Montag | 28. Mai 2012 | 14:54 Uhr
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  • FILM REVIEW | Jane Eyre
  • Jane Eyre

    Drama, Romanze | Großbritannien 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Als Waisenkind verstoßen und in ein strenges Mädcheninternat abgeschoben, hatte Jane Eyre (Mia Wasikowska) keine leichte Kindheit. Regisseur Cary Fukunaga und Autorin Moira Buffini verleihen dem klassischen Stoff von Charlotte Brontë’s Roman eine frische Perspektive.

    Jane beugt sich in ihrem Leben stets in stiller Würde und lässt alle Maßnahmen über sich ergehen, bis sie ihre Schule verlässt und in Thornfield als Gouvernante im Haushalt von Mr. Rochester (Michael Fassbender) zu arbeiten beginnt. Hier wird sie zum ersten Mal willkommen geheißen und entwickelt eine Freundschaft zur Haushälterin Mrs. Fairfax (Judi Dench).

    Jane fühlt sich bei Sir Rochester wohl; auch dieser mag Jane und fühlt sich zu ihr hingezogen – mehr, als es ihnen die Konventionen erlauben. Da es für die beiden keine Zukunft zu geben scheint, flieht Jane in ein neues Leben und wird vom Vikar St. John Rivers (Jamie Bell) und seinen Schwestern aufgenommen. Auch er fühlt sich zu Jane hingezogen, doch diese kann Rochester nicht vergessen. Jane kann sich nicht mehr einfach ihrem Schicksal beugen.
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      • | FILMKRITIK

      • Als junge Frau irrt Jane Eyre über kahles Hochland, durch Gewitter und Regen - sie ist am Ende Ihrer Kräfte. Die Eröffnung von „Jane Eyre“ symbolisiert trefflich, was Jane in ihrem Leben und den Zuschauer in den nächsten Stunden erwarten wird: Gewalt, Ohnmacht und gleichermaßen der Versuch, diesen mit Würde zu begegnen.

        Bereits in jungen Jahren ist Jane redegewandt aber nicht vorlaut, eigenwillig aber nicht rebellisch. Sie fordert für sich das Recht auf eine respektvolle Behandlung ein, das von ihren Schutzbefohlenen stets ignoriert wird. Das enge Korsett, in das Jane als Waisenkind im Internat gesperrt wird, bestimmt ihr weiteres Leben.

        Jane ist in ihrer Schutzhaltung erstarrt, so dass sie die Avancen ihres Herrn Rochester auch trotz starker Eindringlichkeit nicht bemerkt und ihre eigenen Gefühle zurückstellt. Nah und einfühlsam verkörpert Mia Wasikowska die gleichermaßen naive aber intelligente Jane und vermag es, aus dieser eine facettenreiche Figur zu entwickeln.

        Kaum gelingt es Jane aus ihrem Leben als Dienende zu entkommen, da ereilt sie ein Schicksalsschlag, als die Vermählung mit ihrem Geliebten Rochester scheitert. Zweifelsohne ist der Stoff tragisch, durch die aufrechte und eindringliche Darstellung der Hauptfigur lässt uns dieser aber keineswegs hoffnungslos und enttäuscht, sondern vielmehr gespannt.

        Der von Michael Fassbender virtuos verkörperte Rochester bietet den genauen Gegenpol zu Jane: keineswegs klar, sondern mysteriös und ebenso ambivalent. Jane fasziniert die unbekannte Welt. Gegenüber der Haushälterin Mrs. Fairfax erwähnt sie, dass sie im Leben nie eine Stadt gesehen oder Männer gekannt hätte. Rochester spricht ihre Sehnsüchte an, so wie dieser selbst die Klarheit in Jane bewundert.

        So düster und trübe wie das englische Hochland sind jedoch auch die Verflechtungen in „Jane Eyre“. Mit entsättigten Bildern werden wilde und karge Landschaften in Szene gesetzt, die den Hintergrund für vereinzelte Anwesen und Behausungen bieten. Wie die Menschen auf dem Land verstreut leben, sind auch die Figuren im Film vereinzelt. Unglaublich scheint der sitten- und konventionsstrenge Menschenschlag in dieser wilden und abgeschiedenen Natur. „Jane Eyre“ zeigt uns eine Epoche, die wir durch die sensibel verkörperten Figuren nah erleben, aber dennoch schwer fassen können. Durch den psychologisch feinfühligen Regiestil ist „Jane Eyre“ kein distanziert wirkender Kostümfilm, sondern ein zeitloses Drama um Menschenwürde und Erfüllung.
      • | FAZIT

      • Spannendes und feinfühlig inszeniertes Drama um das unumgängliche Schicksal der titelgebenden Heldin. Großartig gespielt von Mia Wasikowska, Michael Fassbender und Judi Dench.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 5.5/10 (2 votes)

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              • 1 User hat den Film gesehen
              •   daribow