Gemeinsam mit ihren drei Kindern ziehen Lehrer Josh Lambert (Patrick Wilson) und seine Frau Renai (Rose Byrne) in ein neues Haus, um sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Zunächst bemerkt nur der achtjährige Sohn Dalton (Ty Simpkins), dass auf dem Speicher offenbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Zunehmend häufen sich die rätselhaften Geschehnisse, und die anfangs skeptische Komponistin Renai muss feststellen, dass ihr neues Domizil von böswilligen Geistern heimgesucht wird. Nach einem Unfall fällt Dalton ins Koma, worauf die ratlosen Ärzte keine Antwort finden. Resigniert erkennen die Eltern, dass auch ein Umzug keine Lösung darstellt und ihnen die dunklen Mächte folgen. In seiner Verzweiflung wendet sich Josh an eine Expertin für übernatürliche Phänomene.
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| FILMKRITIK
Nachdem die Macher der „Saw“-Reihe vorläufig ausgefoltert haben, orientieren sich Regisseur James Wan und Drehbuchautor Leigh Wannell zusammen mit „Paranormal Activity“-Produzent/–Regisseur Oren Peli an okkulten Spukspektakeln wie „Poltergeist“. Wie schon in ihrem früheren Werk „Dead Silence“, das gelungener ausfiel als es die weitgehend negativen US-Kritiken erwarten ließen, setzen die Horrorspezialisten stärker auf einen sich allmählich steigernden Spannungsaufbau als auf derbe Effekte. Dass „Dead Silence“ über die Machenschaften einer dämonischen Bauchrednerpuppe für den „Director’s Cut“ nachträglich mit Computerblut-Einlagen aufgepeppt wurde, wirkte als überflüssige Veränderung. Genauso erscheint bei „Insidious“ die erste Hälfte, in der das Geheimnis um die dunklen Kräfte noch im Argen liegt, wesentlich überzeugender als der zweite Abschnitt, der stärker auf die Schreckenspauke haut.
Im Grunde trifft die alte Horrorfilmweisheit erneut zu, man solle so lange wie möglich möglichst wenig zeigen und es bei Andeutungen belassen, um das Wesen der Bedrohung zu verschleiern. Dass James Wan in erster Linie alte Spukfilme studierte, wird in der ersten Hälfte bemerkbar, wo filmische Schocks durch den plötzlichen Einsatz lauter Musik und der Kameraführung herbei geführt werden. Dazu erfolgen bewährt-bedrohliche Andeutungen wie verstörende Kinderzeichnungen und huschende Schatten. Beim Angreifer von „Indidious“ („Heimtückisch“) handelt es sich offenbar um einen „Dämon mit rotem Gesicht“, der es vornehmlich auf den achtjährigen, mit besonderen Gaben gesegneten Sohn abgesehen hat.
Im Mittelteil findet der Geisterthriller sogar Zeit für etwas Humor mit dem Auftauchen einer Expertin für paranormale Phänomene (Lin Shaye aus den Farrelly-Komödien) und ihrer verschobenen Assistenten, wobei Autor Leigh Wannell, der stets in Wans Werken als Darsteller auftritt, einen der beiden Nerd-„Ghostbuster“ verkörpert. Doch als sich Vater Josh in die Astralwelt begibt, wo sinistre Traumreiche wie „Die Weite“ und „Die Ferne“ vorherrschen, fühlt man sich in eines jener üblichen Spukspektakel versetzt, in denen spiritueller Hokuspokus mit überzogenen Holzhammer-Einlagen für drastischen Schauer sorgen soll. Schnell verpufft der anfängliche Mystery-Touch, der seine Faszination mehr aus Alpträumen und der düsteren Tonspur bezog. Im Gegensatz zu den ersten „Saw“-Teilen und „Dead Silence“ wirkt das Finale zu vorhersehbar, wie die komplette Story innerhalb des Genres wenig Überraschungen zu bieten hat.
| FAZIT
Hui Buh und seine Spießgesellen geben ein Stelldichein in einem nur anfangs unheimlichen, dichten Okkultthriller.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung