Montag | 28. Mai 2012 | 14:50 Uhr
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  • FILM REVIEW | Resturlaub
  • Resturlaub

    Komödie | Deutschland 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Peter Greulich, genannt Pitschi, fällt daheim in Bamberg die Decke auf den Kopf. Wie seine Kumpel hat er die Mitte 30 längst erreicht, aber dass nun auch sein bester Freund Arne heiratet, versteht Pitschi nicht. Er selbst ist zwar seit acht Jahren mit Biene zusammen, aber ihre Träume mit Haus im Grünen und einem Baby machen Pitschi Angst. Und er möchte auch nicht zum zehnten Mal mit der Clique nach Mallorca. Also täuscht er am Flughafen kurz vor dem Start in den Urlaub vor, ausgeraubt worden zu sein, und lässt Biene mit den anderen nach Mallorca fliegen. Er selbst nimmt die Maschine Richtung Buenos Aires, um ein neues Leben zu beginnen.

    In der argentinischen Metropole mietet er sich bei einem Tierfriseur ein und besucht einen Spanischkurs. Dort lernt er die attraktive Lehrerin Luna kennen, mit der er ein Verhältnis hat. Doch dann wird es in der fremden Großstadt kompliziert und außerdem ruft aus Mallorca dauernd Biene an, um zu fragen, wie es ihrem Mausbär in Bamberg geht.
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      • | FILMKRITIK

      • Die Komödie „Resturlaub“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Tommy Jaud. Der Autor hat auch das Drehbuch verfasst, also braucht es nicht zu verwundern, dass der Film Stimmung und Tonfall des Romans weitgehend übernimmt. Das Ergebnis, inszeniert von Regisseur Gregor Schnitzler, ist eine ungeniert spaßorientierte Geschichte, vulgär und seicht, enthemmt und trotzdem möglichst nichtssagend. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in die Jahre kommende Mallorca-Trinkurlauber an Pitschi und seinen Ängsten vor der Familiengründung und dem Älterwerden in der heimatlichen Provinz Gefallen finden.

        Romangetreu erzählt der Film zunächst, wie spießig und überkorrekt es im fränkischen Bamberg zugeht. Pitschi, gespielt von Maximilian Brückner, darf sich auch als Off-Erzähler über den täglichen Trott ereifern, in dem schon ein Ausflug nach Nürnberg den Freunden zu weit weg erscheint. Zwei Vorfälle geben ihm den Rest: dass sein bester Freund Arne heiratet und dass seine langjährige Freundin Biene laut über Familiengründung nachdenkt. Pitschi bricht aus diesem Leben aus, bevor es zu spät ist, und landet in Buenos Aires, ohne Biene etwas davon zu sagen. Die Freundin glaubt während des Urlaubs auf Mallorca, Pitschi sei in Bamberg geblieben, nur Arne erfährt am Telefon, wo er wirklich steckt.

        Ähnlich wie im Roman ist die Persiflage des fränkischen Provinzalltags der gelungenere Teil der Geschichte. Der Film hätte allerdings mehr fränkische Sprache und Mentalität vertragen. Nicht alle Schauspieler sprechen so, dass man sie in Bamberg aufgewachsen glaubt. Auch wird im Film nicht so ausführlich dargelegt, was Pitschi alles dermaßen zusetzt, dass er panisch wird. Dafür steuert der Film an mehreren Stellen witzige Einfälle bei, die in saftiger Übertreibung schwelgen. Albernheit wird zum spaßigen Programmbestandteil, zum Beispiel indem Arnes Braut, die Pitschi immer Ente nennt, tatsächlich mit einer künstlich schrillen Stimme spricht, die einem Quaken ähnelt. Martina Hill spielt diese schräge Figur, während Biene, gespielt von Mira Bartuschek, liebenswert und anschmiegsam wie im Buch erscheint.

        Melanie Winiger spielt die verführerische Argentinierin Luna, die Pitschi einiges abverlangt. Buenos Aires bleibt wie im Roman eine Stadt ohne heimelige Atmosphäre, in der ein Franke letztlich nichts verloren hat – und auch nichts Gescheites mitkriegt. Dieses Nachholerlebnis in Sachen große weite Welt hätte also überall stattfinden können und ein wenig mehr Gehalt zumindest im Film gut vertragen. Das Ende ist dann nochmal neu, wirkt aber wie eine aufgepfropfte, witzlose Konstruktion. Der Hang zum Dämlichen kommt im Film deutlicher zum Vorschein als im Roman, ohne dass es der Komödie direkt schadet. Denn sie behauptet an keiner Stelle, mehr zu sein, als das was sie liefert.
      • | FAZIT

      • Wer den gleichnamigen Roman mochte, wird auch diese deftig-alberne Komödie vertragen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 3.7/10 (3 votes)

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