Dienstag | 29. Mai 2012 | 05:31 Uhr
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  • FILM REVIEW | Real Steel
  • Real Steel

    Action, Science Fiction | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Charlie Kenton war früher Boxer, jetzt fährt er seinen Roboter zu Schaukämpfen, bei denen es um hohe Summen geht. In der nahen Zukunft, in der die Geschichte spielt, treten im Boxsport nur noch ferngesteuerte Roboter gegeneinander an, die so lange aufeinander einschlagen, bis einer auseinanderbricht oder nicht mehr aufsteht. Doch Charlie verliert mit seinen Robotern meistens und kommt aus den Schulden nicht mehr heraus. Dann erfährt er, dass seine Ex-Freundin gestorben ist und er sich um seinen elfjährigen Sohn Max kümmern muss.

    Max hat aber auch eine reiche Tante mütterlicherseits, die um das Sorgerecht vor Gericht streitet. Als ihr Mann Charlie 100.000 Dollar bietet, wenn er auf sein Sorgerecht verzichtet, willigt dieser sofort ein. Dennoch soll Charlie seinen Sohn über den Sommer zu sich nehmen, denn Onkel und Tante verreisen. Charlie will den fremden Jungen, der vor ihm steht, bei seiner Freundin Bailey zurücklassen und wieder mit einem Roboter auf Tour gehen. Aber Max sorgt dafür, dass er mitgenommen wird, und bald verschafft er sich sogar einen eigenen Roboter, der Atom heißt. Max ist überzeugt, dass Atom es bis in die Profiliga schaffen könnte, wenn sein Vater mit ihm das Boxen trainiert. Atom hat eine so genannte Shadow-Funktion, mit der er Bewegungen nachahmen kann.
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      • | FILMKRITIK

      • In „Real Steel“ wird der Boxsport familientauglich. Mit der Idee, dass in der nahen Zukunft nur noch ferngesteuerte Roboter in den Ring treten, befreit der Film die Boxwettkämpfe von dem alten Dilemma, dass darin Menschen verletzt werden und folglich der Spaßfaktor nicht für alle Zuschauer hoch ist. Ein Vater-und-Sohn-Gespann fordert mit seinem Roboter Atom den Weltmeister Zeus heraus. Der Kampf der beiden zweieinhalb Meter großen Maschinen aus Metall in Menschengestalt findet in einer großen Arena in New York statt und wird im Fernsehen übertragen. Das Publikum fiebert mit, wie es sich für ein Weltklasse-Sportereignis gehört.

        Regisseur Shawn Levy, der ausführende Produzent Steven Spielberg und Hauptdarsteller Hugh Jackman sind die prominentesten Namen in diesem Projekt, das seine zunächst wunderlich klingende Idee so überzeugend umsetzt, dass sie völlig normal wirkt. Der Film benutzt die Motion-Capture-Methode, um die Bewegungen echter Boxer auf die Computerfiguren, die die Roboter sind, zu übertragen. Diese wiederum werden dann in eine reale Umgebung versetzt. Einer der beiden Boxring-Choreographen ist der frühere Champion Sugar Ray Leonard.

        Die Kämpfe sind spannend gefilmt, indem die Kamera ständig vom Geschehen im Ring zum mitfiebernden Publikum und zurück wechselt. Charlie Kenton passt gut in diese Welt, die Kraft und Härte zelebriert: Als ehemaliger Boxer ist er muskulös, er setzt gerne alles auf eine Karte und lacht so gut wie nie. Hugh Jackman spielt Charlie betont gefühlsreduziert, vor allem seinem fremden Sohn Max gegenüber.

        Max aber, und das ist das Ungewöhnliche an dieser Vater-Sohn-Geschichte, erstarrt vor Charlie nicht in Ehrfurcht. Der Elfjährige, den Dakota Goyo darstellt, sagt seinem Vater stets sehr offen, wie wenig er von seinen Aktionen hält. Er holt sich, ohne dass Charlie ihm hilft, auf dem Schrottplatz den ausrangierten Roboter einer früheren Generation, der im Gegensatz zu den aktuellen Modellen noch ein viel menschenähnlicheres Aussehen hat. Und er handelt für diesen Atom die Wettkampfkonditionen selbst aus, während sein Vater für eine Weile zum Fahrer und Begleiter degradiert wird. Es macht Spaß, dieser Beziehungsgeschichte in ihrer Entwicklung zuzuschauen, zumal sie sich immer ein wenig zurücknimmt und sich um das Trainieren und Programmieren Atoms zum Profiboxer rankt.

        Max kennt sich gut aus mit Computerspielen und weiß deshalb auch vieles über die Steuerung von Robotern. Die Boxkämpfe in diesem Film sind für Jungen wahrscheinlich umso interessanter, als sie von den programmierbaren Riesen ausgetragen werden. Atom ahmt jede Bewegung von Max nach und folgt ihm auf Schritt und Tritt – an der einen oder anderen Stelle könnte man sogar spekulieren, ob der Roboter sich nicht demnächst als lebendig entpuppen wird. Wenn Atom gegen die Hightech-Monster der neuesten Generation antritt, geht es auch um einen Wettkampf Mensch gegen Computer, denn Atom verdankt seinen Boxstil und seine Reaktionen dem echten Profi Charlie. Der Film beweist, dass auch abwegige Einfälle gelingen können, wenn Technik und Dramaturgie stimmen.
      • | FAZIT

      • Spannender, optisch überzeugender Familienfilm, der die ungewöhnliche Idee, Roboter boxen zu lassen, vorteilhaft umsetzt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 6.6/10 (12 votes)

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