Homosexualität ist auch noch in den 90ern ein Thema von dem sich die Hollywood-Majors lieber weg halten. In Nebenstorys ist so was mal drin, entweder um den Plot anzukurbeln oder zur Erheiterung, oder Tom Hanks kämpft gegen Aids.
So was ist, was die Leute sehen wollen, das kann man schon mal produzieren, aber Darstellungen gleichgeschlechtlicher Beziehungen als Haupttenor eines Hollywoodfilms sieht man noch nicht.
In den kleinen Produktionen sieht das anders aus, hier ist das Eisen nicht mehr ganz so heiß. Hier kann man noch ziemlich frei und ungezwungen produzieren.
Kein Wunder, dass hier noch die Filme mit Herz und Seele entstehen. "Two Girls in Love", die autobiographisch angehauchte Geschichte zweier ineinander verliebter Mädchen ist so ein Film. Auch wenn die Political Correctness hier vielleicht schon ein bisschen zu dolle auf die Spitze getrieben wird.
Da ist Randy (Laurel Holloman), 17 Jahre alt, weiß, lebt in der untersten Sozialschicht und hat sich schon vor langer Zeit als Lesbe geoutet. Die Folge davon: keine Freunde. Außer Frank (Nelson Rodriguez). Kein Wunder, Frank ist bekennender Schwuler. Dann ist da Evie (Nicole Parker), auch 17, schwarz, gehört zur Upperclass und hat gerade mit ihrem Freund Schluss gemacht.
Randy und Evie begegnen sich an der Tankstelle an der Randy jobbt - und es funkt.
Zögerlich entwickelt sich ihre kleine Liaison, nur langsam kommen sie sich auch körperlich näher, seelisch sind sie längst zusammengewachsen. Evies Freundinnen sehen dies mit Misstrauen - und als sie anfangen zu kapieren, was überhaupt los ist waren sie die längste Zeit Evies Freundinnen. Dann wird Evie 18. Sie lädt Randy zu sich nach Hause ein, ihre Mutter (Stephanie Berry) ist auf Geschäftsreise.
Die beiden kochen zusammen, trinken viel, turteln wie Frischverliebte und schlafen schließlich auch miteinander. Am nächsten Morgen jedoch ist Evies Mutter wieder da, die ihre Tochter überraschen will. Jedoch erlebt die dann die wirkliche Überraschung und reagiert auf die neue Vorliebe ihrer Tochter nicht gerade positiv. Evie und Randy flüchten aus dem Haus und verstecken sich in einem kleinen Motel, während sowohl Evies wie Randys Familie die beiden suchen.
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| FILMKRITIK
Der Film ist kritisch, er zeigt, dass Homosexualität noch längst nicht von der Gesellschaft akzeptiert ist. Alle tun so liberal, doch wenn es sie selber betrifft, dann flippen sie aus, was sehr gut am Beispiel von Evies Mutter gezeigt wird. Als sie erkennt, dass ihre Tochter lesbisch ist, regt sie sich nur über die Unordnung im Haus auf. Das was sie gerade gesehen hat verdrängt sie lieber.
Der Film legt jedoch nicht wirklich darauf Wert Gesellschaftsmissstände klarzustellen, dies ist nur ein Nebeneffekt der straffen und guten Inszenierung der Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Maggenti. Sie will nur eine schöne, aussagekräftige Liebesgeschichte erzählen, und so ist es auch kein Wunder, dass es zu einem Happy End kommt, in dem für die beiden Mädchen nur ihre Liebe zueinander zählt.
Der Regisseurin gelingt es, die Beziehung zwischen den Mädchen zu einander fassbar zu machen. Weniger durch ihre Dialogszenen, als eher durch die überaus erotische Liebessequenz zwischen den Beiden. Durch diese Szene wird erst klar, wie sehr die Beiden zusammengehören und das sie alle Gesellschaftsbarrikaden überwinden können. Beeindruckend ist das Spiel der jungen Laurel Holloman, die man ruhig öfters sehen könnte.
| FAZIT
Insgesamt ein kleiner, äußerst sympathischer, charmanter, ungewöhnlicher und unkonventioneller Film, der so frei mit seinem Thema umgeht, wie es auch nötig ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
Gesamtwertung:
Autor: Sebastian Schmidt
| FILMPLAKAT
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