Abenteuer,
Kinderfilm,
Zeichentrick
| Deutschland 2011
| INHALTSANGABE
Vor lauter Hunger nach der Angst von Kindern schrumpfen die Traummonster bereits. Sie entführen Tommys Beschütz-mich-Hund in die Traumstadt, wo sie im dunklen Untergrund darauf warten, dass Tommy selbst auf der Suche nach seinem Hund vorbeikommt. Dann wollen sie ihn fangen und ihm Angst einjagen, bis sie groß und mächtig werden. Aber Tommys große Schwester Laura und ihr Stern begleiten Tommy in die Traumstadt. Dort sehen sie hinter vielen Türen ihre angenehmen Träume wieder. Aus dem Untergrund hören sie das Bellen des Beschütz-mich-Hundes. Und die Monster entsenden den kleinen Lichtfänger zu ihnen nach oben, um den Stern zu jagen, vor dessen Licht sie sich sehr fürchten.
WERBUNG
| FILMKRITIK
„Lauras Stern und die Traummonster“ nach dem gleichnamigen Buch von Klaus Baumgart ist bereits das dritte Spielfilmabenteuer der bei der Altersgruppe der Kindergartenkinder beliebten Figur. Unter der Regie von Ute von Münchow-Pohl und Thilo Graf Rothkirch und in 3D müssen sich Laura und ihr kleiner Bruder Tommy in der Traumstadt ihren Ängsten stellen und den Beschütz-mich-Hund aus den Fängen der grellbunten, tollpatschigen Monster befreien. Dabei geht es auch lustig zu, dank der extra für den Film erfundenen Figur des Lichtfängers, einem kleinen Monster, welches sich nur mit Pantomime und Lauten verständigt und sich mit Tommy anfreundet.
In der gewohnt farbenfrohen Gestaltung führt der Animationsfilm zunächst die hässlichen Monster ein, die ihre Größe messen und feststellen, dass sie alle geschrumpft sind. Stielauge, Fresso, Beule und Tentakel sehen zwar abstoßend aus, sind aber, wie sich im Laufe der Handlung immer mehr herausstellt, ziemlich beschränkt und tollpatschig. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie dem kleinen Tommy gerne Angst einjagen: Sie lauern auf dem Speicher und befinden sich auch in dem Keller, in den der Beschütz-mich-Hund eines Tages fällt. Selbst die mutige und vernünftige große Schwester Laura, die den Hund holen will, erschrickt vor den Schatten der Monster.
Der Chef der Monstertruppe ist eine Art lilafarbener Dino oder Vogel, der zwei Schlangenköpfe um den Hals baumeln hat und diese für sich sprechen lässt. Oliver Kalkofe leiht dem Chef die Stimme, Désirée Nick dem Tentakel, Markus Maria Profitlich dem Fresso. Die Botschaft des Films wird zwar schnell deutlich: Erst die Angst der Kinder lässt die Monster wachsen, also kann die Selbstüberwindung sie auch schrumpfen lassen. Aber ganz kleine Kinder könnten sich vor den real existierenden Monstern dennoch fürchten, während etwa Fünfjährige der Geschichte schon Spaß abzugewinnen verstehen. Dazu trägt die aufwändige visuelle Umsetzung mit der fantasievollen Traumstadt in Muschelform bei, die innen wie ein Schloss ausgestattet ist, mit Wendeltreppe und vielen Türen. Im lichten oberen Teil, in welchem Laura, Tommy und der Stern landen, begegnen die Kinder ihren angenehmen Träumen, während die Wendeltreppe tief, ganz tief hinab führt in das dunkle Reich der bösen Träume, wo die Monster warten. Die 3D-Effekte setzen nicht auf Überraschung, sondern sind relativ unspektakulär, aber gut eingesetzt, zum Beispiel an dieser Treppe oder an einer Röhrenrutsche.
Der spaßigste Einfall der Geschichte ist die Figur des Lichtfängers, eines orangefarbenen Monsterchens mit vier Armen und einem liebenswerten Gemüt. Es soll den Stern und seinen Staub einfangen, damit die Monster keine Angst zu haben brauchen. Zwar tut es das zunächst auch, doch es liebt ja das Licht insgeheim, und außerdem versteht es sich mit Tommy gleich auf Anhieb. Es kann nicht sprechen, aber es stößt eine Menge Laute aus, die Ralf Schmitz beisteuert, und liebt die Pantomime. So erfahren die Kinder, nach welchem Prinzip die Monster im Untergrund funktionieren. Annabel Wolf spricht zum zweiten Mal Laura und als Tommy ist wieder Sandro Iannotta am Mikrofon.
Der Film pendelt zwischen Wirklichkeit und Traumwelt, Laura und ihr Bruder bestehen den größten Teil ihres Abenteuers in einem gemeinsamen Traum. Die Vermischung beider Ebenen, etwa wenn die Monster anfangs in Tommys Leben auftauchen, entspricht vielleicht der kindlichen Fantasie, wirkt aber eher beliebig als pädagogisch oder künstlerisch wertvoll. Dass die mitgeführten Stofftiere Bär und Minihase, ebenso wie der Beschütz-mich-Hund auf seinen Rädern hin und wieder sehr lebendig werden, greift wiederum einen gelungenen Einfall dieser Geschichtenreihe auf. So erscheint der Film als ein gutes, wenn auch nicht unentbehrliches Unterhaltungsprodukt für die Zielgruppe der „Lauras Stern“-Bücher.
| FAZIT
Farbenfroh und mit humorvollen Beigaben gestaltet der Film die Reise von Laura und Tommy in die Traumstadt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung