Johnny English, einst Topagent beim britischen Geheimdienst MI7, hat sich in ein tibetisches Kloster zurückgezogen. Dort übt er unter Anleitung eines Kampfkunstmeisters, seinen Geist zu stählen und den schrecklichen Einsatz vor fünf Jahren in Mosambik zu verarbeiten, bei dem er folgenreich versagte. Nun aber ruft ihn der MI7 zurück, denn eine wichtige Kontaktperson in einem neuen Fall will nur mit ihm reden. English fliegt also mit seinem jungen Assistenten Tucker nach Hongkong, um einen CIA-Mann zu treffen. Der hat Informationen zu einem geplanten Anschlag auf den chinesischen Premierminister während seines Treffens mit der britischen Regierung in einer Woche.
English bekommt von dem amerikanischen Agenten den Hinweis, dass der chinesische Premier mit einer Geheimwaffe umgebracht werden soll, in deren Besitz eine Gruppe namens Vortex ist. Er selbst sei eines ihrer drei Mitglieder, und jedes habe einen Schlüssel. Wer alle drei Schlüssel besitze, könne sich die Geheimwaffe holen. Nach dieser Erklärung wird der Agent ermordet und einer der Attentäter flieht mit seinem Schlüssel. English verfolgt ihn und nimmt ihm den Schlüssel ab, doch als er ihn in London stolz seiner Chefin präsentieren will, ist er nicht mehr da. Eine als Putzfrau getarnte Killerin heftet sich an seine Fersen, während English ein zweites Mitglied von Vortex sucht.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Nach seinem ersten Auftritt als Geheimagent Johnny English im Jahr 2003 legt der britische Komödiendarsteller Rowan Atkinson nun endlich nach: Der tollpatschige Spion im Dienste Ihrer Majestät bekommt Hightech-Waffen in die Hände und einen jungen Assistenten an seine Seite, der das Schlimmste verhindern soll. Unter der Regie von Oliver Parker entfaltet die Actionkomödie ein reiches Arsenal an Späßen, die so Verschiedenes wie den Einfluss kommerzieller Geldgeber oder die sportlichen Höchstleistungen bei der Gangsterverfolgung auf die Schippe nehmen.
Seit den Anfängen eines Inspektor Clouseau sind Witzfiguren im Genre des Kriminal- und Agentenfilms so etwas wie ein lebenswichtiges Vitamin für das Publikum. Es ist einem eben regelmäßig danach, sich an den Slapstick-Experten zu erfreuen, die es so mühelos genial schaffen, harte Kommissare oder mit allen Wassern gewaschene Spione aus dem Konzept zu bringen. Auch von Geheimagent Johnny English erwartet man also wieder nur das Beste in dieser Hinsicht und ist sofort bereit, loszulachen, kaum dass Rowan Atkinson hinter seinem Bart im tibetischen Kloster erkannt wird.
In den fünf Jahren seiner beruflichen Zwangspause nach dem Fiasko in Mosambik hat Johnny English einige Veränderungen beim britischen Geheimdienst nicht mitgekriegt. So staunt er nicht schlecht, als er die Londoner Zentrale betritt, die jetzt den Namen eines asiatischen Elektronikkonzerns trägt. Seine neue Chefin Pamela macht bei der Begrüßung in ihrem Büro keinen Hehl daraus, dass sie English zutiefst misstraut, und dazu hat sie nach einem Clouseau- oder Mr. Bean-ähnlichen Zwischenfall mit ihrer Katze auch allen Grund. Zu den Stärken der Geschichte gehört, dass sie solchen Slapstick, der zum Image von Rowan Atkinson gehört, mit weiterem Einfallsreichtum kombiniert.
Bereits ziemlich am Anfang der ereignisreichen Handlung beweist English, dass er in Tibet gelernt hat, besonnen vorzugehen. Ausgerechnet auf einer rasanten Verfolgung in Hongkong nützt ihm diese Tugend und demonstriert nebenbei sehr einleuchtend, dass in Actionfilmen viel zu viel gesprungen und geturnt wird. Es gibt deswegen aber auch viele Zutaten eines Bond-gerechten Einsatzes, vom Hubschrauber- und Fallschirmfliegen bis zum Kampf in einer Bergseilbahn. Und Atkinson bekommt Mitspieler an die Seite gestellt wie „Akte X“-Hauptdarstellerin Gillian Anderson als Pamela, „The Wire“-Darsteller Dominic West als Kollegen Simon Ambrose und Rosamund Pike, die 2002 in „James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag“ zu sehen war, als die attraktive Verhaltenspsychologin Kate.
Johnny English geht mit der Zeit, und wer bis zum Abspann wartet, erfährt, ob er folglich auch kochen gelernt hat. Bis dorthin hat der Spion es drauf wie kaum ein anderer, sich den Weg durch eigene Irrtümer zu bahnen. Das macht selbst dann Spaß, wenn auf dem Humor ein Hauch von Retro liegt und er nicht in erster Linie auf Innovatives und Spektakuläres setzt.
| FAZIT
Rowan Atkinson ist als Geheimagent Johnny English zum zweiten Mal die pure Leinwandfreude.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung