Bei Nachforschungen am Südpol stößt eine norwegische Forschergruppe auf eine Gletscherspalte, die zu einem riesigen Raumschiff im Eis führt. Im Wrack des Flugkörpers entdeckt man ein gefrorenes Wesen, das beim Absturz ums Leben gekommen zu sein scheint. Um die Lebensform zu erforschen, schickt man nach der amerikanischen Paläontologin Dr. Kate Lloyd (Mary Elisabeth Winstead), die sich dem norwegischen Forscherteam unter Leitung von Dr. Sander Halvorson (Ulrich Thomsen) anschließt. Schon im Vorfeld kommt es zu Kompetenzgerangel zwischen den Beiden. Als die Wissenschafter beschließen, das Alien aufzutauen, begehen sie einen tödlichen Fehler, denn der gigantische Außerirdische entpuppt sich als reichlich lebendig und startet eine gnadenlose Jagd auf jede erreichbare Lebensform.
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| FILMKRITIK
„Und der Hund? Was passiert denn mit dem Hund?“ Was aus dem einzigen Vierbeiner der antarktischen Forschungsstation Thule wurde, liebes Preview-Publikum, erfahrt Ihr, wenn Ihr die kürzlich veröffentlichte Blu-ray von John Carpenters Horrorklassiker „Das Ding aus einer anderen Welt“ einlegt und den Anfang anseht, aber da Euch das Prequel keineswegs zugesagt hat, werdet Ihr es vermutlich eher unterlassen. Uns würde vielmehr interessieren, was aus der Figur der auf Horrorfilme spezialisierten Mary Elisabeth Winstead („Final Destination 3“, „Black Christmas“, etc) wurde, aber deren Schicksal kennen vermutlich nicht einmal die Autoren selbst.
Ansonsten darf man das Team unter der Regie des bislang unbekannten Matthijs van Heijningen Jr. immerhin zu der Entscheidung beglückwünschen, kein Remake von Carpenters Remake gedreht zu haben, sondern ein Prequel zu der arktischen Monsterjagd. John Carpenters Neuverfilmung von John W. Campbells Story „Who goes there“ besitzt immerhin einen frischen Ansatz nach Christian Nybys eindrucksvoller Erstadaption aus dem Jahr 1951. 1982 sorgte die bahnbrechende Manifestation einer außerirdischen Lebensform, die sich sowohl humanoide als auch animalische Gestalt anzueignen versteht und die menschliche Rasse problemlos unterwandern könnte, für spektakuläre Verwandlungen. Damals wurde Carpenter für den Einsatz bizarrer Prothesen und extremer Splattereinlagen reichlich kritisiert, wo er vorher das Grauen noch weitgehend im Dunkel der Imagination beließ. Im Laufe der Jahre erkannte man sein Werk dann als fesselnde, stärker vorlagengetreue Interpretation an.
Wäre es nicht sinnvoller gewesen, nun gleich H. P. Lovecrafts „Berge des Wahnsinns“ zu verfilmen, der die gleiche Ausgangssituation vorwegnahm (aufgetaute Götter aus dem All jagen und töten ein Forscherteam im unendlichen Eis)? Stattdessen reproduzierte man größtenteils die Struktur aus Carpenters Kultfilm und legt damit gewissermaßen doch wieder eine Art Remake vor. Bewährte Gefahrensituationen wiederholen sich in leichter Variation, wie die Suche nach dem geflohenen Wesen in einer Mischung aus Krake und Rieseninsekt unter einem Geräteschuppen oder der Test menschlichen Blutes, der nach Zerstörung aller Proben in einer Untersuchung vorhandener Zahnplomben mündet. Erneut stellt sich heraus, dass man angesichts der Duplikationsfähigkeiten des Eindringlings niemand mehr trauen kann, da der Nachbar längst ein Klon sein könnte.
Weil der Zuschauer wenig Zeit erhält, die im Eis eingeschlossenen Forscher, Arbeiter und Hubschrauberpiloten aus dem norwegisch-amerikanischen Team näher kennen zu lernen, von deren Tod man in der 1982er Version erfährt, halten sich Spannung und Mitgefühl in Grenzen. Obwohl die neue Adaption in Sachen Gewalt und Ausstattung etwa des Raumschiffs größeren Aufwand betreibt, knüpft das Morgan Creek-Studio bei den Spezialeffekten wohltuend an die gruseligen mechanischen Prothesen des Vorläufers an und setzt weniger auf CGI-Einlagen. Hierbei entstehen einige schockierende Deformationseinlagen, die selbst einen Brian Yuzna, der mehrfach aus Lovecrafts Vorlagen groteske Transformationsorgien zauberte, alle Ehre gemacht hätten.
Immerhin beließ man in der deutschen Fassung die wenigen norwegischen Dialoge im Original, was zur Folge hat, dass einige Darsteller mit zwei verschiedenen Stimmen reden. Leider synchronisierte Ulrich Thomsen seinen Text nicht selbst, was wohl das Budget gesprengt hätte. Für Zuschauer, die, ähnlich des Preview-Publikums, nicht mit dem Original vertraut sind, mag die neue Version eindrucksvoller ausfallen als für Kenner der früheren Fassungen. Innerhalb der Reihe an uninspirierten Remakes gehört „The Thing“ zumindest zu den akzeptableren Werken.
| FAZIT
Solide, aber wenig originelle Neuinterpretation eines bewährten Science Fiction-Stoffes mit einigen grotesk-derben Verwandlungseinlagen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung