Montag | 28. Mai 2012 | 12:45 Uhr
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  • FILM REVIEW | Krieg der Götter
  • Krieg der Götter

    Action, Abenteuer | USA 2011
  • | INHALTSANGABE

  • Nach dem großen Krieg der Götter mit den Titanen wurden die Unterlegenen in den Berg Tatarus verbannt und dort in einen ausbruchssicheren Käfig eingesperrt. Doch der rachsüchtige, größenwähnsinnige König Hyperion (Mickey Rouke), der Frau und Kind an eine Krankheit verlor, will die Verbannten um jeden Preis befreien, um mit ihrer Hilfe die Menschheit zu unterjochen. Mit einer unbesiegbaren Armee mordet, plündert und foltert sich der Despot durch alle Ländereien, um den magischen Epirus-Bogen zu finden, der ihm beim Erreichen seiner Ziele nützlich sein soll. Da die Götter kraft eines Gesetzes nicht selbst in den Kampf eingreifen dürfen, wählt Zeus (Luke Evans) den mutigen Bauern Theseus (Henry Cavill) aus, um Hyperion aufzuhalten. Aufgrund der Ermordung seiner Mutter durch den sadistischen Herrscher treiben den einfachen Krieger persönliche Motive an, sich gegen die Übermacht zu stellen. Gemeinsam mit dem ausgebrochenen Dieb Stavros (Stephen Dorff), einem verstümmelten Mönch (Greg Bryk) und dem jungfräulichen Orakel Phaedra (Freida Pinto) versucht er, den Bogen vor Hyperion aufzutreiben.
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      • | FILMKRITIK

      • Seit den Erfolgen von „300“ und „Kampf der Titanen“ ist griechische Mythologie im Kino wieder gefragt, wobei sich Hollywood bei den Originalstoffen recht frei und großzügig bedient. Das war zu Zeiten des italienischen Sandalenkinos nicht anders – nur hat sich inzwischen der Technikstandard erheblich verbessert. Pappmachékulissen und angeklebte Bärte sind im Zeitalter der CGI-Effekte glücklicherweise nicht mehr angesagt. Bei Tarsem Singhs dritten Spielfilm „The Immortals“ fügen sich die Darsteller weitgehend nahtlos in die künstliche Szenerie ein. Nur bei den Götterdisputen auf dem Qlymp, wo sich ein Konflikt entspinnt, ob Unsterbliche das Schicksal der Menschheit lenken dürfen, wird an den schimmernden Ränder ein Agieren vor der Blue/Green Screen deutlich.

        Ansonsten darf man von dem visuell einfallsreichen Videoclip-Artist Tarsem gewohnt furiose Bildeinfälle erwarten. Wieder setzt er auf schillernd-bunte Gewänder vor grandiosen Kulissen, symbolische Details und Slowmotion-Einlagen bei den blutig-zupackenden Schwertduellen. Ungewöhnliche optische Einfälle wie die Überblendung von einem imposanten Helm zu einem Ruderboot hätten ruhig verstärkt auftreten dürfen – zumal die Story um Theseus’ Racheodyssee und seine Versuchung, die Seite des sadistischen, machthungrigen Hyperion einzunehmen, wie es das Orakel der Sybillen vorhersagt, sich als recht mager erweist. Wenn erst einmal alle Fronten und Identitäten geklärt sind, wie Zeus’ Auftauchen als weiser alter Mann (Erzähler John Hurt), entpuppt sich der Plot als reichlich geradlinig und kommt nicht ohne Längen aus.

        Tarsems zähes Debüt „The Cell“ lässt sein jüngstes Opus zwar leicht hinter sich, doch im Vergleich zu „The Fall“ fehlt die emotionale Dichte wie gerade der Freundschaftsstrang oder der Widerstreit von Realität und Fantasie. In „Kampf der Götter“ darf lediglich Stephen Dorff als scharfzüngiger Dieb einige bissige Dialogzeilen beitragen, während ansonsten theatralische Appelle um Mut, Manneskraft und Durchhaltevermögen den Takt vorgeben. Ganz so extrem wie in „300“ fällt das Sterbepathos dann doch nicht aus. Jedoch erweisen sich die schauspielerischen Leistungen als reichlich durchwachsen. Während die Herren ihre schlagkräftigen Haudegenparts aus ähnlichen Projekten wie „Kampf der Titanen“ oder „The Tudors“ wieder aufnehmen dürfen, wirkt die blasse Freida Pinto stets wie im falschen Film, und auch Isabel Lucas als Athena merkt man ihre Akteurserfahrung nicht an.

        Die dynamischen Kampfeinlagen wie Theseus’ Verteidigung gegen einem bulligen Krieger mit Minotaurushelm im Labyrinth oder die Verlust reiche Schlacht zwischen den goldleuchtenden Göttern und den zombieartigen, pfeilschnellen Titanen übertünchen solche Schwächen leichter. Angesicht zahlreicher Splattereinlagen überrascht allerdings die 16-er Freigabe. Zwar fallen die extremen Tötungseinlagen mit comichafter Gewalt ebenso stilisiert aus wie das künstliche Dekor, doch Hyperions Folter- und Verstümmelungsmaßnahmen wirken mitunter recht realistisch. Dank furioser Bildkompositionen und eindrucksvoller Schlachtkonfrontationen vermag „Krieg der Götter“ auf großer Leinwand durchaus zu fesseln, wobei die 3D-Konvertierung einmal mehr überflüssig wirkt.
      • | FAZIT

      • Optisch beeindruckendes Schlachtengemälde frei nach der griechischen Mythologie mit drastischen Effekten und dünnem Plot.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Gregor Ries

      • | Userwertung

      Wertung: 5.8/10 (8 votes)

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