtfüßige Erzählweise der Franzosen, die dramaturgische Perfektion der amerikanischen Independent Filme oder die sarkastische Note der Skandinavier.
„Eine Insel namens Udo“ umschifft diese Schwierigkeit, die uns offensichtlich in die Wiege gelegt wurde, scheinbar mühelos. Diesen Film zeichnet vor allem sein perfektes komödiantisches Timing aus.
Nun ist die „Schwersichtbarkeit“ eine Eigenschaft, die sich nicht gerade für die visuelle Erzählung anbietet. Doch Erstlingsregisseur Markus Sehr findet immer wieder amüsante Blickpunkte, um uns das Problem von Udo näher zu bringen.
Gleichzeitig wird nicht an absurd-genialen Nebenfiguren gegeizt. Udos Freundin Amanda, der elegante Transvestit aus der Drogerieabteilung und Sallinen, Udos ehrgeiziger Vorgesetzter, dem oft seine finnische Mentalität im Weg steht, hören sich schon auf dem Papier großartig an. Bernd Moss und Kari Ketonen füllen diese Rollen mit so viel Leben, Liebe und auch Melancholie aus, dass man gerne noch mehr von ihnen sehen würde.
Überhaupt ist es die Besetzung, die dem Film das iTüpfelchen in Sachen Charme aufsetzt. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob Comedian Kurt Krömer ein guter Schauspieler ist. Aber der Rolle des Udo verleiht er das nötige Understatement. Und zu Fritzi Haberlandt muss man eigentlich nicht mehr viel sagen - sie ist die Natürlichkeit in Person, ein wahres Ausnahmetalent. Nur wenige agieren so souverän vor der Kamera.
Aber wie das leider so mit originellen Filmideen ist, oft verlieren sie in der zweiten Hälfte des Filmes an Fahrt. „Eine Insel namens Udo“ macht da leider keine Ausnahme. Irgendwann hat sich Udos Dilemma auserzählt, und die Wendung, die dem Film in den dritten Akt verhilft, ist leider ein wenig aufgesetzt.
Nichtdestotrotz ist „Eine Insel namens Udo“ eine skurrile, leichtfüßige Sommer-Komödie, die man jedem ans Herz legen kann.
| FAZIT
Eine absurde und leicht erzählte Komödie, die mit ihrem Timing überzeugt und gute Laune macht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung