Dienstag | 29. Mai 2012 | 05:33 Uhr
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  • FILM REVIEW | Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel
  • Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel

    Familie, Komödie, Fantasy | Deutschland 2011
  • | INHALTSANGABE

  • In der Weihnachtswelt herrscht der böse Waldemar Wichteltod mit seiner Armee von Nussknackern. Er will, dass nur noch teure Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, egal, was sich die Kinder wirklich wünschen. Sieben Weihnachtsmänner haben sich den Regeln von Wichteltod widersetzt, sechs von ihnen sind von ihm bereits in Eisfiguren verwandelt worden. Nur der junge Niklas Julebukk entkommt mit seinem Rentier Sternschnuppe und seinen Helfern, zwei Kobolden und zwei kleinen Engeln. Er schlägt mit seinem Schlitten und dem alten Bauwagen, in dem er wohnt, auf der Erde auf, ganz in der Nähe des Hauses, in das Ben Schuster gerade mit seinen Eltern gezogen ist.

    Der neunjährige Junge und das Nachbarskind Charlotte freunden sich mit Niklas Julebukk an und wollen ihm helfen. Sie bringen das Rentier zurück, das sich in ein Kaufhaus verirrt hat und halten Ausschau nach den bösen Weihnachtsmännern in ihren grauen Limousinen, die den Flüchtling bereits suchen. Niklas Julebukk und seine Engel holen inzwischen im Ort Erkundigungen ein, über die Kinder, die dort wohnen und über ihre wahren Wünsche. Denn in wenigen Tagen ist Weihnachten.
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      • | FILMKRITIK

      • Es gibt die Filme mit dem guten Weihnachtsmann, die Satiren mit dem bösen Weihnachtsmann und die Varianten, in denen Zyniker und andere Ungläubige bekehrt werden. „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ setzt auf martialische Dramatik: In der Weihnachtswelt hat ein Diktator die Macht an sich gerissen, so ähnlich wie 2002 in „Santa Clause 2“, nur düsterer und konfliktreicher. Schwarz gekleidete falsche Weihnachtsmänner, deren Anführer Waldemar Wichteltod heißt, haben über den Wolken schon jeden widerspenstigen Kollegen, der noch ein Herz für die Wünsche der Kinder übrig hatte, in eine Eisfigur verwandelt – bis auf einen.

        Die guten mythischen Figuren widersprechen den Erwartungen an ihr Aussehen und Benehmen: Der letzte echte Weihnachtsmann ist ein junger Alternativer, seine beiden Engel zu Winzlingen geschrumpfte Durchschnittstypen jenseits der 30, in Menschengestalt. Die kleinen guten Kobolde Fliegenbart und Kleckerbart und die bösen Nussknacker-Roboter bereichern den Realfilm um Trickfiguren. Die Familienfantasy von Regisseur Oliver Dieckmann basiert auf dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke aus dem Jahr 1994.

        In seiner ersten Filmrolle spielt Noah Kraus den Jungen Ben, der mit seinen Eltern aus München in eine Kleinstadt gezogen ist. In der neuen Schule ärgern ihn gleich ein paar Mitschüler und die immer lieb lächelnden Eltern – gespielt von Fritz Karl und Jessica Schwarz - plagen sich mit Arbeitslosigkeit und der Eröffnung einer Konditorei. Gut, dass der einsame Ben den Weihnachtsmann kennen lernt, der in seinem Bauwagen am Ortsrand gastiert. Niklas Julebukk und seine Helfer heißen Ben in ihrem Heim willkommen und servieren Kakao und Plätzchen. Alles wäre so harmonisch, wenn es nur nicht diese weiße Tür hinten gäbe, die nie geöffnet werden darf und an die manchmal die furchterregenden Nussknacker hämmern. Ben erfährt die bittere Vorgeschichte von Julebukk. Als seine neuen Helfer werden Ben und seine Nachbarin Charlotte Freunde. Die rothaarige Charlotte wird von Mercedes Jadea Diaz gespielt, diesem fröhlichen Ausbund an Charme aus der Puddingwerbung und den beiden „Wickie“-Filmen.

        Pädagogisch wertvoll steckt hinter dem Krieg der Weihnachtsmänner die Botschaft, dass das Fest nicht so kommerziell gefeiert werden soll, also nicht mit vielen und teuren Geschenken, sondern mit wenigen, handgefertigten Sachen und der Zuwendung, die sich die Kinder wünschen. Wichteltod, der von Volker Lechtenbrink gespielte böse Weihnachtsmann und seine schwarz gekleideten Kollegen, sind nur am finanziellen Umsatz des Festes interessiert. Ben und Charlotte aber wünschen sich tatsächlich Immaterielles wie Freundschaft, Familienglück und verschneite Landschaften. Es geht in diesem Abenteuer handfest zur Sache, wenn die riesigen Nussknacker mit ihren rot funkelnden Augen anrücken, der gute Weihnachtsmann eine Art Granate wirft und im Wald der Weihnachtswelt um den entscheidenden Sieg gerauft wird.

        Die Frage, ob auf diese Weise der Weihnachtsmythos nicht entzaubert wird, den die Geschichte dann wiederum hochhalten will, betrifft auch die Person von Niklas Julebukk. Mit seiner Alles-Easy-Mentalität, der schlaksigen Erscheinung und dem lässig offenen roten Mantel wirkt der von Alexander Scheer Gespielte wie ein reformatorischer Charakter und Kumpel für die beiden Kinder. Ein wenig erinnert er, auch mit seinem Bauwagen, an Fritz Fuchs aus der TV-Serie „Löwenzahn“. Die altertümlichen Kobolde und die beiden hausbackenen Engel machen diese Weihnachtscrew zum Sammelsurium wenig kompatibler Figuren.
      • | FAZIT

      • Es gibt viele Weihnachtsmänner, aber der einzige Echte hat keinen Bart und ist jung: Unkonventionelle Einfälle prägen diesen Film nach dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 10.0/10 (1 vote)

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