Montag | 28. Mai 2012 | 19:59 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Crazy, Stupid, Love.
  • Crazy, Stupid, Love.

    Drama, Komödie | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Nach 25 Jahren Ehe will sich Emily Weaver von ihrem Mann Cal scheiden lassen. Dieser zieht sofort aus, der 13-jährige Sohn Robbie und die jüngere Tochter bleiben bei Emily. Tief gekränkt, sitzt Cal Abend für Abend allein an der Bar, wo er dem jungen Aufreißer Jacob Palmer auffällt. Jacob nimmt Cal unter seine Fittiche, kleidet ihn schick ein und zeigt ihm, wie man im Lokal Frauen anspricht. Cal blüht auf und hat Erfolg, aber sein Herz hängt weiter an Emily. Dumm nur, dass die, obwohl sie Cal ebenfalls vermisst, von seiner Affäre mit Robbies Lehrerin erfährt.

    Cal ist aber nicht der einzige mit einem Liebesproblem: Sohn Robbie hat sich in die 17-jährige Babysitterin Jessica verguckt. Die wiederum ist heimlich in Cal verknallt. Und Jacob, der Frauenschwarm, der jeden Abend mit einer anderen Schönheit ins Bett geht, begegnet der Liebe seines Lebens. Es ist eine Person, die Cal gut kennt.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • Die Liebe stiftet in dieser Komödie eine Menge Verwirrung, denn sie fällt meistens ungünstig hin. So wird sie in der Regel nicht erwidert, sondern verwickelt die unterschiedlichsten Menschen in ein Knäuel aus Schmerz, Peinlichkeit, Eifersucht, Missverständnis. In „Crazy, Stupid, Love“ fühlt man sich wie bei einer Theateraufführung von immer neuen Enthüllungen überrascht, die zu Slapstick und sonstiger Aufregung führen. Dem Hauptdarsteller Steve Carell in der Rolle des Cal Weaver entspricht die Schlagfertigkeit und Trockenheit der Dialoge.

        Schon die Eingangsszene weist auf den typischen Humor dieses Films hin, wenn Cal und Emily im Restaurant sitzen und unschlüssig die Speisekarte studieren. Besonders Emily scheint die Qual der Wahl zu spüren, aber schließlich sagt sie mit fester Stimme und etwas zu laut: „Ich will die Scheidung.“ Bald schon hört man Cal am Tresen einer Bar allein vor sich hinbrabbeln, über die untreue Emily, die ihrem Arbeitskollegen David Lindhagen den Vorzug gibt. An einem dieser Abende erbarmt sich Jacob Palmer des verlassenen Cal, indem er ihn mit einer lässigen Handbewegung an seinen Tisch winkt. Jacob ist mindestens zehn Jahre jünger als Cal, aber er hat ein ungefähr zehnmal so großes Selbstbewusstsein.

        Ryan Gosling spielt Jacob, der Cal komplett neu einkleidet, zum Friseur schleppt, ihm sagt, dass ein Mann niemals einen Strohhalm in sein Glas hält und ihn dann hören und staunen lässt, wie er selbst schöne Frauen anspricht, für sich einnimmt und die Bar mit einer von ihnen verlässt. Dieses Coaching ist witzig, weil Cal anfangs der müde Turnschuhträger ist und Jacob der drahtige Genussmensch, der fast in Ohnmacht fällt, als Cal ihm sagt, er habe nie eine andere Frau gehabt als Emily. Zur Komik tragen auch Cals eigenwillige Kommentare bei, wenn er sich bei diesen Aufreißerspielchen in der Bar selbst nicht geheuer ist.

        Die Regisseure Glenn Ficarra und John Requa und der Drehbuchautor Dan Fogelman belassen es aber nicht bei einem oder zwei Handlungssträngen, wie in den meisten Komödien üblich. Es geht nicht nur um Cal und Emily sowie Jacob und seine Frauen, nein, der Film schwelgt in barocker Fülle und präsentiert Charaktere, die mehr Raum erhalten als Nebenfiguren sonst. Jonah Bobo zum Beispiel in der Rolle des 13-jährigen Robbie Weaver ist nicht nur das Kind, das unter der Trennung der Eltern leidet und den neuen Verehrer der Mutter, gespielt von Kevin Bacon, mit frechen Sprüchen einschüchtert. Robbie entdeckt gerade seine Sexualität und bombardiert seine 17-jährige Babysitterin Jessica mit unerwünschten Liebeserklärungen. Die aufrichtige und beseelte Art und Weise, wie Robbie das macht, lässt ihn zu einem wichtigen Filmcharakter heranwachsen.

        Auch Jessica, schmachtend und leicht verwirrt dargestellt von Analeigh Tipton, rückt auf ihre Weise näher ins Zentrum der Geschichte, denn sie gibt sich ihren Gefühlen eine Spur zu bedingungslos hin. Auch diese Figur schwankt zwischen Peinlichkeit und Reinheit des Herzens, dass es eine Schau ist. Weitere interessante Rollen gehören Emma Stone und Marisa Tomei. Emily wird von Julianne Moore gespielt, auch diesmal an sich ein Gewinn für den Film. Allerdings harmonieren Moore und Carell als Darstellerpaar nicht auf den ersten Blick, zu groß erscheint ihr Image-Unterschied. Der Film bekennt sich im Verlauf zu traditionellen amerikanischen Familienwerten, was dem Humor nicht gerade dient, aber die Komödie kann lange genug einfach nur lustig sein, um als originell in Erinnerung zu bleiben.
      • | FAZIT

      • Romantische Gefühle sorgen für peinliche Verwicklungen in dieser ideenreichen Komödie.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 4.6/10 (7 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN