Montag | 28. Mai 2012 | 12:35 Uhr
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  • FILM REVIEW | Aushilfsgangster
  • Aushilfsgangster

    Action, Komödie | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Der Wolkenkratzer „The Tower“ ist eine der exklusivsten Adressen in New York. Direkt am Central Park gelegenen, kosten ein Appartement dort um die fünf Millionen Dollar – wer hier wohnt, hat es geschafft.

    Josh Kovacs (Ben Stiller) und sein Team sorgen tagein, tagaus dafür, dass es den wohlhabenden Anwohnern an nichts mangelt. Die Palette der Dienstleistungen im „Tower“ reicht vom Pförtner über einen eigenen Wäschedienst bis hin zum 24-Stunden-Concierge-Service.

    Im Penthouse des Wolkenkratzers residiert der Börsenmakler Arthur Shaw (Alan Alda). Für die erbrachten Dienstleistungen revanchiert er sich bei Kovacs mit einem Freundschaftsdienst und erklärt sich bereit, den Pensionsfonds der „Tower“-Belegschaft gewinnbringend zu investieren.

    Eines Tages steht das FBI vor den marmorbewehrten Pforten des Luxushochhauses und verhaftet Shaw wegen Anlagebetrugs. Josh Kovacs schwant Böses, denn alles deutet darauf hin, dass der Investmentbanker die Altersvorsorge des Personals verzockt hat. Als Shaw, von Reue keine Spur, nonchalant erklärt, dass Geld zu investieren eben ein Glücksspiel sei, platzt Kovacs der Kragen. Er fasst den Entschluss, sich das Geld zurückzuholen.
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      • | FILMKRITIK

      • Das es um Geld geht – um viel Geld –, macht der neue Film von Brett Ratner mit der ersten Einstellung deutlich. Die Opening Credits sind in der Schrift der amerikanischen Dollar-Noten gehalten, das erste Bild ist das Konterfei von Ben Franklin, wie man ihn vom 100-Dollar-Schein kennt. Das Porträt entpuppt sich nach einer Kamerafahrt als Boden eines Swimmingpools auf dem Dach eines Wolkenkratzers – jemand scheint es exzentrisch zu mögen..

        Der Pool gehört zu dem Penthouse, in dem Arthur Shaw wohnt. Jenes Penthouse, in das Kovacs einbrechen will, weil er dort den versteckten, millionenschweren Notgroschen des Börsenhais vermutet. Dumm nur, dass er aus langjähriger Erfahrung nur zu gut weiß, dass der „Tower“ zu den am besten gesicherten Gebäuden in New York zählt.

        Damit wäre auch schon die klassische Ausgangssituation für ein Caper-Movie geschaffen. Und auch wenn „Tower Heist“, wie der Film im Original heißt, mit der Banken- und Immobilienkrise in den USA vor einem zeitgemäßen Szenario angesiedelt ist, folgt er einem Schema, wie man es von zahlreichen Genrevertretern kennt: Der Rekrutierung der Ganovenbande folgt die Planungsphase und schließlich der Überfall selbst.

        Wie man sich bei dem deutschen Titel „Aushilfsgangster“ allerdings bereits denken kann, machen die Protagonisten des Coups den kleinen, aber feinen Unterschied. Kovacs heuert einige seiner Kollegen an, die ebenfalls von den Machenschaften des Maklers betroffen sind – und wie er selbst absolute Laien in Sachen Raubüberfall.

        Professionelle Hilfe erhoffen sie sich von dem Kleinkriminellen Slide (Eddie Murphy). Er zahlt keine Einkommenssteuer, wird regelmäßig verhaftet und besitzt zwei Dobermänner – der ideale Mann für den Job.

        Man kann sich schon denken, dass der Einbruch nicht ganz so läuft, wie die „Aushilfsgangster“ sich das vorstellen. Und es macht Spaß, der Dilettantentruppe dabei zuzusehen, wie sie zu dramatischer, für ein Heist-Movie typischer Musik ihren Coup plant und schließlich zuschlägt. Vor allem, weil die Dramatik, die die Tonspur transportiert, immer wieder ad absurdum geführt wird, wenn etwa der Lageplan von Shaws Apartment aus Legosteinen gebaut wird oder die Einbrecher in spe Skimützen statt Skimasken kaufen.

        So bringt Regisseur Brett Ratner seine Protagonisten ein ums andere Mal in Situationen, über die der Zuschauer nur schmunzeln kann. Natürlich fiebert man mit ihnen – nicht nur, weil das Ensemble um Ben Stiller, Eddie Murphy und Matthew Broderick seine Sache tadellos macht, sondern vor allem, weil man so gut nachvollziehen kann, wie es den geprellten Kleinanlegern angesichts der schamlosen Überheblichkeit der Reichen und Mächtigen ergeht. „Aushilfsgangster“ ist eine kurzweilige Komödie über ein Thema, das eigentlich gar nicht zum Lachen ist.
      • | FAZIT

      • Kurzweiliges Caper-Movie, gut besetzt und pfiffig inszeniert.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Alexander Praxl

      • | Userwertung

      Wertung: 2.2/10 (6 votes)

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