Montag | 28. Mai 2012 | 11:53 Uhr
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  • FILM REVIEW | Wickie auf großer Fahrt
  • Wickie auf großer Fahrt

    Abenteuer, Familie, Komödie | Deutschland 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Wickie muss diesmal das Kommando auf dem Segelschiff der Starken Männer von Flake übernehmen. Denn es gilt, seinen entführten Vater, Häuptling Halvar, zu befreien. Das Schiff fährt zum Kap der Angst, wo Halvar auf der Burg des Schrecklichen Sven gefangen gehalten wird. Sven hat Halvars Amulett gestohlen, welches der Schlüssel zum Palast des Ewigen Eises ist. Dort wiederum liegt der Schatz der Götter, den sich Sven unbedingt holen will.

    Wickie aber hat das Logbuch von Erik dem Roten, dem einst Halvars Großvater diente, gefunden. Darin ist der Weg zum Schatz der Götter aufgezeichnet. Wenn es Wickie und den Starken Männern also gelingt, Halvar und das Amulett aus Svens Burg zu befreien, könnten sie sich auch den Schatz der Götter abholen. Die Reise ist voller ungeahnter Gefahren, aber Wickie hat eine tapfere und starke Helferin an seiner Seite: das Mädchen Svenja. Es kam als blinder Passagier zu den Wikingern, die es zur Sklavin erklärten, aber es verfolgt seine eigenen Ziele.
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      • | FILMKRITIK

      • Rund sechs Millionen Kinozuschauer im deutschsprachigen Raum erzielte der Realfilm „Wickie und die starken Männer“ aus dem Jahr 2009. Jetzt kommt ein neues Abenteuer für den von Jonas Hämmerle gespielten schmächtigen, aber einfallsreichen Häuptlingssohn auf die Leinwand. Regisseur ist diesmal nicht mehr Michael Bully Herbig, sondern Christian Ditter, der auch das Drehbuch basierend auf den Figuren von „Wickie“-Erfinder Runer Jonsson schrieb. Er lässt den Jungen für eine Weile offiziell das Kommando über die Wikinger übernehmen und schickt ihn auf eine abenteuerliche Seereise.

        Die aufwändige, in 3D gedrehte Produktion bietet spannende Action an urigen Schauplätzen. Zunächst muss Wickie sich unter den kritischen Augen seines Vaters an schlafende Ritter heranpirschen und findet sich gefangen in einem Wagen wieder, mit dem die Gäule durchgehen. Nachdem, zurück in Flake, Vater Halvar entführt wird, sticht Wickie mit den Starken Männern in See und muss es mit Stürmen, leicht bekleideten Walküren, dem Schrecklichen Sven und seinen Piraten auf ihrer Burg, der tödlichen Schlucht des Odin und den Fallen im Palast des Ewigen Eises aufnehmen. Obwohl viel Aufregendes passiert, ist das Tempo des Films nicht rasant. Action wechselt sich auf dramaturgisch überzeugende Weise ab mit ruhigen, aber ebenfalls spannenden Szenen, in denen sich Wickie zum Beispiel dem schnarchenden Sven nähert und eine Spinne kurzzeitig die Hauptrolle übernimmt.

        Die 3D-Effekte sind weitgehend unspektakulär, dafür aber gibt es auch nichts Störendes etwa in Form von Unschärfen. Der optische Eindruck ist vielmehr geradezu natürlich. Besonders im letzten Teil mit den rasanten Wasserfahrten durch die Schlucht des Odin und im Eispalast mit dem Schatz der Götter beeindrucken aber auch die räumlichen Perspektiven. Gedreht wurde der Film unter anderem am bayerischen Walchensee und in der Burg von Burghausen, sowie in den Wasserstudios auf Malta. Erneut wurde auf eine gewisse Kontinuität mit den Motiven und Figuren der beliebten TV-Zeichentrickserie aus den Siebzigern geachtet.

        So darf natürlich auch hier Wickies Markenzeichen, das Reiben der Nase auf der Suche nach dem rettenden Einfall, gefolgt vom Jubelruf, „Ich hab´s!“, nicht fehlen. Dazu gibt es Verstärkung in Form der Zeichentrick-Sterne. Jonas Hämmerle, der zu Beginn der Dreharbeiten zwölf Jahre alt war, bezaubert auch diesmal mit der rothaarigen Perücke und seinem noch kindlich jungenhaften Spiel. So gar nicht nach dem Wunsch des starken Vaters geraten, plagt sich der dünne Wickie mit seiner Ängstlichkeit herum und muss es ertragen, dass seine friedfertige Art und Weise, lieber zu verhandeln als sich zu schlagen, dem erneut von Waldemar Kobus gespielten Halvar nicht gefällt. Allerdings entgeht es dem Häuptling nicht, dass er ohne seinen Sohn ganz schön in der Klemme säße.

        Neben der Actionebene des Films gibt es daher auch eine ebenfalls spannende Beziehungsebene. Wickie muss sich auch mit dem unerschrockenen Mädchen Svenja auseinandersetzen, welches von Valeria Eisenbart dargestellt wird. Es geht auf humorvolle, aber auch nachdenkliche Weise um anerzogene Geschlechterrollen und um den Wert von Freunden und Helfern. Dass die Starken Männer über Frauen schlecht reden, sieht man ihnen nach, weil sich die Krieger sowieso mit ihrer Tollpatschigkeit als nicht ganz auf der Höhe der Zeit erweisen. Das alles gehört wohl zur traditionellen Komik dieses Universums. Die Idee mit den Walküren als Bikinischönheiten verleiht der Geschichte, die sich ihren beinahe schon altmodisch unschuldigen Zauber bewahrt, eine schrille Note.
      • | FAZIT

      • Wickies neues Abenteuer ist fein austariert zwischen Action und Gefühl, verknüpft den altbewährten Humor mit dem Witz neuer Gegensätze.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.0/10 (10 votes)

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