Montag | 28. Mai 2012 | 16:32 Uhr
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  • FILM REVIEW | Werner: Eiskalt!
  • Werner: Eiskalt!

    Komödie, Zeichentrick | Deutschland 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Als Brösel (Rötger Feldmann) seinem Verleger Hermann Seidel (Richard Sammel) die Vorlagen zum 13. „Werner“-Band präsentiert, lehnt dieser dankend ab, da heutzutage nur noch Mangas gefragt seien. Enttäuscht verreist der Comiczeichner nach Korsika. Um zwei deutschen Touristinnen zu imponieren, wagt Brösel einen Kopfsprung ins flache Meereswasser, wobei er jedoch unglücklich auf einem Stein landet. Obwohl er nur bewusstlos ist, erklärt man ihn kurzerhand für tot. Im Wagen brechen seine trauernden Kumpane aus Norddeutschland auf, um Brösels Leichnam illegal über die Grenze zu bringen. Dringend muss sich der scheintote Reisegefährte bemerkbar machen, will er nicht lebendig begraben werden. Parallel dazu wird in Trickszenen die lebenslange Fehde zwischen Werner und Holgi vom Kinderwagen bis zum Rollstuhl erzählt.
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      • | FILMKRITIK

      • Eigentlich sollte der fünfte „Werner“-Film schon im Sommer 2010 in die Kinos kommen, doch angesichts explodierender Kosten musste Trickfilmregisseur Michael Schaack mit seiner Trickompany Konkurs anmelden. Genau so sieht der fertige Film auch aus, der wie eine Collage aus Spielfilm, Trickeinlagen und Material von früheren Filmen wirkt. Schon beim ersten Teil wurden die billigeren Comedy-Realsequenzen mit „Werner“-Erfinder Rötger Feldmann in seiner Funktion als „Werner“-Schöpfer eher negativ aufgenommen, was dem Erfolg allerdings keinen Abbruch tat. Jetzt greift man das Konzept erneut auf, wobei Feldmann als Schauspieler in den letzten 20 Jahren nichts dazu gelernt hat und immer noch nicht weiß, wie er sich vor der Kamera verhalten soll. Selbst die restliche Darsteller, darunter in Nebenrollen Jochen Nickel und Lilo Wanders/Ernie Reinhardt, wirken durchweg wie eine Laienspielriege.

        Allerdings passen die schwachen Akteursleistungen perfekt zur Inszenierung auf Amateurfilmniveau. Gernot Roll, der sich mit Feldmann die Regie teilt, gehört zu Deutschlands besten Kameramännern („Heimat“), wovon man hier nichts merkt. Als Regisseur von Klamotten wie „Die Superbullen“ oder „Männersache“ besitzt er selten Gespür für perfektes Komödientiming. Ohnehin weisen die Einlagen mit Brösel als zuerst erfolgloser und später scheintoter Comiczeichner kaum Witz auf. Wenn es einmal einen geglückten Einfall gibt, wie Feldmanns Heimsuchung von knopfäugigen Manga-Wesen, wird dieser endlos breit getreten.

        Über weite Strecken preist die holprige Geschichte lediglich Brösels Merchandising wie „Werner“-Bände, -Puppen oder Bölkstoff an und erinnert an bessere Zeiten, als das gigantisch aufgezogenen Rennen von Hartenholm zwischen Brösel und Holgi (Holger Henze) für Medienrummel sorgte. Um die Revanche angesichts Brösels einstiger Niederlage sowie einen neuen „Werner“-Boom nach dem vermeintlichen Ableben seines Schöpfers dreht sich die dünne Handlung. Alles vergebliches Wunschdenken angesichts Feldmanns Ideenarmut, die sich schon in den letzten Comicbüchern manifestierte.

        In Sachen Witz setzt er weiterhin auf eine Mischung aus derbem (Fäkal-)Humor, Wortspielen und Kettenreaktionen von Pannen, die zur größeren Katastrophe anwachsen. Inhaltlich greift Brösel bewährte Themen wie die lebenslange Rivalität zwischen Werner und Holgi auf, bei denen der Underdog auf dem heißen Ofen stets der Unterlegene ist, seinen Dauerclinch mit den beiden trotteligen Polizisten, die als falscher Wernersen-Brüder auf dem Polizeifest für unendliches Chaos sorgen oder Werners unfreiwilliges Zerstörungswerk auf einer Baustelle von Installationsmeister Röhrich. Stets bekommen Autoritäten und Obrigkeiten dabei ihr Fett ab. Streckenweise erscheinen die solide animierten, turbulenten Trickeinlagen sogar recht geglückt, wobei hier ebenfalls Wiederholungen nicht ausbleiben. Leider reichen die Cartoongags nicht für einen vollständigen Film, so dass man die Lücken des dünnen Flickwerks eiskalt mit faden Spielfilmeinlagen stopft.
      • | FAZIT

      • Kein Kinofilm, sonder eine cineastische Kaffeefahrt für „Werner“-Produkte mit wenigen flotten Animationseinlagen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 4.3/10 (7 votes)

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