Uwe Boll strikes again. Handwerklich, dramaturgisch und teilweise auch darstellerisch unter aller Kanone. Trotzdem kann man diesem Film einen gewissen Unterhaltungsaspekt nicht absprechen. Entweder hat man Gelegenheit sich an den Reizen der Kristanna Loken zu ergötzen, sich über die haarsträubenden dämlichen Szenen scheckig zu lachen, oder aber man erfreut sich an den wirklich sehr sehr blutigen FX von Großmeister Ittenbach, der sich hier mal wieder so richtig austoben konnte. Sehr fadenscheinig natürlich dann das Ende, welches rein inhaltlich absolut null Sinn macht, aber dafür nochmal die tollsten und blutigsten Effekte in Zeitlupe vorführt. Eines muss man dem Boll also lassen: Er scheut sich nicht davor auch mal einige Goreszenen deutlich expliziter zu gestalten. Aber trotzdem reißt das den Film natürlich nicht aus dem tiefen Schlund der verhunzten Filme.
19.02.2007
Bewertung:
Darius| Es gibt bessere Filme, aber auch schlechtere?
Es passiert sehr selten, dass ich einen Film nicht bis zum Ende schaue. Bei "Bloodrayne" hat es nur ca. 15 Minuten gedauert, bis ich anfing vorzuspulen. Nach weiteren fünf Minuten war dann Schluss. An dieser Stelle leite ich meine Kritiken normalerweise mit einer Zusammenfassung der Handlung ein. Diese erschloss sich mir aber in den insgesamt 20 Minuten nicht.
Im Vorfeld hatte ich bereits viel über den Film gehört und Bilder gesehen. Daher war meine Erwartungshaltung bereis sehr niedrig angesetzt. Einen Blick wollte ich aber doch werfen, denn Fantasy-Stoffe sind relativ beliebt bei mir. Was ich sah überraschte mich sehr. Auf Anhieb könnte ich eine Vielzahl von TV-Serien aufzählen, welche professioneller gefilmt wurden als "Bloodryne". Dabei handelt es sich um einen Kinofilm.
Meine Empfehlung: Spart Euch den Film!
Führt lieber eine Unterhaltung mit Eurer Frau/Freundin, arbeitet etwas oder dreht Däumchen. Jede dieser Beschäftigungen ist anspruchsvoller und unterhaltsamer als dieser Streifen.
26.09.2006
Bewertung:
Friend1982| "Wie man ungerechtfertigte Filmkritiken schreibt!"
Hallo,
ich komme gerade aus den Staaten, und was muss ich hier im deutschsprachigen Web lesen, was für absolut unsinnige (negative) Kritiken ein Film bzw. Regisseur bekommen kann, der es wagte, dem Genre "Videospiel-Adaption" zu mehr Anerkennung und professionellerem Erscheinungsbild zu verhelfen! Ich habe mir "Bloodrayne" und Bolls vorhergehenden Film "Alone in the dark" (mit Freude) angesehen und kann gut behaupten, dass es sich zumindest mal lohnt, beide anzuschauen! Gut, Geschmäcker sind verschieden - ich möchte hier auch keinem Kinogänger meine Meinung aufstempeln - vielmehr gebe ich allen den Tipp, sich auch wirklich nur auf seine eigene Auffassungsgabe bezüglich Film und Fernsehen zu verlassen, schon allein deswegen, da sich mir persönlich, wenn ich all' diese Kritiken lese, die Frage stellt: "Wie kann jemand hierzulande so (oberflächlich) negativ einen Film beschreiben, der bisher nur in den USA herausgekommen ist...?!" Gut, mit Hollywood-Blockbustern aus den Schmieden angesagter Top5-Regisseure, wie z.B. Steven Spielberg, vollgepackt mit "ILM-Highend-CGI-Materialschlachten" können sich die Werke Uwe Bolls bei weitem nicht messen - das war auch bisher bestimmt nicht beabsichtigt. Vielmehr im Vordergrund stehen die schauspielerischen Leistungen und, Leute seien wir mal ehrlich, ausgereiften Drehbücher, welche sich storytechnisch nun wirklich verdammt nah an die Originalvorlagen halten! Dies bezüglich sei gesagt, dass es ziemlich schwer ist, ein Videospiel auf die Leinwand zu bringen, ohne die gewohnte Umgebung und Atmosphäre des Originals nicht aus den Augen zu verlieren. Da Kinofilme nun mal notgedrungen linear aufgebaut sind - sie haben alle einen Anfang und ein Ende - können die durchweg interaktiven Elemente eines Spiels nicht realisiert werden. Es muss ein Kompromiss eingegangen werden, zwischen Original-Story und ausschmückender (beigefügter) Rahmenhandlungen, um alles in Spielfilmlänge fassen zu können. Meiner Meinung nach beherrscht Uwe Boll dies zwar nicht perfekt, aber schon ganz gut, wenn man bedenkt, wie er sich innerhalb kürzester Zeit vom absoluten Amateur-Filmer aus irgendeinem deutschen Provinznest zum einem (semi-)professionellen Aufsteiger-Regisseur jenseits des großen Teichs gemausert hat und es auch dabei immer wieder schafft, nur allzu bekannte Schauspieler vor die Linse zu bekommen!