Drama,
Musical,
Fantasy
| Deutschland / Japan 2011
| INHALTSANGABE
Asuka arbeitet in einer Fischfabrik und will demnächst ihren Chef Hajime Taki heiraten. Als sie eines Tages einen kleinen Fisch zurück in den See wirft, entdeckt sie ein Fabelwesen, das sich als ihr einst ertrunkener Mitschüler Tetsuya Aoki entpuppt. Kurzerhand folgt der als Kappa wieder geborene junge Mann seinem Jugendschwarm in ihre Wohnung und will von dort nicht mehr weichen. Verkleidet heuert Aoki sogar in der Fischfabrik an, bis Asukas Chef hinter das merkwürdige Verhältnis kommt. Dann muss sich die Arbeiterin zwischen den beiden Kontrahenten um ihre Gunst entscheiden.
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| FILMKRITIK
Bis heute hielten sich die unabhängig produzierten Sexfilme, die ‚pink eigas’, im japanischen Kinoangebot. Für zahlreiche Regisseure, die später zu Popularität und Ansehen gelangten, dienten sie als experimentelle Spielweise. Solange ein halbes Dutzend Sexeinlagen enthalten war, konnten die Filmemacher mit Story, Darstellern und Inszenierung ganz nach Gusto verfahren, doch die meisten Beispiele dieses Genres glänzen nicht gerade mit fesselnden Charakteren oder Plots. Gleiches gilt auch für das sonderliche Pink-Musical „Underwater Love“, dessen Titel in die Irre führt, da es keine Liebesszenen unter Wasser gibt. Bei der ersten eigenen (Co-)Produktion der Kölner Asienspezialisten Rapid Eye Movies hätte das offensichtlich schmale Budget solche Extravaganzen gar nicht zugelassen.
Eine Fantasy-Atmosphäre will sich im neusten Werk des Pink-Spezialisten Shinji Imaoka, von dem REM 2008 „Liebestoll im Abendrot“ veröffentlichte, nicht einstellen, was auch kaum beabsichtigt war. Zwar wirkt die Ausgangssituation eines als Fischwesen zurück gekehrten Menschen, der seiner großen Liebe in wiedergeborener Gestalt hinterher stellt, noch recht originell. Doch Darsteller, Schauplätze, Effekte, absurde Ideen, erotische Szenen und selbst die Musiknummern erweisen sich als reichlich überschaubar. Die ungeschminkten Darstellerinnen geben sich keine Mühe, Pickel und Sonnenbrand zu kaschieren, während Yoshiro Umezawa mit verrutschender Perücke, angeklebter Froschmaulmaske und falschem Rückenpanzer als Kappa durch die Szenerie watschelt.
Immerhin erweisen sich die wenigen Tanznummern als recht charmant choreographiert. Starkameramann Christopher Doyle, der bei Wong Kar-Wai oder Gus Van Sant für herausragende Bilder sorgt, steuert stimmungsvolle Naturtotale bei. Doch da er ansonsten verstärkt Handkamera einsetzt, wirkt die Fotografie bestenfalls solide. Gelegentlich setzt die Regie phallische Motive und sexuelle Symbolik mit fließendem oder spritzendem Wasser ein. Daneben wartet die mit einigen erotischen Verwicklungen angereicherte Handlung mit geschmacklos-schrägen Einfällen wie des Kappas grüner Gummipenis, eine Analperle als Überlebensmittel oder ein Todesgott als langhaariger, kiffender Slacker im Batikkleid auf.
Trotz der relativ kurzen Laufzeit tragen diese grellen, aber mitunter überstrapazieren Pointen nicht über manche Leerstelle. Gewöhnlich beträgt die Laufzeit eines ‚pink eiga’ zwischen sechzig und siebzig Minuten, was für „Underwater Love“ ebenso angemessen gewesen wäre. Was bleibt, sind die gewohnt schmissigen Songs des Berliner Duos „Stereo Total“, die mitunter für Tempo sorgen. Schon 2009 bewiesen Francoise Cactus und Brezel Göring mit dem Album „No Controles“, dass sie ihre Songs mühelos in spanischer Sprache aufnehmen können und ebenso bereitet ihnen japanisch kein Problem.
| FAZIT
Schräges Sexmusical in schwerfälliger Inszenierung, aber mit akzeptablen Tanznummern und einem eingängigen Popsoundtrack.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung