Montag | 28. Mai 2012 | 19:51 Uhr
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  • FILM REVIEW | Mein Stück vom Kuchen
  • Mein Stück vom Kuchen

    Drama, Komödie | Frankreich 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Als France (Karin Viard) ihren Job bei einer Fabrik in Dünkirchen verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. In der Annahme bis zum Rentenalter einen sicheren Job zu haben, hatte sie für sich und ihre drei Töcther Zukunftspläne gemacht. Nun scheint nichts mehr sicher, ihr Ex-Mann kann ihr auch nicht wirklich helfen, und in dem Irrglauben damit irgendetwas lösen zu können, versucht sich France umzubringen.

    Als dies misslingt, findet sie zwangsläufig wieder zu ihrem alten Pragmatismus zurück und entschließt sich kurzerhand bei einer Putzfirma in Paris anzuheuern. Kurze Zeit darauf bekommt sie bereits ihren ersten Job bei dem skrupellosen Börsenhai Steve (Gilles Lellouche), der zwischen Paris und London pendelt.

    Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, entwickeln sie Sympathien füreinander. Was auch daran liegen mag, dass Steves Ex seinen Sohn bei ihm absetzt. Das Finanzgenie hat keine Ahnung, was er mit einem Kind anstellen soll und so greift ihm France unter die Arme.

    Als Steve France darum bittet mit ihm für ein Wochenende nach London zu kommen, kommen sich die beiden näher und landen im Bett. Doch bereits am nächsten Morgen erfährt France nicht nur, dass der Sex mit Steve auf einer Wette basierte, außerdem weiß sie nun, dass Steve hinter der Schließung ihrer Fabrik in Dünkirchen steckt. France wittert die Chance Rache zu nehmen.
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      • | FILMKRITIK

      • Der Regisseur Cédric Klapisch bewies sein Talent bisher durch leichtfüßige Ensemblefilme wie L‘auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr und So ist Paris. Mit Mein Stück vom Kuchen konzentriert er sich nun zum ersten Mal auf zwei starke Einzelprotagonisten und schlägt dabei sozialkritischere Töne an.

        Bereits die Einführungssequenz macht die Unterschiede zwischen France und Steve nur allzu deutlich. Auf der einen Seite haben wir die resolute Fabrikarbeiterin, die immer einen Rat weiß und die Dinge gerne anpackt. Steve hingegen hat sich in seiner Finanzwelt komplett verloren, für ihn ist es schwer begreiflich, dass der Unterschied zwischen 20 und 200 Euro für France Welten bedeutet. Zudem beweist er auch in seinem Privatleben ein Maß an Kälte und Berechnung, die es schwer macht ihn wirklich sympathisch zu finden.

        Und hier liegt bereits die Crux des Drehbuchs. France wird als ein Charakter eingeführt, der nach einer Kündigung einfach aufgibt. Aber im Verlauf des Filmes entpuppt sie sich dann als schlagfertige, intelligente Frau, die den Stirn auch mal bei den Hörnern packt. Es ist unbegreiflich, warum sie zu Beginn des Filmes an einem Punkt ist, an dem jedes Weitermachen vergeblich scheint. Steve hingegen wird als ein Mann eingeführt, der ein junges Model durch sein Geld verführt und nicht davor zurückschreckt, immensen Druck auf sie auszuüben, damit sie bereits beim ersten Date mit ihm schläft.

        Diese Einführung überschattet den weiteren Verlauf des Filmes. Auch wenn Steve seine sympathischen Seiten hat - man weiß um seine verdorbene Seite und wünscht sich, dass France ihm möglichst aus dem Weg geht. Und bei France ist man sich nie ganz sicher, wen man eigentlich vor sich hat.

        Eine denkbar ungünstige Konstellation, man kommt den Figuren nie nahe und kann so nicht die nötige Identifikation aufbauen, um dem Film auch emotional zu folgen. Zudem überhäuft Klapisch die Geschichte mit wenig subtilen Hinweisen darauf, wer von den beiden nun moralisch falsch liegt. Während Dünkirchen das ländliche Idyll ist, wo die Menschen noch zusammen halten, werden Paris und London die Machtintrigen gesponnen. Nicht umsonst heißt seine Protagonistin „France“.

        Dann gibt es allerdings auch wieder unsäglich komische Situationen, bei denen gerade Karin Viard zur komödiantischen Höchstform aufläuft. Sei es, wenn sie sich bei der Schulung für Putzfrauen als Ausländerin ausgibt, um die anderen nicht vor den Kopf zu stoßen oder im Umfang mit Steves kleinen Sohn.

        Das entschädigt ein wenig für den doch sehr aufgesetzten Rest des Filmes, zudem der Schluss des Filmes bewusst offen gehalten wird. Denn eigentlich kann aus dieser Konstellation kein befriedigendes Ende kommen, das weiß auch Cédric Klapisch.
      • | FAZIT

      • Unverhohlen sozialkritischer Film über den Unterschied zwischen Börsenhaien und den kleinen Leuten, der oftmals zu dick aufträgt, aber auch seine komödiantischen Höhepunkte hat.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Laura Samide

      • | Userwertung

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