Der junge Riva kehrt nach zehn Jahren in Angola in seine Heimatstadt Kinshasa zurück. Er hat viel Geld dabei und einen Laster voller Benzinfässer. In der Hauptstadt des Kongos ist das Benzin knapp und der Treibstoff kann seinen Besitzer reich machen. Der angolanische Gangster, dem Riva das Benzin gestohlen hat, folgt ihm nach Kinshasa. Er erpresst eine Militär-Kommandantin und begeht zahlreiche Morde.
Riva genießt derweil ausgiebig das Nachtleben in der Stadt. Mit seinem Jugendfreund macht er die Clubs unsicher und gibt viel Geld aus. Ausgerechnet Nora, die Freundin eines örtlichen Gangsters, fasziniert ihn. Ohne Angst vor Konsequenzen wirbt er vor aller Augen um sie.
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| FILMKRITIK
In seinem Kinospielfilm-Debüt zeichnet der Regisseur Djo Tunda wa Munga ein ungeschöntes, ja sogar erschreckendes Porträt seiner Heimatstadt Kinshasa. Die flotte Action- und Gangstergeschichte mit dem jungen Glücksritter Riva erzählt er mit realistisch-nüchternem Blick für die Interaktionen und die Umgebung. Die Schneise der Verwüstung, die die Gier nach dem illegalen Geld legt, ist so breit, dass sie auch als Appell des Regisseurs gegen moralische Verwahrlosung interpretiert werden kann. „In diesem Land glauben alle, Geld sei alles“, sagt einmal Nora. In solchen Kommentaren zeigt sich die kritische Haltung des Regisseurs, der auch das Drehbuch schrieb.
Rivas Abenteuer nach der Rückkehr in seine Heimatstadt, wo er endlich das Leben in vollen Zügen genießen will, ähneln denen, die man aus amerikanischen und europäischen Gangsterpossen kennt. Der junge Held, den Patsha Bay Mukuna spielt, ist so unbeschwert, naiv und lebenslustig, dass er dem ganzen Film eine fast komödiantische Leichtigkeit verleiht. Mit seinem Freund, der inzwischen verheiratet ist, will er die Nächte durchfeiern, wie früher, nur diesmal dort, wo es für Geld das Beste gibt.
Sie gehen in Tanzclubs und in den Puff. Der Freund warnt ihn vergebens vor dem kriminellen Platzhirschen Azor. Riva macht sich ungeniert an dessen Freundin Nora, gespielt von Manie Malone, heran. Die aparte Schönheit mit den rot gefärbten Haaren lässt Riva anfangs kühl abblitzen, doch der brutale und eifersüchtige Azor erscheint ihr nicht mehr lange als die bessere Wahl.
Es gibt viele Szenen des Nachtlebens, die nach kurzer Zeit in kruden Geschlechtsverkehr übergehen. Der Regisseur brach hier bewusst mit kongolesischen gesellschaftlichen Tabus, was öffentlich gezeigt werden darf, um nahe an den wirklichen Gepflogenheiten zu bleiben. Sex und Gewalt, vor allem gegen Frauen, scheinen dabei eng verbunden. Parallel zu Rivas nächtlichem Spaß wütet der kaltblütige Killer aus Angola, der sein Benzin zurückhaben will, in der Stadt. Seinem Beispiel folgend, geben sich auch andere, anfangs zivilisiert wirkende Bürger der blinden Habgier hin und folgen dem Gesetz des Hauens und Stechens. Gemessen an europäischen Kinomaßstäben sind Sex und Crime in diesem Film drastisch und in ihrer Häufung abstoßend. Es gibt nur wenige Beziehungen, in denen die Menschlichkeit überlebt.
Abseits der Clubs und der Domizile der ganz Reichen erscheint Kinshasa als Stadt von Ruinen und aufgelassenen Rohbauten, von entsetzlicher Armut und mit dürftiger Infrastruktur. Amtsträger im Militär, in der Justiz und der Kirche sind korrupt, das Sagen haben die Gangster, die zu Geld gekommen sind. Der Regisseur, der mit seiner Produktionsfirma zum Aufbau einer kongolesischen Filmkultur beitragen will, verpflichtete mangels Schauspielschulen im Land Laien oder Mitglieder örtlicher Theatergruppen für die Rollen. Er verweist in einem Statement zum Film auf das jahrzehntelange Elend, das Kinshasa während der Diktatur und in den Bürgerkriegswirren danach bis in die Gegenwart prägte. Die Diskussion der jungen Städter über ihre Situation und ihre Zukunft sei erst im Entstehen.
| FAZIT
Die flotte Gangstergeschichte mit kruden Sex- und Gewaltszenen bietet Einblicke in das pulsierende Leben von Kinshasa und seine Abgründe.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung