In streng geheimer Mission schickt das amerikanische Verteidigungsministerium 1974 drei Astronauten auf den Mond, um ein Raketenfrühwarnsystem gegen russische Angriffe zu installieren. Während Astronaut Grey (Ryan Robbins) im Orbiter seine Kreise um den Mond zieht, landen Kommandant Walker (Lloyd Owen) und Anderson (Warren Christie) mit der Transportkapsel auf dem Erdtrabanten. Zunächst sammelt sie Gesteinsproben, doch allmählich häufen sich die rätselhaften Vorkommnisse. Nachts werden die Raumfahrer von unerklärlichen Geräuschen geweckt, einer der Steine taucht in der Kapsel auf, und die gehisste US-Flagge verschwindet spurlos. Auf dem Mondboden finden sich Fußspuren, die zu einer unbemannten, Blut befleckten sowjetischen Raumfähre führen.
WERBUNG
| FILMKRITIK
In einer Mischung aus Verschwörungsthriller und bearbeitetem „Found Footage“-Film versucht das erste US-Werk des spanischen Regisseurs Gonzalo Lopéz-Gallego der Frage nachzugehen, warum es nach 1972 keine bemannten Mondexpeditionen mehr gab. Explodierende Kosten der Raumfahrtsbehörde lässt die Produktion aus der „Dimension“-Horrorschmiede der Weinstein-Brüder als Erklärung nicht gelten. Vielmehr behauptet das Science Fiction-Drama, welches angeblich auf unlängst entdecktem Originalmaterial basiert, dass die US-Regierung das Scheitern einer Apollo-18-Mission bewusst verschwieg. Wie die 84 Stunden Super-8-Aufnahmen trotz des negativen Ausgangs auf die Erde gelangten, wird nicht enthüllt. Ebenso bleibt unklar, wer das Material ins Internet stellte und wer daraus eine abendfüllende Dokumentation montierte.
Der Prolog zeigt das euphorische Astronautentrio beim Training und im Kreise ihrer Familien. Durch Laufstreifen, verrutsche Bildstriche, Zooms und verschmutztes Zelluloidmaterial wurden die digitalen Bilder der folgenden Expedition auf historisches Dokument getrimmt. Trotzdem stellt sich mitunter die Frage nach der Anzahl der hier eingesetzten Kameras, da der Kameramann häufig selbst bei der Arbeit gefilmt wird. Im Wechsel aus Weitwinkelobjektivbilder in der Raumkapsel, Infrarot-, Mondaufnahmen in Totalen und verwackelten Handkameraimpressionen folgt „Apollo 18“ der optischen sowie inhaltlichen Dramaturgie der „Paranormal Activity“-Filme. Wie bei den Vorbildern muss man allerdings viel Leerlauf und ereignislose Routine überstehen, damit die wenigen Schreckensmomente Wirkung zeigen können.
Rätselhafte Geräusche, die man auf dem Mondvakuum gar nicht hören dürfte, Stromstöße, verschwundene und an ungewohnter Stelle wieder auftauchende Gegenstände, unerklärliche Temperaturwechsel, verbunden mit Kameraausfällen im entscheidenden Moment, gehören zu den Vorboten für physische Attacken. Wenn aber reguläre Fußspuren auf dem Mondboden zu finden sind, fragt man sich, wo die Schwerelosigkeit des Weltalls blieb. Schon zu Beginn wird im Dialog auf „Watergate“ verwiesen, weshalb es später kaum verwundert, dass das Verteidigungsministerium die Expeditionsteilnehmer sehenden Auges ins Verderben schickt. Doch dieses Motiv stellt sich als eines unter vielen heraus, die „Alien“, einem weiterem Vorbild der Schauerproduktion, geschuldet sind.
Trotz namhafter Beteiligter, darunter „Wanted“-Regisseur Timur Bekmambetow als Produzent, „Drive Angry“-Regisseur Patrick Lussier als Cutter und der durch den fesselnden Verfolgungsthriller „King of the Hill“ bekannte López-Gallego, vermag der Weltraumtrip kaum in Bann zu schlagen. Immer wieder flacht der Spannungsbogen ab, und das Schicksal der Astronauten berührt trotz mehrfach präsentierter Familienfotos kaum. Somit sollte ein späterer Gang zu Videothek genügen, oder man greift im gleichen Regal zu besseren Vorläufern wie „Rec“, „Cloverfield“, „Der letzte Exorzismus“ oder der Parodie „Trollhunter“ aus der „Fake-Horror-Doku“-Ecke.
| FAZIT
Mäßig gruseliger Weltraumthriller, dessen pseudo-dokumentarischer Ansatz schon das Originellste an der Produktion ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung