Ein missglückter Raketenstart befördert die gefeierte Zirkushündin Belka geradewegs in Moskaus dunkle Straßen, wo sie auf die streunende Hündin Strelka trifft. Gemeinsam mit der frechen Ratte Lenny fliehen sie vor den Nachstellungen einer Bande räudiger Kläffer. Dabei landet das zusammen gewürfelte Trio direkt in den Händen eines Hundefängers, der sie im harten Ausbildungslager von Baikonur abliefert. Erst allmählich erkennen Belka und Strelka, dass man sie gemeinsam mit weiteren Vierbeinern für eine Weltraummission trainiert. Während Strelka darin eine Möglichkeit sieht, ihren im All verschollenen Vater wieder zu sehen, findet Belka bald Gefallen am strengen Ausbilder, dem Schäferhund Kazbek.
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| FILMKRITIK
Im Laufe der Jahre inspirierte das Schicksal der Hündin Laika, die 1958 als erstes Lebewesen in den Weltraum geschossen wurde, schon zahlreiche Comiczeichner – vom textlosen Band „Space Dog“ des Illustrators Hendrik Dorgathen über „Kosmonaut Laika“, das grafische Magazin des Münchner Duos Laska Comix, bis zu Nick Abadzis’ aktueller, halbdokumentarischer Veröffentlichung im Atrium Verlag. Nun setzt eine russische 3D-Großproduktion den Vierbeinern Belka und Strelka ein Denkmal, die innerhalb des Sputnik-Projekts erstmals wieder lebendig aus dem Orbit zurück kehrten. Deshalb darf bei den Dialogen manche patriotische Phrase nicht fehlen nach dem Prinzip „Was Dich nicht umbringt, macht Dich noch härter“. Schließlich durchlebten und –litten die idealistischen Tiere alle Strapazen ihrer Mission zum Wohle des sowjetischen Volkes.
Auch einiges Archivmaterial kommt im Nachspann zum Einsatz, der an die Vorbereitungs- und Erfolgsphase der russischen Raumfahrt erinnert. In Gang gesetzt wird die Handlung durch die Erzählung von Belkas Welpe Pushak, die als Geschenk von Chruschtschow an Präsident Kennedy den Tieren im Weißen Haus die aufregende Biografie ihrer Mutter überliefert. Im Grunde trägt die Rahmenhandlung aber wenig zur Geschichte bei, wie einige Nebenfiguren im Verlauf aus dem Geschehen wieder verschwinden. Dass zahlreiche Figuren an Disney-Charaktere erinnern, wie der Zirkusbär an Balu, lässt sich verschmerzen, da das Maus-Studio im Animationsbereich immer noch Vorreiterstatus besitzt. Wenn neben mexikanischen Flöhen als unfreiwillige Mitreisende noch Ratte Leni/Lenny stets mit von der Partie ist, liegt es daran, dass er als dauerplappernder Sidekick für Gags sorgen soll, aber mit seinem pausenlosen Gequassel eher nervt.
Schwerer wiegt die unzulängliche Animation der angeblichen 35-Millionen-Dollar-Produktion, die keineswegs internationalen Standards genügt. Zwar wurde die Dramaturgie durchaus auf den 3D-Effekt ausgerichtet. Auch die Figurengrafik erscheint einigermaßen passabel, doch Gegenstände und Hintergründe wirken wie aus einer CGI-Vorstufe entnommen, was längst von vielen Videogames getoppt wird. Inhaltlich entwickelt die streckenweise rasante Hundeodyssee durchaus Tempo und Witz. So überlegt etwa Lenny bei einer riskanten Gelegenheit, in die Politik zu wechseln, doch dort gäbe es andererseits schon genügend Ratten. Viele Filmzitate und Anspielungen, wie etwa ein Ausschnitt aus dem Abenteuerklassiker „Weiße Sonne der Wüste“, erkennen jedoch nur erwachsene Zuschauer.
Die deutsche Fassung basiert auf der US-Version, weshalb zahlreiche englischsprachige Popsongs zum Einsatz kommen. Allerdings fehlt innerhalb der passablen Synchronisation der Gag mit der militärischen Psychiaterkatze, der man in der Vorlage einen österreichischen Akzent verpasste. Einige originelle Ideen reichen somit nicht aus, um das 3D-Projekt von Syvatoslas Ushakov und Inna Evlannikova über den Durchschnitt zu hieven. Dass man „Space Dogs“ gegen das 3D-Release von “König der Löwen” startete, eines der offensichtlichen Vorbilder, erweist sich zudem als schlechte Planung.
| FAZIT
Schwach animierte Hommage an die ersten Weltraumhunde, die nur streckenweise mit originellen Ideen aufwarten kann.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung