Als die nackte Leiche einer jungen Frau in der kanadischen Provinz gefunden wird, ist Polizist Walter (Peter Stormare) einer der Ersten, die am Tatort auftauchen. Die Frau ist eine Fremde, und da die örtliche Polizei bisher noch nie einen Mordfall zu untersuchen hatte, bekommen sie Unterstützung durch die Ontario Provincial Police.
Walter beginnt seine Ermittlungen, die ihn jedoch ausgerechnet zum neuen Freund Steve (Eric McIntyre) seiner Ex Rita (Jill Hennessy) führen. Ist das nur ein Zufall oder führt ihn die Absicht in diese Richtung?
Knapp sechs Monate zuvor gab es bereits eine gewalttätige Auseinandersetzung, bei der Walter jegliche Kontrolle verlor. Seitdem beäugen ihn die Provinzler mit Argwohn und seine Familie meidet ihn. Einzig seine neue Freundin Sam (Martha Plimpton) hält noch zu Walter.
Schon bald vermischt sich die Ermittlung des Mordfalls mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit und Walter wird, auf seinem Selbstfindungstrip, ein ums andere Mal zurück an den Abgrund seiner Emotionen geführt.
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| FILMKRITIK
Der einsame Polizist in der Provinz, dessen Ermittlungen ihn in die Tiefen seiner eigenen Seele führen. Das ist kein neues Sujet. Filme wie Insomnia oder Der Gejagte kommen einem spontan in den Sinn. Der Beruf des Polizisten scheint wie gemachen für die gebrochenen starken Männerseelen, von denen das heutige Kino so gerne erzählt.
Auch Small Town Murder Songs ist ein Film, bei dem die Krimihandlung in den Hintergrund gerät. Es gibt nur einen einzigen Verdächtigen, und das bereits seit der zehnten Filmminute. Spannung ist etwas anderes.
Stattdessen konzentriert sich Regisseur Ed Gass-Donnelly auf das Innenleben des Protagonisten. Untermalt durch epische Bilder und langsame, von Musik untermalte, Einstellungen, wird ein möglichst facettenreiches Bild von Walters Gemütszustand gemalt. Der Arbeit des Kameramannes Brendan Steacy und des Komponisten Bruce Peninsula ist es hierbei zu verdanken, dass der Film nicht auch visuell in der Belanglosigkeit versinkt.
Doch das ist keinesmals ausreichend. Die biblisch anmutenden Zwischentitel und die fast schon alttestamentarische Erkenntnis des Filmes, sind weitere Versuche, die etwas maue Handlung auf ein künstlerisches Niveau zu hieven. Hier wird krampfhaft den Coen Brüdern nachgeeifert, die Geschichte wird zu sehr von der hochtrabenden Regie gepeitscht, als dass sie anständig erzählt wird.
Peter Stormare ist ein guter Schauspieler, und dass es selbst er nicht vermag der Rolle mehr als klischeehafte Züge zu verleihen, spricht nicht unbedingt für das Drehbuch. Die weiblichen Rollen sind komplett unterentwickelt. Weder Jill Hennessy noch Martha Plimpton können ihr eigentliches Niveau zeigen.
Die einzige Rolle, die überraschenderweise heraussticht, ist die Mutter der Verstorbenen, die von Heather Alllin gespielt wird. Folgerichtig bekommt sie dann nur 3 Minuten im Gesamtwerk zugestanden.
Small Town Murder Songs ist der Beweis dafür, dass ein bloßes Versprechen auf einen düsteren Einblick in die menschliche Seele nicht reicht, um gutes Kino zu machen. Man braucht auch ein innovatives und psychologisch verifiziertes Drehbuch dafür. Das gab es hier scheinbar nicht. Und so bleibt es bei einem durchaus ansehlichen und milde interessanten Independent Film Versuch, der beim Vergleich mit seinen Vorbildern jedoch nur verlieren kann.
| FAZIT
Düstere Aufarbeitung eines zu Gewaltätigkeit neigenden Polizisten, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Laura Samide
| FILMPLAKAT
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