Montag | 28. Mai 2012 | 12:37 Uhr
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  • FILM REVIEW | Meek´s Cutoff
  • Meek´s Cutoff

    Western | USA 2010
  • | INHALTSANGABE

  • In den frühen Tagen des Oregon Trails heuern drei Familien den Fährtenführer Stephen Meek (Bruce Greenwood) an, der die Siedler 1845 über die Cascade-Berge führen soll. Einer vermeintlichen Abkürzung folgend, leitet Meek die Gruppe jedoch auf einem unmarkierten Weg geradewegs in die Wüste. Zunehmend beginnt man, dem Trapper zu misstrauen, da die Wasservorräte zuneige gehen und das Ziel noch lange nicht in Sicht kommt. Als sich ein Indianer (Rod Rondeaux) den Wagons nähert, gelingt es den Siedlern, ihn gefangen zu nehmen. Auf der Suche nach Wasser könnte der scheinbare Gegner möglicherweise hilfreich sein. Unter den Emigranten entspinnt sich in Folge eine heftige Diskussion, ob man nun ihm oder dem unzuverlässigen Meek vertrauen kann.
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      • | FILMKRITIK

      • Erst nach 12 Jahren konnte Independent-Regisseurin Kelly Reichardt 2006 mit „Old Joy“ ihren zweiten Langfilm realisieren, doch seitdem liefert sie regelmäßige eines jener Dramen ab, die mit langen Einstellungen, spärlichem Dialog und überschaubarer Handlung ihrem minimalistischen Stil folgen. Auch ihr Western „Meek’s Cutoff“, falls man das Werk überhaupt in diese Sparte kategorisieren kann, arbeitet mit meditativer Stimmung und strengem Bildaufbau. Obwohl hier ein größeres Budget und zahlreiche Stars zur Verfügung standen, bleibt sie ganz ihren Motiven wie dem Reisen, dem Wiederstreit von Mensch und Natur oder herben Enttäuschungen und Desillusionierungen im täglichen Miteinander treu.

        Michelle Williams und Will Patton, schon im Vorgängerwerk „Wendy & Lucy“ vertreten, verkörpern das Ehepaar Tethrow, das mit Vergleich zu den anderen beiden Siedlerfamilien besonnener reagiert, als der großspurige Trapper Meek die Gruppe in die Felsenwüste führt. Während der Rest noch den Reden des wortgewandten, aber nicht sehr kenntnisreichen Fährtensuchers glaubt, setzt die von Williams gespielte Emily bald auf den Überlebensinstinkt des gefangenen Indianers. Den lebenslangen Erfahrungen des mit der Wüstenregion vertrauten Einheimischen stehen die rassistischen Vorurteile der Weißen gegenüber, die ihn als gefährlichen Feind betrachten.

        Bei der Vorbereitung wurde den Darstellern einiges an Strapazen abverlangt, was sich an ihren natürlichen Spiel ablesen lässt. Von Siedlerromantik fehlt jede Spur. Stattdessen stellt Reichardt den zähen Überlebenskampf und die internen Gruppenkonflikte in den Mittelpunkt. Bald überträgt sich die monotone Ereignislosigkeit der Reise, die zermürbende Hitze und die endlose Weite ohne Aussicht auf Erlösung auf den Zuschauer. Das offene Ende mag dabei enttäuschend wirken, passt aber letztlich direkt zu Tonfall und Erzählweise des bewusst spröden Werks.

        Da Reichardt zuvor besonders historische Tagebüchern aus weiblicher Hand studierte, nimmt ihre Road Movie-Studie zunehmend eine feministische Sicht ein, zumal die Meinung der streckenweise isoliert wirkenden Frauen wenig gefragt war. Eine Stimme der Vernunft hatte es trotz zunehmender Zweifel an der Zuverlässigkeit des prahlerischen Trappers schwer. Wenn sich im Handlungsverlauf zwischen Emily und dem Indianer langsam Gemeinsamkeiten heraus schälen – es handelt sich bei beiden um Außenseiter -, so unterläuft Reichardt auch hier die Erwartungen auf eine Freundschaft zwischen ihnen. Letztlich ist „Meek’s Cutoff“ eher ein Kritikerfilm, der auf diversen Festivals wie in Venedig oder München extrem positiv aufgenommen wurde. Als Kinozuschauer muss man bereit sein, sich auf den reduzierten Stil einzulassen, der wie die beiden vorhergehenden Reichardt-Arbeiten wieder in untertitelter Version in unsere Kinos kommt.
      • | FAZIT

      • Ein ruhiges, poetisches Siedlerdrama unter Verzicht auf dramatische Zuspitzungen als realistischer Blick auf die US-Geschichte.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

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