Barney Panofsky lebt als TV-Produzent in Montreal. Sein Erzfeind ist ein Polizeidetektiv, der gerade ein Buch herausgebracht hat, in welchem er Barney verdächtigt, vor vielen Jahren seinen Freund Boogie umgebracht zu haben. Barney blickt zurück auf sein bewegtes Leben, beginnend 1974 in Rom. Dort genießt der Geschäftsmann rauch- und alkoholgeschwängerte Tage mit seinen Künstlerfreunden, zu denen auch der Schriftsteller Boogie gehört. Barney heiratet Clara, weil er fälschlicherweise glaubt, dass sie von ihm schwanger ist. Nachdem er sie verlässt, nimmt sich die labile Clara das Leben.
Barney kehrt nach Montreal zurück, um im Unternehmen seines Onkels zu arbeiten. Er lernt eine junge Frau aus reichem Hause kennen und bald wird eine prunkvolle Hochzeit gefeiert. Aber schon dort verliebt sich Barney in eine andere, um die er lange werben wird. Diese Miriam wird schließlich seine dritte Frau und die Mutter seiner beiden Kinder. Doch die Ehe hält nicht ein Leben lang. Sein Freund Boogie kommt tatsächlich nach einem Streit in Barneys Wochenendhaus am See ums Leben – und Barney ist sich über seine Rolle dabei nicht ganz im Klaren.
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| FILMKRITIK
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des kanadischen Schriftstellers Mordecai Richler. Es geht um das bewegte Leben eines jüdischen Mannes in Montreal, um seine Komplexe, seinen Hang zur Selbstanklage und seine verborgene Liebenswürdigkeit. Paul Giamatti spielt die Titelfigur, die gemäß den Inszenierungsvorgaben stets ein wenig unfreundlich wirken muss. Unter der Regie von Richard J. Lewis gerät der Film, hauptsächlich wegen der Länge von 134 Minuten, zu einer nur mittelmäßig interessanten Geschichte.
Barney ist weder attraktiv, noch besonders charmant. Am Anfang des Films ist er schon längst von seiner dritten Frau geschieden und terrorisiert ihren Mann Blair mit gehässigen Anrufen. Dann trifft er seinen großen Feind, einen Polizeibeamten, der seit Jahren vergeblich versucht, ihm den angeblichen Mord an seinem besten Freund Boogie nachzuweisen und darüber jetzt auch ein Buch veröffentlicht. In Barneys Firma für Fernsehfilme, die den ironischen, aber wahrscheinlich nicht ganz falschen Namen „Totally Unnecessary Productions“ trägt, versucht man den Verdächtigten zu trösten. Der Mann blickt zurück, und der Film folgt ihm nach Rom ins Jahr 1974.
Dort ist Barney der zahlungskräftige Freund von Künstlern wie Boogie, die ihre Tage im Drogenrausch verprassen. Boogie, gespielt von Scott Speedman, taucht Jahre später als Junkie bei Barney in Kanada auf, der ihm helfen will und ihn in seinem Wochenendhaus einquartiert. Nach den Bohèmetagen in Rom mit der unglücklichen Clara, die von Rachelle Lefevre dargestellt wird, kehrt Barney nach Montreal zurück. Sein Vater Izzy, ein ehemaliger Polizist, der von Dustin Hoffman gespielt wird, ist nicht fein genug für die reichen Eltern seiner neuen Braut. Selbst auf der rauschenden jüdischen Hochzeitsfeier versucht der Schwiegervater, allerdings vergeblich, Izzy und Barney vom Alkohol fernzuhalten. Hoffman spielt den Vater bewegend emotional zwischen Aggressionen und Ressentiments, Lebensfreude und Offenheit.
Die Hochzeitsfeier ist der erzählerische Mittelpunkt des Films, sie dauert lang, es passiert viel auf ihr und stimmig wirkt das Ganze auch. Barney wird seiner Braut, die nur als zweite Mrs. P. bezeichnet wird, bereits überdrüssig. Minnie Driver spielt die anstrengende Frau, die noch eine Weile brauchen wird, bis sie erkennt, dass die Ehe nicht läuft. Auf der Hochzeit lernt Barney Miriam kennen. Die von Rosamund Pike gespielte Radiojournalistin erhört später sein nimmermüdes Werben und wird seine dritte Frau. Wie Barney es schafft, Miriam nach glücklichen Ehejahren dann doch noch zu vergraulen, lässt ihn nicht besonders sympathisch erscheinen.
Um die inneren Konflikte dieses Mannes herauszuarbeiten, wie es offenbar im Roman auf humorvolle Weise gelingt, hätte es wohl im Film einer Erzählstimme bedurft, die aber fehlt. So bleibt es meistens verborgen, dass der Unsympathling, den Giamatti verkörpert, sich nur nicht zutraut, ein guter Mensch zu sein, während er es doch irgendwie unterschwellig auch ist. Die Charakteristika seines Milieus sind für Nichteingeweihte nicht klar genug herausgearbeitet, und Barneys Durchschnittlichkeit wird im Laufe der Geschichte zur Enttäuschung.
| FAZIT
Zu lang geratene Romanverfilmung über das Streben und Scheitern eines Mannes in Beziehungsfragen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung