Nathan Harper soll mit seiner Klassenkameradin Karen eine Hausarbeit über vermisste Kinder schreiben. Auf einer Webseite sieht er das Foto eines vermissten kleinen Jungen, der heute in seinem Alter wäre. Der Junge sieht ihm nicht nur ähnlich, er trägt auch ein T-Shirt mit einem Fleck, welches Nathan in Haus seiner Eltern findet. Er weiht Karen und seinen besten Freund in seine Erkenntnisse ein und stellt schließlich seine Mutter zur Rede, die zugibt, dass er andere Eltern hat. Aber mehr erfährt er nicht, denn Gangster haben über eine Onlineverbindung zu seinem Computer bereits seine Adresse herausgefunden. Nathan und Karen sehen, wie seine Pflegeeltern umgebracht werden und können in letzter Sekunde fliehen.
Nathan bringt die leicht verletzte Karen ins Krankenhaus und ruft die Polizei an, bekommt aber einen Mann vom Geheimdienst CIA an den Apparat. Der sagt ihm, zwei Männer seien unterwegs, um ihn zu holen. Auch der Gangster namens Kozlow und seine Helfer sind nicht weit, und das junge Pärchen kann nur entkommen, weil Nathans Therapeutin, Dr. Bennett, plötzlich auftaucht und sie im Auto ein Stück mitnimmt. Von ihr erfährt Nathan, dass dem CIA-Chef nicht zu trauen ist. Nathan und Karen sind auf der Flucht auf sich allein gestellt. Kozlow will Nathan in seine Gewalt bringen, um seinen echten Vater zu erpressen. Der hat ein brisantes Geheimdokument von Kozlow gestohlen.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Nachdem ihn die Rolle des Werwolfs Jacob in den „Twilight“-Filmen zum Mädchenschwarm und Shooting-Star machte, hat Taylor Lautner jetzt seine erste Hauptrolle in einem Film bekommen. Er spielt den jugendlichen Gejagten Nathan, der seine Verfolger alt aussehen lässt, in diesem Actionthriller von Regisseur John Singleton. Dabei muss er vor allem den muskulösen, harten Kämpfer geben, aber auch ein starkes Interesse daran zeigen, seine von Lily Collins gespielte Filmfreundin Karen zu küssen.
Die Actionszenen sind kantig, wie man sie bei Singleton erwartet. Das geht schon los, als Nathan noch mit dem Mann, den er für seinen Vater hält, im Garten boxt. Der Zweikampf wird schonungsloser ausgetragen, als es sich für eine normale Vater-Sohn-Beziehung gehört, und die vermeintliche Mutter, gespielt von Maria Bello, schaut lange Zeit nur lächelnd zu. Der mörderische Überfall der Gangster in dieses Haus wird nicht ohne Brutalität inszeniert und und auf der anschließenden, filmlangen Flucht bekommt Lautner weitere Gelegenheit für ein paar selbst durchgeführte Stunts. Namhafte Darsteller wie Sigourney Weaver als Therapeutin Dr. Bennett, Alfred Molina als CIA-Mann Frank Burton und der Schwede Michael Nyqvist in der Rolle des Verbrechers Kozlow begleiten seinen Auftritt.
Dennoch legt das Drehbuch von Shawn Christensen nicht ausreichend Wert darauf, die Spannung aufzubauen und zu halten, die ein wirklich packender Thriller braucht. Die Konstruktion mit dem ahnungslosen Jungen, der ins Visier von Agenten mit der Lizenz zum Töten gerät, hat ihre logischen Fragezeichen. Aber das Problem der Geschichte ist in erster Linie, dass es die von Lautner gespielte Figur groß herausbringen will, und dabei unvorteilhaft dick aufträgt. Nathan ist noch Highschool-Schüler, aber er verwandelt sich in wenigen Stunden in einen erwachsenen Actionhelden.
Ein Jugendlicher aber müsste sich gar nicht so viel älter und reifer geben, um für das Publikum seiner Altersgruppe attraktiv zu sein. In einem Film, der an Charakterdarstellung interessiert ist, könnte er die Unsicherheit seiner jungen Jahre durchaus vorteilhaft zeigen, indem er sie mit Witz, Elan und einem neuen Zugang zu den Themen paart. Das alles aber darf Nathan nicht. Er ist so ernst und blickt so finster, als schuldete er seinen enormen Muskeln das Macho-Gehabe eines 40-jährigen Rockers. Seine Begleiterin Karen, die er anfangs in der Schule kaum zu grüßen wagte, setzt er sich im Rausch der Leidenschaft bald schon routiniert auf den Schoß, als habe in ihm schon immer ein Sexprotz geschlummert.
Nathan also bewegt sich durch die Action so vorbildlich konventionell, als wäre er der Wunschnachwuchs des Genres mit seinen etablierten Rollenklischees. Dafür erhält er viel Lob von den erwachsenen Figuren der Geschichte – was auch nicht gerade förderlich für das Image eines Jugendlichen ist. Lautner kann schauspielerisch vermutlich noch viel mehr, wenn Hollywood ihn seinen eigenen Weg finden lässt.
| FAZIT
Auf Mädchenschwarm Taylor Lautner zugeschnittener, sehr konventionell geratener Actionfilm.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung