Jean-Louis Joubert und seine Frau Suzanne gehören im Paris des Jahres 1962 zu den Kreisen, die sich ein Dienstmädchen leisten. Doch die alte Perle Germaine kündigt, weil sie es nicht erträgt, dass Suzanne Joubert nach dem Tod ihrer Schwiegermutter deren Zimmer umräumen will. Auf Anraten ihrer Freundinnen stellt Madame Joubert ein spanisches Zimmermädchen ein. Die junge Maria wohnt wie ihre Tante und andere Spanierinnen im 6. Stockwerk von Monsieur Jouberts Immobilie, wo sich die kleinen Zimmer für das Personal verschiedener Haushalte befinden.
Maria erledigt ihre Aufgaben zur vollster Zufriedenheit der Jouberts und zieht besonders die Aufmerksamkeit des Hausherrn auf sich. Als er einmal Gegenstände aus der Wohnung in eine Rumpelkammer im 6. Stock trägt, betritt er ungläubig eine andere Welt. Er wusste nicht, dass die Dienstmädchen nur über ein gemeinsames Waschbecken im Flur verfügen und lässt umgehend ihre verstopfte Toilette reparieren. Das sichert ihm die Sympathie der Spanierinnen, deren Herzlichkeit ihn in Folge immer mehr beeindruckt.
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| FILMKRITIK
„Nur für Personal!“ ist eine französische Ensemblekomödie, die mit ihrem Charme und ihrer Leichtigkeit gut unterhält. Regisseur Philippe Le Guay schildert einen heiteren Zusammenprall der Kulturen, wenn er einen Pariser Börsenmakler der sechziger Jahre dazu bringt, sich mit dem spanischen Hauspersonal im obersten Stockwerk anzufreunden. Dabei wird munter an Konventionen und sozialen Schranken gerüttelt.
Jean-Louis Joubert legt großen Wert darauf, dass ihm sein Zimmermädchen zum Frühstück ein perfektes Ei, dreieinhalb Minuten gekocht, serviert. Aber die alte Bonne Germaine hat sich wieder mal nicht an diese Vorgabe gehalten und antwortet auf seine Vorhaltungen gereizt: Dies sei nicht der richtige Zeitpunkt, um sie mit seinem Ei zu langweilen. Weil sie sich so über Madame Jouberts Absicht ärgert, sich im Zimmer der verstorbenen Schwiegermutter ein Büro einzurichten, beschimpft Germaine ihre Arbeitgeber unverblümt und packt schließlich ihren Koffer.
Suzanne Jouberts Freundinnen empfehlen als Nachfolgerin ein Dienstmädchen aus Spanien. Im sechsten Stockwerk von Jouberts Pariser Mehrfamilienhaus, in den kleinen Zimmern für Hausangestellte, wohnen schon etliche Frauen, die vor dem Bürgerkrieg in Spanien geflohen sind oder auch nur aus finanziellen Gründen in Frankreich arbeiten. Hierher zieht auch Maria, die die neue Bonne der Jouberts wird. Sie kann das Frühstücksei perfekt kochen, ist höflich, fleißig und zuverlässig. Nachdem sie den Haushalt erledigt hat, begrüßt sie die heimkehrende Hausherrin, die über ihren stressigen Tag klagt und sich aufs Bett fallen lässt. Später erfährt man, dass ihr Pensum aus Terminen bei Freundinnen, Friseur oder Besorgungen besteht. Mit Maria sind sowohl Suzanne, als auch Jean-Louis Joubert vollauf zufrieden, obwohl auch die junge Spanierin im Konfliktfall nicht auf den Mund gefallen ist.
Als der Hausherr ein paar ausrangierte Möbelstücke ins oberste Stockwerk schleppt, sieht er, unter welch armseligen Bedingungen das Personal haust. Die Reparatur der Toilette, die Erlaubnis für Dolores, ein Telefongespräch aus seiner Wohnung nach Hause zu führen, und schon fallen ihm die Spanierinnen vor lauter Dankbarkeit um den Hals. So viel Wohltat und Großzügigkeit hätten sie sich von einem französischen Hausherrn nicht träumen lassen. Jean-Louis wird mit ihrer Herzlichkeit und Fürsorge reich belohnt, wenn er mit Bauchschmerzen im Bett liegt oder zu einer ihrer Feiern eingeladen wird.
Fabrice Luchini spielt Jean-Louis Joubert, der sich in der Regel vornehm und förmlich gibt, aber kindlich beglückt lächeln kann, wenn das Frühstücksei gelungen ist oder wenn er in die fremde Welt der kleinen spanischen Gemeinschaft schaut. Suzanne Joubert, gespielt von Sandrine Kiberlain, fesselt mit ihrem Schwanken zwischen Reserviertheit und impulsiven Gefühlsanwandlungen. Maria, gespielt von Natalia Verbeke, gibt sich ihren Arbeitgebern gegenüber vorsichtig-zurückhaltend und strahlt einen natürlichen Stolz aus. Dass Jean-Louis Joubert in Gesellschaft der spanischen Bonnes aufblüht, mag allzu versöhnlich und auch realitätsfern erscheinen. Aber dank der guten Schauspieler und der humorvoll-heiteren Atmosphäre ist der Film ein unbeschwertes Vergnügen.
| FAZIT
Leichte, gut gespielte Ensemblekomödie aus Frankreich über einen Börsenmakler, der Bekanntschaft mit spanischen Haushälterinnen schließt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung