Der gestiefelte Kater lebt in Mexiko und wird steckbrieflich gesucht. Immer auf der Flucht vor den Gesetzeshütern, wünscht er sich sehnlichst, seine Schuld wiedergutzumachen und das Geld zurückzahlen zu können, das sein Blutsbruder Humpty Alexander Dumpty dem Wüstenkaff San Ricardo gestohlen hat. Er entwickelt einen Plan, um zu Reichtum zu gelangen: Dem Gangsterpaar Jack und Jill will er die Zauberbohnen stehlen, mit denen man ins Reich der Goldenen Gans gelangt, wo lauter goldene Eier herumliegen.
Doch als er in das Hotelzimmer von Jack und Jill einbricht, knurrt ihn dort eine andere Katze an, die krallenlose Kitty, eine meisterliche Taschen- und Stiefeldiebin. Sie führt Puss, den Kater, zu ihrem Kumpel Humpty Alexander Dumpty. Dieser, ein sprechendes Ei mit Armen und Beinen, bittet Puss um Verzeihung dafür, dass er ihn in den Geldraub vor sieben Jahren mit hineingezogen hatte. Er hat ein Büchlein mit wichtigen Informationen über die Zauberbohnen und das Reich der Goldenen Gans. Die drei tun sich also zusammen und lauern in der Wüste der Kutsche von Jack und Jill auf.
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| FILMKRITIK
Der gestiefelte Kater aus den „Shrek“-Filmen bekommt nun sein Spin-Off und wird zum Helden einer eigenen Geschichte. Der „Shrek der Dritte“-Regisseur Chris Miller inszenierte das turbulente 3D-Abenteuer als fantasievolle Animation, in der Märchenfiguren auf mexikanische Westerntypen treffen. Der hauptsächlich auf Erwachsene abzielende Humor des Films speist sich aus vielen parodistischen Einlagen, die vor allem den Western- und Mexikoklischees gelten, aber auch moderneren Phänomenen wie dem Tanz als Form des Wettkampfes zweier Rivalen.
Der Film erzählt den Werdegang des Katers und verrät, wie er zu seinen Stiefeln und anderen Accessoires kam, die ihn unverwechselbar machen: dem Hut mit der auffälligen Feder, dem Mantel und dem Degen. Puss in Boots, wie er in seiner Dreamworks-Muttersprache heißt, wuchs nämlich in einem mexikanischen Waisenhaus auf, bei der guten Menschenfrau Imelda. Sie gab ihm auch alle diese Statussymbole, als er in seiner stürmischen Jugend zum Helden des Ortes wurde. Im Waisenhaus schloss er Blutsbrüderschaft mit dem kleinen Humpty Alexander Dumpty. Das einem alten englischen Kinderreim entsprungene Ei auf Füßen ist auch intelligenzmäßig ein Eierkopf, denn es bastelt an technischen Erfindungen und hegt den Traum vom Besitz der Zauberbohnen wie ein kostbares Pflänzchen.
Das Ei hat ein menschenähnliches Gesicht mit wachen Augen, und es redet viel. Unterhalb des Kopfes, dort, wo normalerweise der Hals beginnt, trägt es Kleidung, die mal fantasievoll altertümlich, mal wie Landhausmode aussieht. Der Draufgänger Puss in Boots ist eine Art Errol-Flynn-Charakter, schwer zu fassen und immer zu einem Scherz aufgelegt. Mit seinem neuen Schwarm Kitty kommt ein wenig mehr Zorro-Romantik in die Geschichte, denn die Katze trägt einen schwarzen Umhang und eine ebensolche Gesichtsmaske. Mit den Zauberbohnen und dem Schloss der Goldenen Gans über den Wolken sind die märchenhaften Elemente in der Geschichte insgesamt stark vertreten.
Die beiden Katzen und das Ei aber befinden sich unter lauter Menschen in einem Western-Szenario. Puss betritt einen Saloon, wo ihn das spöttische Gelächter der Männer begrüßt, er überfällt im Canyon die Kutsche des Gangsterpaares Jack und Jill. Die Geschichte spielt viel mit Klischees von spanischem Feuer und Gefühlsüberschwang. Aber auch Flamenco und ähnliche Tanzeinlagen, in denen ein Dance Fight parodiert wird, sorgen mit passender Musik für Stimmung.
Und dann gibt es noch die vielen Katzen. Die ohne Stiefel und Umhang, die nur schmachtend miauen oder spontan zu einem Instrument greifen. Natürlich bestätigt sich das Klischee, dass die beste Waffe einer Katze ein gezielt eingesetztes, unschuldiges Miau ist. Dem 3D-Format entsprechend gibt es rasante Fahrten in die Tiefen des Raums. Zwar macht sich der Kater als Degenkämpfer und Held von Mexiko gut, aber die Geschichte kann sich inhaltlich und stilistisch nicht so recht für einen Standort entscheiden. Es passiert beinahe zu viel, über den Wolken wie auch in San Ricardo, so dass der flotte Witz des Anfangs mit der Zeit vor lauter Möglichkeiten nicht mehr zu wissen scheint, wo er sich niederlassen soll.
| FAZIT
Der gestiefelte Kater wird zum Mantel-und-Degen-Helden in einem Latino-Western mit Märchenelementen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung