Wer es nicht zum Film oder Theater schafft, haben sich Paul Maddens und seine ehrgeizigen Studienfreunde immer gesagt, der wird Lehrer, und der größte Versager von allen endet als Grundschullehrer. Pauls Freundin Jennifer verließ ihn vor fünf Jahren und ging nach Hollywood, um Produzentin zu werden. Gordon wurde Lehrer an einer höheren Schule und bekommt in jedem Jahr gute Zeitungskritiken für seine dortige Aufführung der Weihnachtsgeschichte. Paul wurde Grundschullehrer. Die Leiterin seiner Schule bestimmt ihn zum diesjährigen Verantwortlichen für das Krippenspiel und weist ihm als Hilfslehrer ihren ungekämmten Neffen Mr. Poppy zu.
Mr. Poppy hört, wie Paul sich Gordon gegenüber brüstet, dass Jennifer mit ihren Filmagenten aus Hollywood kommen wird, um sich seine Aufführung anzusehen. Der Hilfslehrer erzählt die sensationelle Nachricht weiter und Paul wird am nächsten Tag von der örtlichen Presse in der Schule erwartet. Der ganze Ort ist Feuer und Flamme für das Hollywood-Projekt, die Kinder und ihre Eltern träumen schon von einer Filmkarriere. Mr. Poppy stürzt sich leidenschaftlich in die Umsetzung seiner Pläne für ein modernes Musical und kommt damit bei den Kindern gut an. Paul weiß nicht mehr, wie er aus der Nummer wieder herauskommen kann.
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| FILMKRITIK
Diese britische Weihnachtskomödie für die ganze Familie ist erfrischend witzig und voller Ideen. Ein Weihnachtsmuffel und vom Leben enttäuschter Grundschullehrer soll mit den Schülern die Weihnachtsgeschichte aufführen: Ein Fest ohne strahlende Gesichter scheint vorprogrammiert, aber dank seines neuen Hilfslehrers Mr. Poppy kommt immense Begeisterung ins Spiel und Paul muss sich gewaltig anstrengen, damit er die Kontrolle über das Projekt nicht völlig verliert.
Mit treffsicherem englischen Humor sucht der Film alle nur möglichen Ecken und Kanten in dem scheinbar harmonischen Thema einer Aufführung der Bethlehem-Geschichte, wie sie alljährlich in unzähligen Kindergärten, Schulen und Kirchengemeinden stattfindet. Der Lehrer ist nur widerwillig bei der Sache und fühlt sich jeden Tag von seinem einfallsreichen Hilfslehrer gedemütigt, der moderne Gesangsnummern mit den Kindern einstudiert und ihnen vorschwärmt, wie sie als Engel an einem Seil über die Bühne fliegen werden. Der verkniffen-steife Bedenkenträger Paul, gespielt von Martin Freeman, und der begeisterte große Kindskopf Mr. Poppy, gespielt von Marc Wootton, sind ein herrliches komödiantisches Paar der Gegensätze.
Zugespitzt wird die Lage für Paul durch die Bemerkung, mit der er Gordon beeindrucken will, der an einer anderen Schule alljährlich eine vielgelobte Inszenierung der Bethlehemgeschichte aufführt: Seine Exfreundin werde mit Leuten aus Hollywood kommen, um seine Grundschul-Darbietung anzusehen und eventuell etwas daraus zu machen. Mr. Poppy trägt diese haltlose Aufschneiderei gleich an die Öffentlichkeit, und irgendwann wird sich der verzweifelte Paul auf den Weg nach Hollywood machen müssen, um zu betteln, ob nicht doch jemand kommt, denn die ganze Stadt wartet darauf und hat die Aufführung extra auf das Gelände der alten Kathedrale verlegt.
Längst sind die kleinen Schüler Feuer und Flamme für das Weihnachtsspiel. Sie kommen zum Casting, das Paul und Mr. Poppy professionell durchziehen, und führen ihre besten Kunststücke vor: Einer zeigt, wie er rot anlaufen kann, eine andere rülpst mit tiefer Stimme. Es gibt Michael-Jackson-Imitatoren und Raptänzer und alle wollen als Maria oder Josef auf die Bühne treten. Paul hat alle Hände voll zu tun, die Kinder und Mr. Poppy vor dem völligen Ausflippen zu bewahren. Dabei staunt er aber auch nicht schlecht, wie gut der Hilfslehrer bei den Kleinen ankommt und wie viel Talent in ihnen steckt. Die meisten jungen Darsteller in diesem Film verfügten nur über wenig oder gar keine Bühnen- und Kameraerfahrung.
Paul lernt also hinzu und entdeckt gerührt, dass die Schüler ihn mögen und sich sogar um ihn sorgen. Damit kommt zum reichen Witz der Geschichte noch eine wärmende Gefühlsebene hinzu. Regisseurin und Drehbuchautorin Debbie Isitt findet mit ihrem munteren Ensemble auf Schritt und Tritt spannende oder überraschende Situationen. Nur gegen Ende wiederholen sich manche der hübschen Einfälle und die Aufführung der Weihnachtsgeschichte gerät etwas zu lang.
| FAZIT
Treffsicherer britischer Humor und eine gute Dosis Gefühl prägen diese Komödie über eine ungewöhnliche Schulaufführung der Weihnachtsgeschichte.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung