Nick hat einen bösartigen Chef. Dales Chefin ist aggressiv notgeil und bedrängt ihn, den glücklich Verlobten, aufs Heftigste. Kurt muss sich mit einem Nichtnutz von Firmenboss rumschlagen. Gemeinsam beschließen sie: Sie tun der Menschheit etwas Gutes, wenn sie ihre Chefs ermorden. Doch wer soll es tun? Mutherfucker Jones scheint der geeignete Mann zu sein. Er verlangt 5.000 Euro - für Mordberatung. Wegen Bewährung darf er nicht selbst Hand anlegen…
Der Plan ist: Jeder ermordet den Chef des anderen, dafür müssen erstmal die Gewohnheiten und privaten Verhältnisse ausspioniert werden. Dabei geht einiges schief, die Polizei ist ihnen auf den Fersen, Nicks Chef killt unversehens Kurts Chef, und ein Erpressungsversuch geht gnadenlos in die Hose.
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| FILMKRITIK
„Kill the Boss“, im Original „Horrible Bosses“, hat die größtmögliche Zielgruppe: Nämlich alle, die ihren Chef blöd finden. Also alle. Nick, Dale und Kurt sind Stellvertreter des Publikums für diesen Hass. Und sie leiten ihn um zur Tat: Zur Tötung des vorgesetzten Feindes im Büro – die quasi ersatzweise die Fantasien des Zuschauers umsetzen.
Nicks Feind: ein Stupid Fucking Asshole, das ihm Aussicht auf Beförderung vorlügt, um ihn zu mehr Arbeit zu motivieren – bzw. um ihn nach Strich und Faden auszunutzen. Kevin Spacey spielt diesen Fiesling ohne jede Skrupel, der allzeit seine Macht spüren lässt.
Dales Feindin: eine Evil Crazy Bitch, die ihn aggressiv sexuell bedrängt, weil es ihr Spaß macht, ihn zu quälen und mit handgreiflichen Avancen sexuell zu demütigen. Jennifer Aniston spielt diese nymphomane Vergewaltigerin, die mit ihm spielt wie eine Pussykatze mit einer Maus.
Kurt hat den besten Chef der Welt; doch als der plötzlich stirbt, sitzt der Feind da: der Dipshit Cokehead Son, der keine Ahnung von irgendwas hat, in Bolivien Giftmüll verteilen will, in der Firma die Dicken und Behinderten rausschmeißt und vor allem so viel Geld wie möglich abzweigen will. Colin Farrell spielt den egomanischen Teufel mit bizarrem Bart und dünnem Haar, über die Glatze gegelt.
Diese drei verdienen den Tod; helfen soll Profikiller Mutherfucker Jones – Jamie Foxx als Proto-Gangster. Naja: Wegen Bewährung ist er nur ein 5.000 Dollar teurer Mordberater mit recht banalen Vorschlägen für die drei untergebutterten Angestellten. Und so wie die drei sich unbeholfen in ihren Mordplänen vorwärtstasten, so entfernt sich auch der Film mehr und mehr von der Grundidee des Mordes aus Hass zum Chef: Seinen komischen Konflikt zieht er nur bedingt aus Vorbereitungen und Durchführungen der Attentate, also aus der Konfrontationen mit den Antagonisten, sondern aus den Tollpatschigkeiten der drei Amateure, die sich einfach blöd anstellen. Was Regisseur Seth Gordon ganz pointiert und voll Witz ausspielt und bis in die Spitze treibt in absurden Situationen: Wenn der Spitzname von Motherfucker Jones lang und breit diskutiert wird, oder wer im Gefängnis am meisten vergewaltigt werden wird. Oder wenn die drei Brothers in Arms mit Filmanspielungen um sich werfen – denn jeder soll den Boss des anderen killen, wie in Hitchcocks „Zwei Fremde im Zug“ – ist das nicht der mit Danny de Vito, der lustig seine Mama aus dem Zug schmeißen will?
Und schön, wie die Situation langsam eskaliert: Weil sich die drei beim Einbrechen in die Wohnungen der Opfer in spe gar so doof anstellen; weil dann irgendwann einer der Bosse/Opfer ein anderes umbringt und ihnen damit gar die Arbeit abnimmt, wodurch sie aber doch noch viel mehr in die Bredouille geraten… Das ist alles komisch ausgespielt, wie die drei Typen in den Hauptrollen sich nicht behaupten können gegen die Fakten, die ihre von Stars gespielten Feinde geschaffen haben.
„Kill the Boss“ ist leichte, witzige Unterhaltung, mit Können inszeniert und mit viel allseitiger Spielfreude rübergebracht. Dass dabei jeder Sozialkonflikt tunlichst vermieden wird und dadurch das Grundkonzept – töte den schrecklichen Boss – von jeder Satire befreit ist, merkt man zwar. Andererseits wird man durch eine fantastische technische Neuheit entschädigt, einem Auto-Navi mit telephonischer Direktverbindung nach Indien, zu Gregory/Atmanand, der ein echter deus ex machina ist
| FAZIT
Witzige, flotte Komödie über die Fantasien vom Mord am Boss – spielfreudige Darsteller, trefflich pointierte Inszenierung. Vielleicht etwas zu belanglos.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung