Der erfolgreiche Werber Tom Moreno (Stephan Luca) hat ein Problem mit Frauen. Nicht dass er keine abbekommt, ganz im Gegenteil! Nur wollen es seine Liebschaften beim reinen Vergnügen meist nicht belassen. Auf eine Beziehung hat der Frauenheld allerdings so gar keine Lust. Deshalb hat Tom sich ein Gesetz aufgestellt, welches er eisern befolgt: Drei Mal Sex, danach ist Schluss!
Toms Masterplan funktioniert hervorragend. Bis Elisa (Marleen Lohse) in sein Leben tritt. Die neue Art-Direktorin seiner Agentur hat ihre eigenen Pläne mit Tom und bringt sein Weltbild damit ordentlich ins Wanken. „Tom-The-Womanizer-Moreno“ läuft einer Frau hinterher? Der Macho ist verwirrt.
Tom fällt in eine Sinnkrise und keiner ist da, der ihm hilft! Wo sind die Kumpels wenn man(n) sie mal wirklich braucht? Die stecken gerade bis zu den Ohren in ihren eigenen Problemen: Lukes (Johannes Allmayer) neue Freundin ist unglücklicherweise Toms Mutter (Corinna Harfouch), Vince (Oliver Fleischer) findet seine Frau Susanne (Felicitas Woll) in Toms Bett und Toms asexuelle Mitbewohnerin Paule (Anna Thalbach), die früher immer für ein „Flens“ zu haben war, stöckelt plötzlich frisch verliebt auf High-Heels durchs Leben und hat keine Zeit mehr für Tom. Und als ob das alles nicht schon genug wäre verkündet ihm sein Chef Rolf (Armin Rohde) auch noch, dass die Werbeagentur kurz vor dem Bankrott steht.
Da hat Tom einiges gerade zu biegen…
WERBUNG
| FILMKRITIK
Mit Tom Morenos amüsanten Frauengeschichten begeisterte Autorin Mia Morgowski zahlreiche Leserinnen. Regisseur Torsten Wacker ("Süperseks", 2004) bringt Morgowskis Bestseller nun auf die Leinwand. Produziert wurde die norddeutsche Beziehungskomödie von der Erfinderin des erfolgreichen TV-Parodie-Formats „Switch“- Annette Reeker.
Da sowohl die Autorin der Buchvorlage, als auch Regisseur Wacker ursprünglich aus der Werbung stammen, kennen sie sich aus in der Berufs-Welt von Tom Moreno. Umso verwunderlicher ist es dann, dass sie genau das Bild des typischen Werbers zeigen, wie man es sich als Branchenfremder auch vorstellt. Dabei wäre das doch einmal die perfekte Gelegenheit gewesen das Bild des arroganten Klischeewerbers gerade zu rücken. Doch über Klischees kann bekanntermaßen herzhaft gelacht werden und so ziehen sie sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film: Tom der Klischee-Werber, Luke der Klischee-Gamer, Paule der Klischee-St. Pauli-Fan,… Die Reihe kann man bis zur kleinsten Rolle fortführen. Nehmen wir zum Beispiel den zwei-Minuten-Auftritt von Linda (gespielt von Collien Ulmen-Fernandes): Linda ist eine von Toms zahlreichen „Betthupferln“ und das typische Mäuschen. Genau so wie Linda stellt man sich die Frauen vor, die auf die altbewährte Macho-Masche von Tom Moreno anspringen. Aber wie schon gesagt, über Klischees wird gelacht und Wackers Beziehungskomödie hat durchaus auch sehr nette Lacher zu bieten und sorgt so sicherlich für eine amüsante Abendstimmung, keine Frage.
Allerdings: die Story vom Macho, der durch die „Eine“, - die besondere Frau - bekehrt wird, ist nicht neu. Bei einer so oft gesehenen Story, steht und fällt die Qualität eines Films mit den Figuren. Vor allem die beiden zentralen Charaktere sollten dann umso interessanter und herausstechender gezeichnet sein. Bei Elisa ist das Wacker zweifellos sehr gut gelungen. Nicht nur weil man selten so einen attraktiven Rotschopf gesehen hat. Lohse wirkt in ihrer Rolle der toughen Karrierefrau, die auch in Sachen Männer weiß was sie will, einfach authentisch. Als Zuschauer ergreift man schnell Partei für die sympathischen Elisa und feiert sie jedes Mal aufs Neue, wenn sie den großkotzigen Macho einmal mehr gekonnt auflaufen lässt. Dem Charakter von Tom Moreno fehlt es nur leider an der nötigen Tiefe. Stephan Luca ist zwar ein Mann, den man sich als Frau gerne ansieht, aber damit allein wird er sein Publikum nicht überzeugen können.
Auch Toms Busenkumpels sind keine wirklichen Sympathieträger, weil auch sie dafür leider zu oberflächlich gezeichnet sind. Angefangen mit Kumpel Vince, der momentan scheinbar alleinerziehender Vater ist (warum wird nur sehr kurz in einem Gespräch an der Bar mit den Buddies angerissen) und dessen Frau dann urplötzlich gegen Ende des Films in Toms Bett auftaucht. Über Gamer Luke weiß man tatsächlich nur, dass er ein leidenschaftlicher Daddler ist und in seiner eigenen kleinen Welt lebt.
Umso mehr glänzen dafür die weiblichen Rollen. Neben schon erwähnter Hauptdarstellerin, überzeugen auch die Nebendarstellerinnen – und das ausnahmslos. Sei es Janine Reinhardt, die mit ihrer Rolle der männerverschlingenden Femme Fatale beweist, dass sie nicht nur moderieren, sondern auch schauspielern kann. Oder die wieder einmal hervorragende Anna Thalbach („Der Untergang“, „Baader Meinhoff Komplex“) die sich zwar den ganzen Film über eher im Hintergrund bewegt, dafür aber in ihrer eigenen kleinen Nebengeschichte so toll aufspielt, dass sie in mancher Szene sogar der Hauptdarstellerin mühelos den Rang abläuft.
Nebenbei: wen die Vorliebe der Figuren für „Flensburger“ Bier wundert, der darf jetzt drei Mal raten, für welche Biermarke Wacker bisher Werbespots gedreht hat.
| FAZIT
Auch wenn die Story nicht neu ist und manche Figuren stark schwächeln, hat Wackers Komödie durchaus witzige Momente. Ein unterhaltsamer Samstag-Abend-Film, der jedoch besser im deutschen Fernsehen aufgehoben wäre, als auf der großen Leinwand.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung