Dienstag | 29. Mai 2012 | 05:36 Uhr
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  • FILM REVIEW | Contagion
  • Contagion

    Thriller | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Als Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) von einer Hongkong-Geschäftsreise zurück zu ihrer Familie nach Minneapolis kommt, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand rapide. Kurz darauf stirbt sie im Krankenhaus, und auch ihren kleinen Sohn können die Ärzte nicht mehr retten. Während ihr immuner Ehemann Mitch (Matt Damon) alles daran setzt, zumindest noch die Tochter zu schützen, müssen die örtlichen Pathologen erkennen, dass Beth von einem gefährlichen Virus befallen war. Bald sehen sich die alarmierten Forscher des CDC („Center for Disease Control and Prevention“) weltweit mit ähnlichen Todesfällen konfrontiert.

    Deputy Direktor Dr. Ellis Cleaver (Lawrence Fishburne) zieht seine Kollegin Dr. Erin Mears (Kate Winslet) vom „Epidemic Intelligence Service“ hinzu, um die um sich greifende Epidemie in den Griff zu bekommen. In Genf versucht die Weltgesundheitsbehörde WHO die Gründe für den Ausbruch zu ergründen, weshalb Epidemiologin Dr. Orantes (Marion Cotillard) nach Hongkong reist. Nachhaltig werden die behördlichen Nachforschungen durch die Recherchen des Internetjournalisten Alan Krumwiede (Jude Law) behindert, der Vertuschungsversuche der Regierung vermutet und eine sich landesweit ausbreitende Panik mit anfacht.
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      • | FILMKRITIK

      • Nach mehreren Arthouse-Projekten wie der streckenweise zähen „Che“-Biografie oder der Callgirlstudie „The Girlfriend Experience“, deren minimalistische Handlung durch den Parallelmontage-Häcksler gejagt wurde, meldet sich der vielseitige Steven Soderbergh mit zwei publikumswirksamen Werken zurück. Im ersten arbeitet er nach „Der Informant!“ erneut mit Hauptdarsteller Matt Damon und Drehbuchautor Scott Z. Burns zusammen. Während den damaligen Reisen zu den Dreharbeiten entwickelte sich der Grundgedanke zu „Contagion“: Durch den Kontakt mit fremden Menschen werden leicht Krankheitserreger übertragen, besonders dann, wenn man sich mit den Händen unbewusst ins Gesicht oder die Augen fasst. Sollten Infektionen schlimmere Auswirkungen als bislang gewohnt haben, könnte sich rasch eine weltweite Epidemie ausbreiten.

        Diesen Katastrophenaspekt spielen Burns und Soderbergh authentisch in größtenteils chronologischer Erzählweise durch. Das prominente Darstellerensemble sorgt dafür, dass man das im Grunde unüberschaubare Personal auseinander halten kann. Wenn etwa Gwyneth Paltrow als erstem Opfer und US-Virenverbreiterin zunächst nur ein Kurzauftritt zuteil wird, liegt es daran, dass sie später noch in kurzen Rückblenden auftaucht (und daran, dass manche Stars bei renommierten Regisseuren wie Soderbergh selbst kleinere Parts akzeptieren). Doch die wahren Hintergründe für den Epidemieausbruch liegen zunächst noch im Argen. Der Film beginnt mit dem Insert „Tag 2“ und legt den Seitensprung der US-Geschäftsreisenden als Ursache nahe, aber die kompletten Zusammenhänge werden erst im Epilog nachgereicht.

        Damit entwickelt sich die globale Ausbreitung als ein Zusammentreffen von Kettenreaktionen mit fatalen Folgen. In einer Abfolge kurzer Szenen verfolgt Soderbergh sachlich-nüchtern, wie sich tödliche Keime ebenso wie Angst und Massenpanik, angefacht durch egoistisches Verhalten und Selbstsucht, ausbreiten können. Keiner der ambivalenten Charaktere wurde nach simplem Gut-/Böse-Schema entworfen: Anfangs mag der überall Verschwörungen witternde, aufdringliche Journalist Krumwiede noch an Aufklärung und umfassender Informationspolitik interessiert sein, doch sein Blog ist ebenso für eine übergreifende Furcht verantwortlich wie er an seine finanzielle Situation denkt. Entscheidend zeigt sich Dr. Cheever vom CDC an der Vireneindämmung beteiligt, verstößt allerdings gegen die eindeutigen Vorschriften, indem er seine mitteilungsfreudige Frau warnt.

        Stark konzentriert sich das Ensembledrama neben diesen von Jude Law und Lawrence Fishburne verkörperten Charakteren auf den von Matt Damon gespielten immunen Familienvater Mitchell. Andere Figuren kommen dagegen etwas zu kurz oder verschwinden zeitweise aus der weit gefächerten Story. Unter den internationalen Darstellern finden sich Josie Ho, Armin Rhode als Wissenschaftler der Genfer Weltgesundheitsbehörde und der derzeit viel beschäftigte Bryan Cranston in einer militärischen Rolle. Aus Cranstons letztem Film „Drive“ kann man auch Soderberghs Stammkomponist Cliff Martinez kennen, der für „Contagion“ einen ähnlich einprägsam-hypnotischen Score schuf. Dieser unterstützt die fesselnd entwickelte Handlung zwischen Familiendrama, Wissenschaftsthriller und Katastrophenszenario perfekt, um ein stets nachvollziehbares, beunruhigendes Untergangskonzept zu zeichnen.
      • | FAZIT

      • Glaubwürdig und packend entworfene Chronik einer globalen Epidemie mit einigen eher skizzenhaft entwickelten Figuren.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 8.5/10 (2 votes)

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